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Unterwegs mit Willi

Geld oder Gülle
Thomas Freitag spielte vor ausverkauftem Haus
Vor ausverkauftem Haus verteidigte der Kabarettist Thomas Freitag seinen abwesenden Mandanten, den  vermeintlich neuen Nationalhelden und Friseurmeister Peter Holzer, um dem hohen Gericht im Alten Schlachthof die Lage im Lande zu erörtern. 
Dabei hat Holzer angesichts wachsender Arbeitslosenzahlen, steigender Steuerbelastungen, zunehmender Sozialkürzungen, undurchsichtiger Reformen und immer größer werdender Ebbe im eigenem Portemonnaie die Geduld verloren und 5278 Liter Gülle nach Berlin gekarrt. Weil er den Finanzminister mit dieser duftenden Flüssigkeit übergossen hat, musste er sich gegen die Anklage wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt verantworten.
Thomas Freitag macht  Mätzchen, schlüpft mal in die Rollen des Staatsanwaltes, Richter, Zeugen und Verteidiger. Schon hat er die Lacher auf seiner Seite,  weil er den Männern und Frauen dieser Gesellschaft aus den Herzen spricht und ihnen gelegentlich auch den Spiegel vorhält.
Wenn er die Konserve mit dem O-Ton in Deutschland öffnet, dann kommt ein vielstimmiges Klagen aus der Büchse. Gefolgt wird das Jammern, vom Schweigen im Saal. Ein Klagen der Nation auf hohem Niveau verdeutlicht die deutsche Tristesse. Zeit zum Nachdenken lässt der Kabarettist den Gästen nicht, denn wenn er Merkel, Strauß, Schröder oder Stoiber aus der Dose befreit, dann hat ein großer Teil der deutschen Bevölkerung etwas zu lachen.
Holzer kann „Deutschland einfach nicht mehr aushalten“. :97 Prozent aller Deutschen würden ein Gesicht machen „als wären sie mit Peter Struck zum Sex verabredet“.
„Ich kenne Unternehmer, die laufen auf allen Vieren, um als Hund besteuert zu werden“, kommentiert der Friseurmeister Holzer Fiskus- und Staatenflucht. Sehr beeindruckend wie Thomas Freitag als Auktionator die deutsche Wirtschaft auf den Weltmärkten verhökert. Korea bekommt den Zuschlag, weil es Gewerkschaften, Arbeitsschutz und Lohnfortzahlung bei einem 60 Stunden Tag anbietet. Das ist dann auch nicht mehr von Deutschland zu toppen.
Dietmar Jacobs hat dieses „Kommödchen“ Thomas Freitag auf den Leib geschrieben. Facettenreich inszeniert Freitag ein Stück voller Ironie über Politik und Wirtschaft. Dabei schöpft er sein Talent als Parodist aus. Das sieht dann so aus:  Willi Brandt fährt in Gerhard Schröder und Franz Josef Strauß nimmt Besitz von Edmund Stoiber. Das Ergebnis ist ein Mimenspiel mit Lacherfolg. 
Freitag versteht es ein interessiertes Publikum intelligent zu unterhalten und den einen oder anderen Impuls mit nach Haus zu geben.
Pauline Pepper
Und hier ist mein Impuls
Wenn ein ganzes Land in tiefe Depression versinkt, ist es wohl nicht mehr in der Lage, den gesamtdeutschen Hintern in die Höhe zu bekommen. Aber gegen tiefe Traurigkeit hat sich Johanniskraut bewährt. Vielleicht wäre eine Muntermacher - Substitution im Trinkwasser die Lösung.



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