HorrorskopVon Professor Dr. Ignatz Nägele, Universität Friedrichsroda Der Verfasser hat im Rahmen seiner Recherchen zur „HORRORSKOP“-Reihe in der Jahrhunderte alten Bibliothek des Vatikans eine unglaubliche Entdeckung gemacht. Was bisher niemand zu wissen schien, was niemals in der Yellow-Press stand und was bisher in keiner Nachrichtensendung je-mals ein Thema war - es gibt ein 13. Sternzeichen - den Pudel! Erstmals in dieser 137. Ausgabe des Willi-Kulturmaga-zins werden also nun die Charaktereigenschaften der unter dem Sternzeichen „Pudel“ geborenen Menschen veröffentlicht. Der „Pudel“ ist das neunte Zeichen von links und befindet sich in der Dekadenz des „Stieres“. Als Assistent steht dem „Pudel“ die „Waage“ gegenüber. Der Pudel-Mensch hat einige charakterliche Eigenschaften, die hier an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben dürfen, sind es doch überwiegend gute Eigenschaften, jedenfalls dann, wenn man „Pudel“ mag, was auch vorkommen kann. Der „Pudel“-Geborene ist sehr tierlieb. Daher wird er sehr häufig einen Beruf ergreifen, der viel mit Tieren zu tun hat, wie zum Beispiel Hundefänger, Fleischer, Kammerjäger oder Präparator. Auch in sein Geschlechtsleben bezieht er immer wieder mal Tiere mit ein, womit er sich allerdings rechtlich betrachtet in einer Grauzone befindet. Da der „Pudel“ nicht gerade mit Wasser und Seife zur Welt gekommen ist, bietet er zudem noch einen idealen Lebensraum für allerlei Kleingetier wie Milben, Zecken, Schaben oder Mäuse. Der „Pudel“ leidet unter Klaustrophobie und Höhenangst, er hat also Angst vor kleinen, engen Räumen, erst recht, wenn sie sich in einem hohen Gebäude befindet Fahrstühle lehnt er ab, Särge und Badezimmer ebenfalls. Die Abneigung gegen Badezimmer lässt sich glücklicher- weise mit seiner Gleichgültigkeit gegenüber Wasser und Seife perfekt vereinbaren, wohingegen das Meiden von Aufzügen schon größere Probleme verursacht. Niemals wird ein „Pudel“ eine Arbeitsstelle in einem Gebäude mit mehr als vier Stockwerken antreten, nicht einmal bei Androhung von Kürzung oder Streichung der ALG-II-Bezüge. Etwas übertrieben hat es allerdings ein ehemaliger Gerichtsdiener aus Oberaubach. Seine Angst, nach seinem Tode in einen Sarg gelegt zu werden, veranlasste ihn dazu, kürzlich seinen 137sten Geburtstag zu begehen. Seine Erbengemeinschaft hatte hierfür nur mäßiges Verständnis und versuchte, ihn mit Hilfe eines Psychotherapeuten von der Notwendigkeit des „in Ruhestellung gehens“ zu überzeugen. Der Versuch misslang, der Mann erfreut sich bester Gesundheit, die Erben sind inzwischen verstorben. Der „Pudel“-Mensch ist eitel. Da der „Pudel“ allerdings, bedingt durch seine Wasser- und Seifenallergie, bisweilen ein Aroma annimmt, welches seine Umwelt als übelriechend bezeichnen würde, ist er ein überzeugter Anwender von Eau de Toilette. Da diese Bezeichnung aus dem Französischen zu Deutsch „Wasser aus der Lokusschüssel“ heißt, ist der „Pudel“ ein häufiger Gast in den WC´s der örtlichen Gastronomie. Hieraus die Tatsache abzuleiten, er sei zudem auch ein Trunkenbold, hält einer intensiveren Überprüfung nicht stand. Die Wässerchen der öffentlichen Toilettenanlagen sind lediglich nuancenreicher und vielfältiger als die der privaten Aborte. So, liebe Leserschaft, ich verabschiede mich nun von Ihnen und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. Sofern ich bei meinen Studien erneut auf vergessene Sternzeichen stoßen sollte, Sie werden die ersten sein, die davon erfahren. Ihr Prof. Dr. I. Nägele. Neue Rubrik: KnappkortesInteressante Erfahrungen, Erlebnisse und daraus re-sultierende Ansichten eines ignoranten Zeitgenossen Knappkortes gibt es wie Sand am Meer. In jedem Land, in jeder Stadt, ja sogar in fast jeder Familie gibt es Zeitgenossen, die ihre eigene, und sonst keine Meinung zulassen und vehement vertreten. Oft mit allen Mitteln. Meist sind das kleine, unscheinbare Personen, die aber durch ihr vermeintliches Wissen, ihre Unverfrorenheit und durch ihr Vermögen, andere Menschen zu manipulieren, beeindruckend erfahren und souverän erscheinen. Nicht selten steckt hinter dieser arroganten Fassade absolut nichts, außer einer unerschütterlichen Ignoranz gegenüber anderen Meinungen und Erfahrungen. Unsere Figur Ludger Knappkorte ist den Lesern sicherlich noch aus anderen Publikationen bekannt, er ist keine fiktive Person, sondern existiert aus Fleisch, Blut und -Maykamp-Kräuterlikör. Er wird unsere Leser in den nächsten Monaten mit seinen literarischen Absonderungen belehren, unterhalten - sicher aber fürchterlich auf den Wecker fallen. |
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