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![]() Willi Nr. 145 - März 2007 |
Rückblick Der Jazzclub Hamm präsentierte: Die Beale Street Jazzband Stilistisch orientiert sich die siebenköpfige Formation am schwarzen New Orleans Jazz der zwanziger Jahre, und hat sich von diesen musikalischen Ursprüngen, dem großen Vorbild Louis Armstrong folgend, weiterentwickelt. Zwar heißt die „Musik- und Bumms-Meile“ in New Orleans „Bourbonstreet“, denn die Bealestreet ist in Memphis/Tennessee angesiedelt, aber der Name spricht sich leichter, und klingt gut. Genau wie die Musik der sympathischen alten Jungs aus Remscheid. Das Alter der Herren dürfte sich insgesamt auf sicherlich 360 (schmeichel) Jahre belaufen, geteilt durch sechs natürlich, aber sie spielten wie junge Hüpfer. In der Besetzung Posaune, Trompete, Kontrabass, Klarinette, Drums und Banjo/Dobro begannen sie ihr Konzert mit „Darkness on the Delta“, mit dezentem Groove und einer Stimme, die an Louis Armstrong erinnerte. Das war natürlich gewollt und zog sich an diesem Abend wie ein roter Faden durch das Programm. „Willie the Wheeper“ handelte von einem Schornsteinfeger, der mit der Wirklichkeit nicht klar kommt, und auch dieser Song wurde von der „Beale Street Jazzband“ kompetent und mit großer Spielfreude vorgetragen. Besonders der Posaunist sowie der Trompeter, der auch die Lead-Vocals übernahm, kommunizierten mit dem gutgelaunten Publikum und hatten so manchen Joke auf den Lippen. Und dann kam das „Sahnehäubchen“ auf die Bühne, in Person von Valeria. Die junge Sän-gerin ließ das Durchschnittsalter der Band schnurstracks in den Keller sausen und begeisterte mit einer Stimme, die man der zarten Person wirklich nicht zugetraut hätte. Zwar orientierte sie sich nicht an dem großen Armstrong, aber den „Basonstreet Blues“ und den Klassiker „Sentimental Journey“ interpretierte sie perfekt. Die Band war, trotz „Gebläse“ gar nicht so laut, obwohl wir direkt vor der Bühne saßen, daher konnte man den Gesang der Künstlerin ungetrübt genießen. Dann trat der Posaunist in das Rampenlicht, und erwies sich als charmanter „Bel Ami“, den er in deutscher Sprache vortrug. Bei „Route 66“ wagten sich die ersten Tänzer vor die Bühne und die Stimmung wurde noch lockerer. Louis Armstrong kam wieder zu Worte mit „Wonderful World“ und Buona Sera“ und Valerie überzeugte einmal mehr, bekam, wie auch die Instrumentalisten, nach jedem Vor-trag Szenenapplaus und sorgte mit ihren männlichen Kollegen für einen unterhaltsamen, und musikalisch hochwertigen Abend. Nicht zuletzt durch die angenehme Atmosphäre im „Haus an der Geinegge“ ein Nebengebäude des Restaurants „Haus Hagedorn“ sind die Konzerte des Jazzclub Hamm stets ein Erlebnis. Strafarbeit Anmerkung der Chefredaktion: An dieser Stelle sollte eigentlich eine Kritik zu der Aufführung „Stage TV“, die am 23.02.2007 im Kurhaus stattfand, erscheinen, die uns unser Mitarbeiter „AS“ (den vollen Namen finden Sie im Impressum) versprochen hatte, und für die wir extra eine (nämlich diese) Seite Platz reserviert hatten. Leider ist es so, dass genannter Mitarbeiter zu den unzuverlässigsten Menschen gehört, die man sich überhaupt vorstellen kann. Wenn er z.B. versichert einen Artikel bis zum 15. abzugeben, kann man sich sicher sein, dass der, wenn überhaupt, erst am 25. abends spät, auf 5 ¼-Zoll-Diskette, bei strömendem Regen, in die Redaktion gebracht wird. Immer mit einer absolut „plausiblen“ Ausrede, wie „Meine Oma (wahlweise auch Opa, Tante, Dackel, Katze, heimliche Freundin) ist gestorben (wahlweise auch 70, 80, 90, 100 geworden)!“ Die Redaktion zählte bisher 12 Omas, 7 Opas und 4 Katzen. Diesmal hatte er angeblich das Datum vertauscht. Er dachte doch tatsächlich, das Stück würde am Samstag aufgeführt und nicht am Freitag… Um seine dämliche Ausrede auch diesmal „wasserdicht“ zu machen, rief er am besagten Samstagnachmittags in der Redaktion an und fragte den Anrufbeantworter „ob die Karten für heute Abend denn wohl schon akkreditiert seien?“. Er wollte der Chefredaktion damit Gauben machen, er würde wirklich annehmen, dass das Stück am Samstag gezeigt würde, und dass er wisse, was das Wort akkreditiert bedeuten würde, was natürlich beides völliger Quatsch war. Eine halbe Stunde später rief er wieder an und stammelte auf den Anrufbeantworter, dass er „oh, äh, gerade gesehen hat, dass das Stück ja gestern schon gezeigt wurde…“, und er „…öh, äh, überhaupt nicht weiß, was er jetzt machen solle….“ Wir entschieden: Jetzt ist das Fass übergelaufen! So geht es nicht mehr weiter, das ist klar, mit solchen Mitarbeitern verlieren wir schließlich auch noch den letzten Leser. Uns war schnell klar, dass etwas getan werden musste. Wir sprangen gegen ein Uhr Nachts zu zweit ins Auto und fuhren zu seiner Wohnung. Nach zwölfmaligem Klingeln meldete sich die Gegensprechanlage. Wir begrüßten ihn mit säuselnder Stimme und versprachen ihm Alkohol und Zigaretten so viel er wolle, wenn er uns nur rein ließe. Das wunderte ihn nicht besonders, weiß er doch, dass das die übliche Bezahlung bei unserer Zeitung ist. Gierig öffnete er uns, indem er seinerseits zwölf mal den Türdrücker betätigte. Er wurde nicht mal misstrauisch, als wir nicht mit Stangen Zigaretten und Kisten Bier vor seiner Wohnungstür auftauchten, sondern mit jeweils einem Schlagring auf jeder unserer insgesamt vier Hände. Lange Rede, kurzer Sinn, wir hauten ihm gehörig eines aufs Fressbrett und zwangen ihn folgende Zeilen, mit seinem Fingernagel und dem Blut seines Unterarmes auf seinen frisch rasierten Oberschenkel zu schreiben (das ist allerdings die gekürzte Version. AS musste jeden Satz hundert Mal schreiben): Ich bin ein ganz unzuverlässiger, schlimmer und böser Mensch. Ich verspreche, dass ich in Zukunft zuverlässiger sein werde. Ich darf nicht Termine und Wochentage durcheinander bringen. Ich soll nicht zwölf Mal den Türdrücker drücken, weil ich Alkohol und Zigaretten will. Ich habe, und hatte niemals zwölf Omas. Als das endlich nach vier Stunden erledigt war (das Verprügeln vorher abgerechnet), holten wir dann doch noch die Zigaretten und das Bier aus dem Auto, soffen die ganze Nacht durch und hatten eine Menge Spaß. Vielleicht wäre der Artikel zum „Stage TV“ ja ohnehin viel langweiliger geworden!?
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