Auslandsreporter
ISAF 2007 - Jörg Kamyszek war in Afghanistan
Dass der Norden Afghanistans zu den bevorzugten Urlaubsgebieten gehört, kann man wahrlich nicht behaupten. Was also hat den 35 jährigen Postangestellten und Inhaber vom „Lambertis“ dazu bewogen, sich nach Afghanistan auf den Weg zu machen. Dieser Frage wollte Willi nachgehen, und hat daher Jörg zu seiner „Reise“ befragt.
Willi: Was, um Himmels Willen, hat Dich nach Afghanistan verschlagen?
Jörg: Das ist natürlich nicht in einem Satz zu sagen. Ich bin Angestellter bei der Post im Briefzentrum Werl. Vor ziemlich langer Zeit hing dort ein Flyer am Schwarzen Brett: „Sind Sie Reservist (ein Soldat, der nach dem Militärdienst der Armee in besonderen Fällen zur Verfügung steht. D. Red) und haben Sie Interesse an einem Auslandseinsatz? Dann bewerben Sie sich bei der Feldpost!“ Das habe ich dann auch getan. Meine Beweggründe hierfür waren in erster Linie mein Interesse an fremden Ländern und Völkern und auch an das Leben in einem Lager und wie ich persönlich damit klar komme.
Willi: Was musstest Du dafür tun? Ging es gleich los?
Jörg: Nein, natürlich nicht. Die Vorraussetzung zu einem Auslandseinsatz bei der Feldpost war eine halbjährliche Ausbildungszeit in Darmstadt, die ich dann auch absolviert habe. Als ich wieder in Hamm war, habe ich gewartet und natürlich gehofft, dass ich auch genommen werde. Du musst wissen, für solche Einsätze gibt es sehr viele Bewerbungen. Und als ich schon gar nicht mehr daran dachte, bekam ich die Zusage, dass es am 5. März 2007 losgeht und zwar in den Norden von Afghanistan nach Kundus.
Willi: Warst Du da froh? In der Zwischenzeit hatte es ja in Afghanistan schon öfter ordentlich gerappelt und die deutsche Armee hatte auch schon die ersten toten Soldaten zu beklagen.
Jörg: Ein bisschen mulmig war mir wirklich, das kann ich nicht leugnen. Aber letztendlich waren das Interesse und der Wunsch zu etwas Außer-gewöhnlichem größer.
Willi: Erzähl wie Du da hingekommen bist. Mit der Bahn?
Jörg: Jau, zunächst mit der Bahn nach Kusel, das ist bei Stuttgart, zum Lehr-Panzerartillerie-Regiment und von dort aus sind wir mit einem Luftwaffen-Airbus nach Termes in Usbekistan geflogen. Dort ist der Sammelpunkt für alle Armeen, die in Afghanistan eingesetzt sind. Also. Amerikaner, Franzosen, Engländer, Holländer und auch Deutsche. Eine riesige Zeltstadt ist da für die Soldaten aufgebaut, dass kann man sich überhaupt nicht vorstellen. Von da aus sind wir nach zwei Tagen mit einem kleineren Flugzeug weiter nach Afghanistan geflogen.
Willi: Hast Du da auch im Zelt übernachtet?
Jörg: Nee, natürlich nicht. In Kundus wurde für den Einsatz der deutschen Soldaten extra eine Kaserne gebaut, nach neuesten Sicherheitskenntnissen. Hier leben ja schließlich rund 600 Personen. Ich habe mir in der Kaserne mit zwei Kameraden ein Zimmer geteilt. Nach zwei bis drei Tagen Einweisung und etlichen Sicherheitsbelehrungen konnte ich auch schon meinen Dienst in der Feldpost aufnehmen. Dienstzeit: Tägl. von 9-18 Uhr
Was Jörg Kamyszek in Kundus so gemacht und was er sonst Besonderes erlebt hat lest ihr in der nächsten Willi.
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