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Kneipentest

Willi´s Kneipkur, heute:

Der Biergarten
„Altes Forsthaus“
Gasthaus unter militärischem Schutz

Damals, kurz nach der vorletzten Währungsreform, also vor etwa fünfunddreißig Jahren, als Schnitzel noch als höchstes kulinarisches Gut galten, war der Willi-Kneipkurer das erste Mal im „Alten Forsthaus“ zu Gast. Direkt neben dem Sperrgebiet der Ahlener Kasernen, in einem Waldgebiet gelegen, galt das ehemalige Försterhaus als eine der ersten Adressen für gehobenen Schnitzelgenuss. Aber die Zeiten haben sich geändert, erst vor ein paar Tagen berichtete ein TV-Verbrauchermagazin, dass die Dönertasche das liebste deutsche Gericht ist, noch vor der Currywurst und - dem Schnitzel. Nun hatte ich nicht erwartet, dass im „Alten Forsthaus“ Döner auf der Speisenkarte stehen würde, deshalb fuhren wir auch hin, um einen netten Abend im hauseigenen Biergarten zu genießen. Das Hinweisschild vor dem Kasernengelände an der Ahlener Straße wies in die Richtung des Lokales, dann allerdings musste man sich schon auskennen, um den weiteren Weg zu finden. Mein Herausgeber gab schließlich telefonische Hilfe, ohne die ich sicherlich auf halber Strecke umgekehrt wäre. „Im Östericher Holt 69“ ist die korrekte Adresse, die sich auf Ahlener Gebiet befindet. Und sogar nach fünfunddreißig Jahren erkannte ich das alte Gasthaus sofort wieder, und der Schnitzelgeruch von damals stieg mir auch gleich in die Nase. Der Duft des Wildgeheges, in dem einige Waldbewohner in der Sonne dösten, gesellte sich dazu. Dass die Tierchen bereits in der umfangreichen Speisenkarte angeboten wur-den, ahnten sie sicher nicht, sonst wären sie nicht so entspannt gewesen. Der Biergarten, direkt vor dem Haus, umgeben von altem Baumbestand und von einem Pavillon und Sonnenschirmen vor eventuell einsetzendem Regen geschützt, war ganz gut besucht, als wir auf den Plastikstühlen Platz nahmen. Ein kleiner Spielplatz für Kinder bietet Beschäftigung für die Kleinen, wenn Mamma und Pappa ihre Ruhe haben wollen und zwei Holzhütten werden sicherlich als Außen-theke genutzt, falls mal richtig Betrieb sein sollte.

Die Speisenkarte ist umfangreich und bietet für jeden etwas: Als Einstieg gibt´s Suppen, Rindfleisch-, Goulasch-, Zwiebel- und Tomatensuppe (3,50), Panierte Champignons, Räucherlachs mit Rösti (5,90). Dann natürlich die Schnitzelparade, von 10,50 bis 12,50 €. Ich hatte die „Heiße Liebe“, ein Schnitzel mit Paprikasoße. (War aber wohl eher eine Curry-Tomatensoße). Der „Forsthaustopf“ kostete 10,50 € und der „Kulinarische Bilderbogen“ bot verschiedene Fleisch-sorten mit Beilagen. Sauerbraten, Pute, Hähnchen, das in der Sonne dösende Wild, Fisch, Vegetarische Gerichte, Bauernbrot mit Schinken und ein halber Fasan (die andere Hälfte döst derweil in der Sonne) bereichern das Angebot des „Alten Forsthauses“, alles zu moderaten Preisen und in angenehmer Atmosphäre. Das Innere des Lokales ist in sehr rustikalem Stil gehalten, Geweihe und Jagdutensilien dienen als Dekorationen und eine kleine Theke bietet, hauptsächlich den Eingeborenen, Platz zum klönen. Alles in allem ein gemütliches Lokal, nur Döner, das gibt es nicht.

Hotel-Restaurant-Café „Altes Forsthaus“ Marion Rauhöft, Tel. 02382/6661
www.altes-forsthaus-ahlen.de



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