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![]() Willi Nr. 150 - August 2007 |
RückblickKunst im Garten Das Besondere an dieser Veranstaltung war, dass die Künstler nicht nur ihre Werke ausstellten und zum Verkauf anboten: Die Teilnehmer waren an beiden Tagen anwesend, tauschten sich rege untereinander aus, waren offen für Fragen und Gespräche der interessierten Besucher, und: Zeitweise ließen sie sich bei der Arbeit zusehen und gewährten damit aufschlussreiche Einblicke in die Entstehung ihrer Kunstwerke. Das Spektrum war bunt: Es reichte von Holz- und Steinskulpturen über figürliche und abstrakte Malerei bis hin zu Airbrush und Action- sowie Body-Painting. Trotzdem war er mit Laune bei der Sache: „Es macht Spaß, mal außerhalb der Werkstatt zu arbeiten“, freute er sich. Die Musiker Jürgen Mevis und Reinhard Schulte und die Künstlerin Martina Rambeaud stellten ihre zumeist figürliche Malerei aus. Mit Palette und Pinsel saß Mevis vor seiner Staffel und ließ sich beim Arbeiten über die Schulter schauen. Auch Michael Fohrmann, der kürzlich die Außenwände der neuen Strandbar im HoppeGarden gestaltet hat, war anwesend und präsentierte unter anderem seine gut gemachte Airbrush-Kunst. Herrliches Leuchten am Eingang des Biergartens: Hier hatte der Hammer Künstler Jürgen Marquas seine Werke ausgestellt. Beeindruckend die Intensität der klaren, warmen Farben; eindrucksvoll auch die teils religiös anmutenden Motive seiner Bilder, die Titel tragen wie „Himmelfahrt“ oder „Der geile Engel“. Marquas selbst bezeichnete sich mit einem kleinen Lächeln als „Surrealisten“. Surrealistische Elemente finden sich auch in den Arbeiten des Künstlers Armin Goike-Bentrup, der seine Bilder als Gemisch aus Vielem betrachtet. Er arbeite aus dem Bauch heraus: „Am Anfang steht ein Farbgeschmiere“, erzählte er, „dann arbeite ich mich in das Bild hinein“. Was am Ende herauskommt, wisse er vorher nicht. Für buntes Treiben sorgten nicht zuletzt auch die Anwesenden der Jugendkunstschule: Patrizia Klein und Anna Hübsch brachten zu Musik Farben auf eine große Leinwand, Action-Painting genannt. Die Künstlerin Anna Hübsch gab auch einen Einblick in ihr Body-Painting: Zwei jungen Männern, die nur mit Lendenschurz bekleidet waren, bemalte sie die Körper. Der eine tarnfarbig mit Geäst und Blättern im Haar, der andere rot-orange, flammenartig. An-schließend liefend die beiden noch im HoppeGarden herum und posierten für die Fotokameras. Wohl wegen des regnerischen Wetters hielt sich der Besucherandrang am Samstag in sehr überschaubaren Grenzen. Am Sonntag lachte dann aber die Sonne und lockte zahlreiche Besucher an, und im Biergarten der Kulturwerkstatt Oberonstrasse herrschte ein fröhlich-buntes Treiben. Wer sich am Samstag nicht von den Regengüssen nach Hause scheuchen ließ, der konnte am Abend noch ein musikalisches Bonbon lutschen: Die Band „Kabellos“. Die Musiker um Oliver Frerichmann spielten zunächst sehr wohl verkabelt, auf der Terrasse, einige wohlbekannte Coverstücke; das Spektrum reichte von Eric Clapton, Everly Brothers, Police, über Bob Marley und Fury in the Slaughterhouse bis hin zu Stevie Wonder. Obwohl gut gespielt, war das Publikum zunächst zurückhaltend. Wirkliche Stimmung kam erst auf, als „Kabellos“ dann tatsächlich kabellos spielten und ihrer Bezeichnung „marching band“ gerecht wurden: Die drei Musiker gingen mit den Instrumenten direkt ins Publikum, bespielten die Gäste mal vor der Strandbar, mal an der Außentheke; mit