![]() |
|
|
|
|
![]() Willi Nr. 143 - Januar 2007 |
LiteraturDAMENWAHL Einige Bücher (um ehrlich zu sein, ziemlich viele) lerne ich ein wenig später kennen als andere Lesende. Also dann, wenn alle Feuilletons schon darüber berichteten, die AutorInnen schon von einer Talkshow zur nächsten gereicht wurden und unsere KundInnen schon lange von diesen Büchern schwärmen. So ist es mir mit Anna Gavaldas „Zusammen ist man weniger allein“ ergangen: erst vor ein paar Wochen kam ich in den Genuss dieses Buches. Und wenn Sie es noch nicht gelesen haben, sollten Sie es schnell nachholen - es ist ein ganz wunderbares Buch! Anna Gavalda ist Französin und ihr Roman spielt in Paris. Im Mittelpunkt steht Camille, eine junge, sehr begabte Künstlerin, die jedoch psychisch etwas beeinträchtigt ist und deshalb im Moment nicht malt, sondern nachts in einer Putzkolonne arbeitet, um sich über Wasser zu halten. Ihre Magersucht und die anstrengende Arbeit schwächen sie so, dass sie es eines Tages nicht mehr bis zu ihrer zugigen Dachkammer im dritten Hinterhaus schafft. Philibert, für den jeder zwischenmenschliche Kontakt zur Katastrophe gerät, erbarmt sich ihrer und nimmt sie mit in seine große Wohnung. Dort gibt es schon einen weiteren Mitbewohner, Franck, der außer Frauen und Motorrädern nicht viel im Kopf hat. Er arbeitet als Koch und liebt seine Großmutter Paulette, die ihn aufgezogen hat. Auch Paulette zieht aus dem Altenheim, in das Franck sie bringen musste, weil sie nicht mehr allein in ihrem Haus wohnen konnte, in Philiberts Wohnung und wird von Camille gepflegt Womit auch schon die große Kunst, das große Verdienst dieses Buches beschrieben ist: es versöhnt ein Stück mit dem eigenen Leben, relativiert und gibt Hoffnung. Dabei ist es durchaus in leichtem Ton geschrieben, sehr lesbar, sehr unterhaltsam - eben mit französischem Charme... Anna Gavalda; Zusammen ist man weniger allein; Fischer Taschenbuch 2006, € 9,95 |