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Willi Nr. 143 - Januar 2007

Rückblick

Hamlet
Solotheater König Alfons brachte Shakespeare „frei-komisch“ ins Kurhaus
Kennen Sie Shakespeare? Oder sind Sie, wie ich, auch ein Dilettant was das angeht? Möglicherweise graut es Ihnen auch vor der Vorstellung, sich ein ganzes Theaterstück von Shakespeare ansehen zu müssen? Genau das, lieber Leser, habe ich für Sie getan; und ich muss sagen, ich bin begeistert! Jetzt bin ich im Bilde! Jetzt weiß ich, wer Ophelia, Claudius, und Polonius sind, und vor Allem, was „faul ist im Staate Dänemark“…kurzum, jetzt kann ich mitreden!

Das Besondere an diesem Hamlet war, dass keine große Besetzung, keine wallenden Röcke, keine detailgetreuen Kulissen nötig waren. Ein einziger Schauspieler, Bernd Lafrenz, spielte kurzerhand alle Rollen selber, wie er das bereits seit über 20 Jahren mit vielen Stücken von Shakespeare tut.
Nun ja, alles macht er doch nicht selber, so wird bereits nach knapp fünf Minuten das Publikum dazu animiert mitzumachen. Das Jubelnde Volk, eine tuschelnde Menschenmenge, eine schauerliche Nacht auf dem Friedhof, all das wird lautstark vom Publikum „generiert“, welches sich schnell an seine Rolle gewöhnt und gerne mitmacht.

„Frei-Komisch“ geht es aber im wahrsten Sinne des Wortes zu. Lafrenz hält sich natürlich nicht an das klassische Skript sondern sagt und zeigt es so, dass alle es verstehen können, was mir, der ich gerne den Überblick verliere und dann meine Frau fragen muss, sehr zugute kommt! Wichtige klassische Monologe, wie der oben erwähnte „Was ist faul im Staate Dänemark?“ und „Sein oder nicht sein, dass ist hier die Frage?“ sind aber natürlich vorhanden, es soll ja schließlich schon Shakespeare bleiben.

Bernd Lafrenz merkt man an, dass er Shakespeare und die Rollen die er spielt wirklich liebt, und dass er die Stücke nicht einfach nur kommerziell verwurstet. Hier wird echte Schauspielkunst, Komik und Dramatik auf professionelle Weise auf die Bühne gebracht. Wer sich selber überzeugen möchte, sollte nicht verpassen 2007 ins Kurhaus zu kommen, wenn Bernd Lafrenz wiederkommt, mit einem anderen Stück - aber soviel ist klar, am Schluss werden sicher wieder alle tot sein, wie das bei Shakespeare eben so ist…
(as)

Kulturwerkstatt – „Kleine Bühne“
„Topstars“ Ein Theaterstück rund um’s Casting
Nun war es für „Carina´s Theatergruppe“ endlich soweit, die Früchte monatelanger Probenarbeit konnten einem Publikum vorgestellt werden. Die Theatergruppe der „Jugendarbeit Hamm-Westen“ in Kooperation mit dem „Netzwerk Jugendkultur“ und der Jugendkunstschule der Kulturwerkstatt führte am Freitag, den 15. Dezember ihr Stück „Topstars“ in der Kulturwerkstatt Oberonstraße auf. Hier, auf der „Kleinen Bühne“ des Hauses am Friedrich-Ebert-Park, fanden vorher auch die fünfzehnwöchigen Proben statt.

Um 18.00 Uhr begann die rund einstündige Vorstellung vor über 70 Zuschauern, die gespannt waren, wie die acht jungen Schauspielerinnen (8 u. 9. Klasse) die Spiel-, Tanz- und Gesangsszenen rund um’s Thema Casting ´rüberbringen würden.
Improvisationstheater war die Grundlage dieses Stückes, die Mädchen entwickelten eigene Szenen, in die auch Gesang- und Tanzdarbietungen eingearbeitet wurden. „Topstars“ erzählte in überaus unterhaltsamer und ironischer Weise von den unterschiedlichsten Charakteren, die sich bei einer Jury im Stile von „Deutschland sucht den Superstar“ bewerben, um in den Olymp der Glitzerwelt und des Glamours aufgenommen zu werden. Natürlich inklusive der „Superzicke“, die nix kann, aber alles bekommt, weil sie halt gut aussieht.

Souverän, erstaunlich  professionell und gutgelaunt, trotzdem sicher nicht ohne Lampenfieber agierten die Schülerinnen in den Kulissen und boten ein kurzweiliges Stück, das Publikum auf der „Kleinen Bühne“ war begeistert und ließ die jungen Künstler erst nach mehreren „Vorhängen“ von der Bühne.

Der Auftritt der Theatergruppe unter der Leitung von Carina Oelkrug wurde übrigens gefilmt und soll später an einem gemütlichen Abend im Gemeindehaus der Christuskirche im Hammer Westen gezeigt werden.

 
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