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Willi Nr. 155 - Januar 2008

Musikszene Hamm

VIOLET
The Book of Eden - Die wahre Insider-Hintergrund-Informations-Story

Bei uns geht es ja nicht ohne Skandale. Aber was will man machen? Auch der Untergrund braucht schließlich eine Aufsehen erregende B-Prominenz, die den Laden immer mal wieder mit ein paar shocking Gerüchten aufmischt. Irgendjemanden muss man schließlich im Zweifelsfall auch mal in den Dschungel oder auf die Alm schicken können! Und weil es im Showgeschäft hauptsächlich darum geht, an der eigenen Legende zu basteln, haben wir uns dieses Jahr kein bisschen zurückgehalten und uns verwegen an den ganz Großen orientiert, die ständig ihre Manager feuern (Yvonne Catterfeld) oder von ihren Managern gefeuert wer-den (Britney Spears).

Leider haben wir aber keinen Manager, deshalb haben wir uns einfach mit unserem ehemaligen Label überworfen. Beziehungsweise: Eigentlich hat ES sich mit UNS überworfen, denn es schob die für September 2006 geplante Veröffentlichung des traumschönen The-Book-of-Eden-Unter-haltungsjuwels immer wieder hinaus, und zwar so lange, bis wir beleidigt waren und einen Anwalt engagierten. Und weil wir grundsätzlich nichts davon halten, klein anzufangen, suchten wir uns einen aus, der schon mal Heino aus einer Meinungsverschiedenheit mit Stefan Raab herausgeboxt hat. Seitdem sehen wir Heino mit ganz anderen Augen, mit sanftmütigen und wohlwollenden, sozusagen. Wir sehen Heino mit dem verklärten Blick der Solidarität. Na ja, zurück zur Geschichte.

Was, verdammt, IST überhaupt diese so genannte Eden-CD, fragt sich der Laie möglicherweise. Lieber Laie: Die schöne Eden-CD ist ein Soundtrack, und zwar ein Soundtrack zu einem Buch, einem Bestseller genauer gesagt, nämlich dem „Buch von Eden“ von Kai Meyer. Kai Meyer, wird der Laie höchstwahrscheinlich jubeln, den kenn ich! Die Alchimistin und so! Sehr richtig. Und dieser berühmte Mann ging mal mit Jörg Kleudgen, dem geheimnisumwitterten Sänger von The House of Usher, zur Schule. Na und, fragt der Laie. Moment, entgegne ich, Pointe kommt noch. Geduld, Geduld. Herr Meyer ging also mit Herrn Kleudgen zur Schule, was nicht weiter wichtig wäre, jedenfalls nicht für uns, wenn ich nicht ab und zu als das The-House-of-Usher-Back-ground-Girl bei The-House-of-Usher-Konzerten herumturnen würde. Das tat ich nämlich auch im vergangenen Jahr in Bonn, und weil Bonn nicht so weit weg ist von da, wo Herr Meyer und Herr Kleudgen als Kind zu Hause waren und Herr Meyer sogar immer noch ist, kam Herr Meyer gucken.

Man kam ins Gespräch, weil ich so komisch angezogen war, und dann schlug Herr Meyer auch schon vor, dass wir doch mal eine Art Soundtrack zu einem seiner Bücher machen könnten. Tolle Idee, fanden wir, da sind wir dabei, das ist pri-hi-ma! Und dann ging alles ganz schnell. Buch gelesen, Lieder aufgenommen, alles ratzfatz. Bloß mit dem Label verstand man sich nicht mehr, der besagte Anwalt kam ins Spiel, eine neue Plattenfirma war bald gefunden, und endlich wurde alles gut. Jetzt weiß der Laie eigentlich schon alles, was wichtig ist, bloß noch nicht, wie sich die Musik eigentlich anhört. Die Musik hört sich in erster Linie natürlich sehr gut an.

Davon abgesehen ist sie mittelalterlich - elektronisch-trip-hop-poppig, es kommen beliebte Instrumente wie Schalmei, Hackbrett und Geige zum Einsatz, aber auch Saz und (ein echtes) Cembalo. Wenn man hinten auf die CD draufguckt, denkt man zuerst: Was für bescheuerte Titel. Die Lieder heißen nämlich Erdlicht und Lumina und Wolfsjagd und so weiter. Aber sie heißen nicht aus Jux so, sondern alles hat etwas zu bedeuten und hängt mit dem Buch zusammen. Wer jedoch nicht hören will, kann ja einfach fühlen, zum Beispiel am 27.01. im Kurhaus, wo es The Book of Eden live gibt, und zwar gemeinsam mit dem Kixtheater, Gurbet Albayraks Saz-Ensemble und gelegentlichem orientalischen Tanz.

Eure Bianca
www.violet-net.de
www.kixtheater.de
www.kaimeyer.com

 

 
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