mehrstimmigem Gesang wurmten sich die Jungs in die Ohren der Zuhörer, die dann begeistert mitgingen; es herrschte gute Laune. Diese gute Laune war kennzeichnend für die gesamte Veranstaltung: Die Beteiligten waren mit Spaß und Elan bei der Sache, die gute Stimmung sprang auf die Besucher über. „Sehr großes Engagement“ bescheinigte der Hammer Musiker und Künstler Ralf Grimm den Teilnehmern; Grimm war Ideengeber und Initiator des 1. Hammer Künstlergartens und hat natürlich auch einige seiner eigenen Arbeiten dort ausgestellt. „Leider ist kein Geld da, um die Leute angemessen für ihren Einsatz und ihre Mühen zu bezahlen“, bedauerte er (und das wohl zu Recht). Immerhin spendierte die Kulturwerkstatt den Künstlern einige Freigetränke und Leckeres vom Grill. Pate für die Idee dieses Künstlergartens waren für Grimm die Künstlermärkte, wie er sie von den Mittelmeerinseln her kennt und liebt. Besser als ein Marktplatz schien ihm jedoch der HoppeGarden als Location für ein solches Event zu sein: Abgeschlossen, groß genug, idyllisch gelegen am Ebert-Park, mit Seeblick. Uli Holesch, Verantwortlicher der Kulturwerkstatt, ließ sich für die Idee begeistern und unterstützte ihn tatkräftig dabei, die Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Am Sonntagnachmittag zeigte sich Ralf Grimm sehr zufrieden mit dem ersten Hammer Künstlergarten. Einige Besucher, die selbst künstlerisch arbeiten, hätten sich spontan für die Idee begeistert, selbst an einem solchen Event teilzunehmen, falls es eine Wiederholung gäbe. „Ich werte das als großen Erfolg“, freute sich Grimm. Und hofft, im nächsten Jahr einen zweiten Künstlergarten anzetteln zu können. Kunstdünger 2007: „Wai“ -Traditionelles aus Neuseeland Am Mittwoch, den 18. Juli war die Gruppe „Wai“ zu Gast auf dem Marktplatz vor der Pauluskirche. Die vierköpfige Formation aus Neuseeland bot dem Publikum eine Mischung aus traditioneller Musik und Tänzen der Maori, den Ureinwohnern des Landes. Die drei Damen, die Kostüme und Körperschmuck ihrer Heimat trugen, sangen und tanzten nach exotischen Klängen, die das kulturelle Erbe der ersten Menschen auf dem entlegenen Eiland darstellen sollten. Leider kamen keinerlei Original-Instrumente der Ureinwohner zum Einsatz, sondern die Töne wurden allesamt durch hochmoderne Technik hervorgebracht. Akustisch gesehen, nicht schlecht, aber wer die musikalischen Ursprünge seines Landes darstellen möchte, sollte sich, meine ich, auch der traditionellen Instrumente bedienen. Man stelle sich vor, ein Minnesänger auf einem Mittelaltermarkt spielt Lieder des Walter von der Vogelweide auf einem Synthesizer. Nee! Trotzdem, den etwa achthundert (?) Zuschauern hat’s wohl gefallen, mir, beziehungsweise uns, war es (auf Dauer) etwas zu eintönig, vor allem dann, wenn man die Bühne nicht im Blick hatte. Zum Schluss wieder einmal das alte Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Kunstdünger-Reihe zieht, die Bewirtung. Sicher sind diese kulturellen Veranstaltungen nicht mit dem Kurparkfest oder Schützenfesten zu vergleichen, aber trotzdem möchten die Gäste etwas trinken, ob nun Bier oder Alkoholfreies. Sechs Servicekräfte standen in dem Getränkepavillon, aber hauptsächlich sich selbst im Wege. Wer ein Getränk von Ihnen wollte, musste eine Menge Zeit und Geduld mitbringen. Einmal anstehen hat uns gereicht, die nächsten Bierchen haben wir dann aus der „Engen Weste“ auf den Platz geholt . . . !
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