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Willi Nr. 151 - September 2007

Rückblick

„Always look on the bright side of life“:
Hardy Plate sang für uns im „Louis“
Wenn ein Musiker - oder sonst irgendein Künstler - seinen Vortrag gleich mit einer, in diesem Fall sogar zwei, Entschuldigungen beginnt, ist schon mal Vorsicht geboten. Eigentlich sollte der Gast dann gleich das Lokal wechseln. Wer das nicht tut, läuft Gefahr, sich herrlich zu amüsieren. So geschehen am Mittwoch, den 15. August im „Louis“.

Das nette Lokal an der Oststraße hat sich in der letzten Zeit zu einem Forum für Jazzer und Leser gemausert, was immer mal wieder Publikum der entsprechenden Interessens-Sparten anlockt und unterhält. An diesem Mittwoch war „Kleinkunst“ angesagt, denn Hardy Plate unterhielt sein Publikum mit musikalischen Filet-Stückchen der deutschen und internationalen Schlager- und Chansonwelt. Die beiden Anfangsentschuldigungen, er könne kein englisch, daher sänge er lieber deutsch, und, die Band hätte keine Gelegenheit zum Proben gehabt, hätte sich der sympathische Entertainer sparen können. Bereits nach dem ersten Song war das den etwa vierzig Zuschauern ohnehin klar.

Um seiner Darbietung den nötigen intellektuellen Touch zu geben, las Hardy Plate die Texte aus einem Textbuch ab, was ihn aber leider daran hinderte, ab und an ins Publikum zu schauen. Denn dann hätte er bemerkt, wie köstlich sich seine zahlreichen Fans amüsierten. Seine Mitmusiker, bei denen ich nicht sicher bin, ob sie hier genannt sein möchten, daher verzichte ich darauf, hatten dagegen schon mehr Stress. Sie kämpften teilweise ums Überleben, war Plate in seinen Interpretationen doch nicht selten sehr speziell, flexibel und wandlungsfähig. Der Saxophonist musste schließlich sogar aufgeben, und setze den Abend an der Theke fort, an dem ihn ein vom Zuhören erschöpfter Klaus Heimann bereits erwartete. Volker Junker an der Gitarre und Noel, Brefried am Klavier - upps, jetzt sind mir die Namen doch noch herausgerutscht - hatten mehr Ausdauer und Humor. Sie begleiteten Hardy Plate bis ans Ende der Show.

Plate brachte mit seinem sonoren Bariton Klassiker wie „In the Ghetto“, „500 Miles from Home“, „Diana“, „Oh, Champs-Élysées“ oder „Down Town“ von Petula Clarke. Letzteres, nicht unbedingt für einen Bariton komponiert, gewann durch die Beharrlichkeit, in der Hardy Plate diesen Song interpretierte, enorm an Ausdruckskraft, und überraschte die Zuhörer erneut. Zwischendurch bewies Noel Brefried bei einigen Solo-Songs eindrucksvoll, dass er auf dem Piano über extrem flinke Finger verfügt, und der durchweg gut gelaunte Volker Junker bereitete seinem Frontmann mit dem sicheren Soundteppich seiner Akustik-Gitarre stets eine weiche Landung. Die unentwegt wachsende Fan-Gemeinde von Hardy Plate, den man übrigens auch für Events buchen kann (hardy.plate@gmx.de), hatte einen vergnüglichen Abend, einzig eine Bemerkung, die der Verfasser von einem miesepetrigen Gast auffing, trübte die Laune der Besucher. Nachdem Plate die Beatles-Klassiker „Let it be“ und „Yesterday“ zersungen hatte, drohte der Gast: „Wenn der jetzt auch noch „Imagine“ von Lennon singt, geh´ ich auf die Bühne, und mache dem ein Ende . . . !“ Fazit: Sehr peinlich.


Holländer werfen und Schnitzel jagen
Das Fahrrad stand im Mittelpunkt
Der August stand im Zeichen des Zweirades, gleich zweimal standen die Drahtesel in der Kulturwerkstatt im Rampenlicht.

Am Samstag, den 3. August ging die dritte „Best Bike Show“ über die Bühne. Über fünfzig Besitzer ganz besonderer Fahrräder trafen sich in „Hoppe´s Bier-Garden“. Sie gaben sich mit zwei Rädern, einem Rahmen, Sattel und Lenker noch lange nicht zufrieden. Bei ihnen musste es schon ein wenig mehr sein. So manches Hinterrad mit speziellen Speichen oder Gangschaltung kostete mehr, als ein hochkarätiges Hollandrad. Und um ihre Meinung über diese robusten Vehikel aus unserem Nachbarland zu verdeutlichen, wurde der traditionelle „Hollandrad-Weitwurf“ veranstaltet. Aus dem Stand mussten die Teilnehmer des Wettbewerbes das Rad werfen, der Sieger schaffte erstaunliche 7,70 Meter. Das „Best Bike“ dieser Show gehörte schließlich nach Abstimmung des Publikums einem der ganz jungen Teilnehmer, der sich natürlich riesig freute, gegen die übermäßige Konkurrenz der Erwachsenen gesiegt zu haben. Es war eine feucht-fröhliche Fete, bei der der Spaß eindeutig im Vordergrund stand. Am Abend spielten dann im HoppeGarden „Thee Sensationel Sunils“ echten Garagenpunk.

Das zweite Fahrrad-Ereignis war die „Fahrradkult(o)ur“ am 19. August, eine Fahrradschnitzeljagd für die ganze Familie. Gemeinsam von der Kulturwerkstatt und dem Kulturrevier Radbod veranstaltet, führte der Weg vom Kulturrevier in Bockum-Hövel zur Kulturwerkstatt in den Hammer Westen. Doch nur einfach mit dem Radel fahren  kam nicht in Frage. An jeder Station mussten kleine Aufgaben erfüllt, und Fragen beantwortet werden.

Die erste Station war der  Radbodsee, an dem die Jugendkunstschule eine Aufgabe stellte, die aber für die großen und kleinen Radler leicht zu bewältigen war.
Weitere Stationen waren der Kanuverein Hamm e.V., die Ölmühle Brökelmann  und die Hauptfeuerwache am Hafengelände. Nicht weit davon entfernt steht die „Ekke Nekkepen“, das von Ormar Alt gestaltete Schiff. „Wer oder was war Ekke Nekkepen“? lautete hier die Frage. Richtig war natürlich: Ein nordfriesischer Wassergeist.

Der Union-Park mit den Holz-Skulpturen von Gordon Brown war der nächste Anfahrtspunkt der Radler-Runde. Die von dem Künstler gestalteten Holzskulpturen stellen Einbäume dar, so die Antwort auf die gestellte Frage.

Am Friedrich-Ebert-Park schließlich führte der Rätselweg  zur Kulturwerkstatt, an deren Eingang, von der Parkseite her, die letzte Frage zu beantworten war. In „Hoppe´s Bier-Garden“ wurde dann, bei Grillwurst, frischen Waffeln und Donats, bei einem Trödelmarkt und einer Tombola, die Siegerehrung vorgenommen. Erfreulich: Beide Veranstaltungen wurden von Petrus wohlwollend begleitet.

 

 
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