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![]() Willi Nr. 139 - September 2006 |
Knappkorte „Knappkortes Senf“ Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin Nichtraucher! Und zwar habe ich nie im Leben geraucht, lässt man mal die Pafferei als Jugendlicher außer Acht, die ich nur pflegte, weil meine Eltern und der Staat das Rauchen für Zehnjährige missbilligten. Aber auch in dieser Zeit rauchte ich nicht auf Lunge. Heute lutsche ich dann und wann mal an einem Zigarrillo, nicht weil er mir schmeckt, sondern weil es klasse aussieht, wenn ich mein Fläschchen „Maykampf-Kräuter“ an den Hals setze, und dabei die Kippe lässig in den Mundwinkel klebe. Aber eigentlich bin ich Nichtraucher, aus eben genannten Gründen allerdings kein militanter. Und nun zum eigentlichen Thema, welches zur Zeit in aller Munde ist, und sei es nur, um von der Mehrwertsteuer-Wucherei abzulenken: Das Rauchverbot in Kneipen und Bars. Ich bin nicht gegen Nichtraucherschutz in Restaurants, und in öffentlichen Gebäuden schon gar nicht. Auch habe ich ein gewisses Verständnis dafür, wenn Chirurgen während der Operation auf´s Rauchen verzichten sollen. Schließlich ist die Gefahr sehr groß, dass ihnen der Rauch in die Augen gerät und irreparablen Schaden an der Netzhaut verursacht. Auch sieht es wenig sakral aus, wenn der Pastor auf der Kanzel einen Glimmstängel im Munde führt, während er die Schafe zur Mäßigung ermahnt. Das kommt sowieso nur bei den Evangelen vor, die Katholen saufen. Aber in Kneipen und Bars sollte man Rauchen dürfen, allein schon wegen der Sichtverhältnisse. Ein Sichtverhältnis ist, wenn ein männlicher Trunkenbold in einer verräucherten Kneipe oder Bar eine weibliche Trunkenboldin sichtet, und mit ihr ein Verhältnis beginnt. Wenn besagte Kneipe zum Beispiel nicht durch Zigarrettenqualm vernebelt wäre, käme so manches Bummsverhältns nicht zustande, weil eine freie Sicht auf den Herrn (oder die Dame!) eine Annnäherung verhindern würde. Und folgende Situation: Am nächsten Morgen wachen die beiden (Sichtverhältnisse) auf dem gemeinsamen Nachtlager auf. Sie setzt sich auf die Bettkante, holt tiieef Luft und hustet, nach anfänglichem Röcheln, bis sie knallrot wird im Gesicht und bis der Mund voll ist, um den Vorgang mit einem abschließenden Röcheln zu beenden. Dann hält sie kurz inne, um mit einem kräftigen Schluck den Mundinhalt in den Magen zu befördern, bevor sie sich eine Overstolz ohne Filter anzündet. Das ist doch ein Erlebnis der besonderen Art, was den vorangegangenen Abend, und oft auch die Nacht, adeln kann. Stellen Sie sich vor, in Kneipen herrscht Rauch-verbot, nix ist´s mit solchen Sahnehäubchen zwischenmenschlicher Begegnungen. Und von wegen der Gesundheit - mein Gott, stellt euch doch mal vor, kein Mensch raucht mehr. Die Lebenserwartung der Bundesbürger stiege in unermessliche Höhen, kein sozialverträgliches Frühableben mehr, keine Raucherbein-Amputationen, keine Lungenflügel-Entfernungen, alle Welt bliebe gesund. Unvorstellbar. Andererseits hätten die Psychologen und Psychiater regen Zulauf und die Anwaltschaft hätte alle Hände voll mit Ehescheidungen zu tun, weil das Leben mit dem nicht mehr rauchenden Partner unerträglich geworden ist. Trotzdem, ich bin gegen ein Rauchverbot in Kneipen und Bars, denn die Gemütlichkeit geht flöten. Sollen sich doch die Nichtraucher zum Nichtrauchen auf die Toiletten begeben, das müssen die jugendlichen Raucher in den Schulen auch tun, und in den Kindergärten erst recht, es sei denn, die Kindergarten-Wärterinnen sind Raucherinnen und drücken ein Auge zu. Und dann diese albernen Hinweise auf den Zigarettenschachteln:
Wie zynisch ist das denn. Stellen Sie sich vor, die Raucher bekommen es mit der Angst zu tun, und hören auf mit der Qualmerei. Dann müsste in Zukunft auf den Schachteln der Hinweis stehen:
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