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Willi Nr. 141 - November 2006

Kunst

„SALZ in der Suppe“ 2006 auch als Kunstobjekt!
Eine Zufallsbegegnung brachte Sylvancia Ortler aus Kassel in den  Hammer HoppeGarden und hier in Kontakt mit kunstbegeisterten Menschen aus der politischen Bildungsszene, mit denen im Januar 2006 das SALZ Kunstprojekt begründet wurde. Themen aus dem Bereich Soziales, Arbeit, Leben & Zukunft waren nach dem „berauschenden Austausch“ besonderer Weisheiten, nach der die Kunst nicht das Sichtbare wieder gibt, sondern sichtbar macht (Paul Klee), oder der „Picasso - Philosophie“, Dinge zu malen wie sie gedacht  werden und nicht  „wie ich sie sehe“, schnell gefunden.

So trägt z.B. das mit Wachsmalkreide und Ölfarben gefertigte Bild „Goldener Käfig“ - mit dem Ortler die Projektmappe „aufschlägt“ - den Untertitel „ER HAT ALLES“.
Was sagt dem Betrachter der  im goldenen Käfig gefangene Vogel, der aus diesem Gefängnis heraus kämpferisch einen Flügel ins leuchtende Gelb streckt?
Viel Hintergründiges hat die 1949 in Asuncion (Paraguay) geborene Ortler, die neben den Lebens- und Arbeits-welterfahrungen (sie schlägt sich mit schriftstellerischen Auftragsarbeiten durch) auf ein 3 ½ jähriges Kunststudium zurückblicken kann, mit dieser Ausstellung von Bildern im  DIN A3 - Format zu bieten.

Boshaft, „das einem das Lachen im Halse stecken bleibt“ ist die Karikatur „The drepeshener“, bei der  dieser pünktlich zum 11.11. als ein farbenfroher und feucht-fröhlicher, blauen Dunst ausblasender Geselle mit Papierhütchen gemalt wurde, der sich „an einem Glas verhoben“ hat.

Ebenso wenig, wie der Betrachter sich bei „The depreshener“ kreative Fröhlichkeit ausmalen kann, deutet das Bild „Relaxion“ keinesfalls  auf eine First Class - Badewelt hin, sondern eher auf die Verteidigung des eigenen Anspruchs auf einen zeitweise „eigenen“ Liegeplatz mit Blick auf die sich ausfransende wabernde Aktivitätenmasse  in einem Meer.

Direkt die Frage nach „Gut“ und „Böse“ stellt sich bei dem Bild „Abgrenzung“, das einen im Dunkel neben einem Baum stehenden Soldaten zeigt, dessen geschultertes Gewehr in denselben „brennenden“ Farben dargestellt ist, wie eine hintergründige weiß umrandete Mahntafel mit Stacheldraht vor- und hinterlegt, die im gelb-rot waberndem Feuer einen Teufel vor einem brennendem Haus zeigt und HALT „befiehlt“.

So scheint die „Abgrenzung“ bei Ortler, die sich zur Zeit zu Rechercheaufgaben in Mexiko aufhält, ein ebenso „brennendes Thema“ zu sein, wie die naive „Heile Welt“ einerseits – dargestellt durch eine Riesenrad – Szene - und die „zwei Seiten“ des Bildes „Chamäleon“, bei dem der autoritäre Charakterkopf und der Punk eine Rau(s)chware als Gemeinsamkeit zu haben scheinen. Die experimentelle, ausdrucksstarke Malerei zeigt in der SALZ - Mappe verschiedene „Spielarten“, die mal mythologisch/mystisch (Urabaum) daherkommen, mal konkrete Zustände malen (pralles Leben) oder einfach „geordnetes“ (Kulturlandschaft bei Nacht) „im Dunkeln“ und hintergründiges (stiller Beobachter) zeigen, bei dem gerätselt werden darf, was drinnen und was draußen ist. Auch deshalb sind wir schon gespannt, welche Motive Sylvancia Ortler uns aus Mexico „bescheren“ wird.

Insgesamt 16 Bilder umfasst die Mappe des SALZ Kunstprojekts, die neben den bereits erwähnten Titeln Ausbruch, Ekstase, Geborgenheit, gefaltete Zeit, Maskero oder einfach  Purzel heißen.

Sobald die Renovierungsarbeiten im Haus der Kulturwerkstatt Oberonstraße abgeschlossen sind, sollen die Bilder vor Ort - im Gang zum SALZ -  ausgestellt werden. (Red.  Willi)

 
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