Unterwegs mit Willi
Herbert Grönemeyer auf Schalke
Nun ja, wahrscheinlich bin ich nicht ganz der Richtige, um einen objektiven Artikel über Herbert Grönemeyer zu schreiben, denn was Herbert Grönemeyer angeht, bin ich äußerst subjektiv! Eigentlich finde ich alles genial, was Herbert macht, sagt oder singt. Natürlich bin ich mir meiner Verantwortung als ernsthafter Redakteur bewusst und werde diesen Artikel äußerst behutsam angehen, wirklich nur Fakten aufzählen und absolut kritisch reflektieren!
ES WAR DER HAMMER! ES WAR EINFACH NUR GENIAL!
Oh, Entschuldigung… Zu den Fakten:
Im Stadion war es sehr stickig, alles war verqualmt, es regnete nicht, aber trotzdem war das Stadiondach zugefahren, warum, das weiß ich bis heute nicht (Gut, ich habe seitdem auch nicht mehr versucht es herauszubekommen). Als Vorband hat Herbert sich den Sänger Clueso samt Band eingeladen, die pünktlich um 19 Uhr mit ihrer Einlage begannen. Durchaus gelungen, wie ich fand, zumal Clueso ja jemand ist, mit dessen Name und Liedern man hier und da was anfangen kann. Dementsprechend gut wurden er und seine Band dann auch vom Publikum empfangen. Irgendwann hörte er dann wieder auf, und alles wartete gut gelaunt auf Herbert. Es dauerte auch nicht lange, bis die ersten La Ola’s durch die Halle rauschten und hier und da ein „Herbert, Herbert“ zu hören war. Das Konzert begann so ca. um 20.20 Uhr, ich wurde schon langsam etwas nervös wie ich zugeben muss, zumal man schon zweimal vorher dachte es ginge los. Das erste Mal, als ein Vorhang im Bühnenhintergrund fiel und ein Filmchen eingespielt wurde, der sich als Werbung für Payback und für die ARD entpuppte, PFUI, und bei zweiten Mal, als ein Vorhang fiel auf dem, Achtung, kein Schreibfehler, ZWLF stand. Egal, schließlich fing es ja an, und zwar rockte es gleich richtig los mit „Kopf hoch, tanzen“ von Herberts aktueller CD. Was folgte war für meine Begriffe eine perfekte Mischung aus alten und neuen Liedern. Man hatte wirklich nicht das Gefühl, es würde etwas fehlen, „Männer“, „Was soll das“, „Musik nur wenn sie laut ist“, aber auch die langsamen Lieder wie „Halt mich“ und „Der Weg“ wechselten sich ab mit den Songs vom aktuellen Album. Es stellte sich heraus, das das traditionelle Mitgrölen, wie man es von Grönemeyer-Konzerten ja kennt, bei den alten Liedern weitaus besser klappte als bei den neuen. So kam es hin und wieder vor, dass Herbert sein Mikrofon in die Menge hielt, um es zum Mitsingen zu animieren, und von dort aus nicht viel zurück kam… Das aber wie gesagt nur bei den neuen Liedern, und ich gelobe, mich für das nächste Konzert besser vorzubereiten!
Gänsehaut-Feeling kam auf, als Herbert das Lied „Mensch“ beendete und bereits das nächste Lied angekündigte und die Band bereits anfing zu spielen, das Publikum aber lieber noch weiter „Oooh, Oooooh…“ zur Melodie von Mensch weitersang. Man bemerkte, dass selbst Herbert nicht mit sowas gerechnet hatte und sehr ergriffen von der Situation war.
Ein besonderes Highlight war die Bühnenshow. Es gab mehrere Kameras, die die Szenen auf der Bühne auf eine riesige Leinwand hinter der Band projizierten. Natürlich nicht „einfach so“, sondern mit äußerst stimmungsvollen und passenden Spezialeffekten. Teilweise wurden auch vorher produzierte Filme eingespielt: Herbert als Gefangener im Knast, Herbert als Butler, Herbert als feine Dame oder sogar ein ganzer Chor, der den Background für „Liebe liegt nicht“ bildete. Ich könnte noch einiges mehr schreiben, es fließt nur so aus mir heraus, alles in Allem war es ein wunderbarer Abend, und ich habe es sogar gut verkraftet, dass ich nach dem Konzert eineinhalb Stunden mein Auto in Gelsenkirchen suchen musste und dann noch zwei Stunden im Stau stand! EGAL! Ich komme auf jeden Fall das nächste Mal wieder! Wie immer!
(as)
|