Die Hand am OhrDer alternative Jahresrückblick 2005 Finden Sie Jahresrückblicke im Fernsehen auch immer so klasse? Also ich muss sagen, ich freu mich ja schon immer auf jeden Dezember wegen der ganzen Jahresrückblicke. Und dann geht immer die Debatte los, wer denn nun der beste Jahresrückblicker war: Günther Jauch oder Johannes B. Kerner. Am Schluss gewinnt ja immer der Jauch, das ist klar, aber die Diskussion bleibt! Und dann wundert man sich immer: „Was? Dieses Jahr war das? Gibt’s doch gar nicht!“, oder: „Ich dachte der wäre schon viel länger tot!“. Das ist auch sowas. Mit dem Tot, meine ich. Früher gab’s immer so eine ganze Sendung wo nicht geredet wurde, da wurden nur immer die eingeblendet die in dem Jahr gestorben sind. Unten drunter stand der Name. Natürlich nicht jeder der gestorben ist, nur die Prominenten. Das letzte Mal als ich das geguckt habe, war Louis DeFunes dabei, das muss ja dann so zwei drei Jahre her sein! Wer ist denn dieses Jahr gestorben? Wenn ich so spontan überlege fällt mir nur der Moshammer, der Juhnke und der Papst ein. Ha, unterschiedlicher hätte es ja nicht kommen können und klar, man soll nichts Schlechtes sagen über Tote, aber jeder muss wohl zugeben, dass es über jeden Einzelnen der Dreien genug Schlechtes zu reden gäbe! Die Redaktionen von Jauch und Kerner hatten wirklich eine Menge Arbeit, die guten Geschichten rauszusuchen, die es über die Drei zu berichten gab. Nee, dann wird ja gelobt ohne Ende. Der tolle Papst hier, der tolle Juhnke da, und was für ne gute Seele doch der Mosi war. Ach wie fein. Aber was mecker ich eigentlich. Soll es doch so sein! Viele mögen froh sein, dass der eine oder andere endlich das Zeitliche gesegnet hat, dann sollen sie doch wenigstens noch den letzten Triumph auskosten und nur Gutes über den Verblichenen sagen. Klar, fällt ja leicht, schließlich hat der zuerst den Arsch zugekniffen! Ätsch! Ich sitze noch hier! Natürlich fällt mir beim Thema Mosi auch gleich unser neuer Papst ein (kommen ja beide aus Bayern). Mensch, das der jetzt Papst ist... Ich muss sagen, bei der ganzen lobenden Berichterstattung im Fernsehen war ich wirklich erfüllt seligem Nationalstolz, ähnlich damals als wir Weltmeister geworden sind... Da kam in mir verdammter, ungetaufter Seele der Naturkatholik zum Vorschein und frohlockte als Ratze auf diesem Balkon stand und mir, seinem Schaf, zuwinkte. Vergessen waren da die ganzen Vorbehalte über seine mittelalterlichen, Opa-Ansichten. Und natürlich möchte ich mit diesen Zeilen keinen echten Katholiken, der dem Stellvertreter Gottes auf Erden treu ergeben ist, in irgendeiner Form beleidigen. Sollte das also jetzt passiert sein, dann möchte ich hier und jetzt feierlich verkünden, dass mir das dann auch egal ist! Sie können ja dann bitte schlecht von mir denken und innerlich fluchen. Da ich aber um ihr Seelenheil besorgt bin möchte ich Sie daran erinnern, das bei der nächsten Beichte bitte mit anzugeben, weil Sie sonst, wie jeder weiß, in der Hölle schmoren werden! Neben mir, denn ich bin ja schon mal gar nicht getauft! Willkommen! Wie ist das eigentlich? Vielleicht kann mir das jemand per Leserbrief oder im Forum beantworten. Muss ich eigentlich, also wenn ich jetzt katholisch bin, immer beichten gehen, oder reicht es, wenn ich mir das, sagen wir, fünf oder zehn Jahre aufspare und dann nur einmal gehe? Und was ist wenn ich nie beichten war? Kann ich dann durch die letzte Ölung noch sicherstellen doch ins Himmelreich zu kommen? Schwieriges Thema wenn Sie mich fragen. Am besten macht man es wie meine Oma. Immer schön katholisch bleiben, beichten, beten, denn... man kann ja nie wissen! (as) |
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