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![]() Willi Nr. 155 - Januar 2008 |
RückblickRomeo und Julia Man könnte es auch als „Shakespeare für Dummies" bezeichnen, was Bernd Lafrenz da jedes Jahr bei uns in Hamm auf der Kurhausbühne inszeniert. In diesem Jahr war es „Romeo und Julia". Das Besondere? Wie sich ja vielleicht schon rumgesprochen hat, ist Bernd Lafrenz bei dem Stück der einzige Mensch auf der Bühne. Alle Rollen spielt er selber, „frei komisch" nach Shakespeare. Und „frei komisch" ging es zu, als pünktlich um 20 Uhr der Fahrradkurier Balthasar, direkter Nachfahre des Leibdieners Romeos, die Bühne betritt und dem Publikum erklärt worum es geht, und was passiert. Seine Aufgabe sei es nämlich, die Geschichte von Romeo und Julia weiter zu tragen und darauf zu achten, dass diese nicht in Vergessenheit gerät. Lafrenz springt in den nächsten zwei Stunden problemlos von einer Rolle zur anderen. War er gerade noch die Julia auf dem Balkon, ist er jetzt schon Romeo im Gebüsch des Kirschgartens. Lafrenz hat ein unglaubliches Gespür für seine Rollen und es herrscht in keiner Situation Unklarheit darüber, welche Rolle gerade gespielt wird, und das obwohl nur selten Hilfsmittel wie z.B. Masken oder andere Requisiten benutzt werden. Jetzt bin ich ja schon ein Lafrenz-Experte und kann schon auf einige Stücke zurückblicken. Bei „Romeo und Julia" ging es, na ja, am bisher bravsten zu. Es wurde gelacht, es wurde applaudiert, es wurde geschauspielert. Das Tüpfelchen auf dem i, fehlte allerdings an diesem Abend und einige Szenen kamen etwas langatmig rüber. Schade, hatte ich mich doch jahrelang gerade auf dieses, berühmteste aller Shakespeare-Stücke, gefreut. Vielleicht lag es auch am Publikum, was meiner Meinung nach an diesem Abend etwas verhalten war. Und gerade auch die berühmten Szenen (die mit dem Balkon und die mit dem Sterben) wurden meiner Meinung nach von Lafrenz nicht genügend ausgespielt. Hier hätte ich mir mehr Dramatik, Dynamik und schauspielerischen Ausdruck gewünscht, stattdessen bin ich teilweise etwas müde geworden... Macht nichts, den Abend habe ich trotzdem genossen, weil mir mal wieder klar wurde, dass man nicht viele Requisiten braucht um große Kunst darzustellen, nur eine Menge Talent, und die hat Bernd Lafrenz eindeutig bewiesen, auch wenn es vielleicht nicht sein bester Abend war. 80´s Stadium Rock Legends: Mind2Mode Drei Top-Bands der Weltklasse auf einer Bühne versammelt zu sehen, ist schon eine dicke Sache. Nun gut, zugegeben, nicht die Originale standen am Samstag, den 8. September auf der Hoppe-Bühne der Kulturwerkstatt, sondern die Coverband „Mind2Mode“, vormals bekannt unter dem Namen „Sample Minds“. Bisher hatte sich die deutsch/englische Band um Drummer Thorsten Ortmann auf „The Simple Minds“ spezialisiert, und es sogar zur von den Originalen „anerkannten“ Coverband gebracht. Jim Kerr (Simple Minds) sagte sogar einmal: „Sie sind so gut, dass es bald für uns schwierig wird, mitzuhalten!“ Eine große Ehre für die fünf Freunde. Allerdings kamen Steve, Simon und Thorsten in einer mexikanischen Bar, bei Tequila und Tortillas vor einiger Zeit auf die Idee, die drei größten Stadion-Bands der Welt, zu denen neben den „Simple Minds“ auch noch „U2“ und „Depeche Mode“ gehören (nach Ansicht der drei Freunde) gemeinsam auf der Bühne zu interpretieren. Und zack - waren „Mind2Mode“ geboren. Ausschließlich die Musik dieser drei Super-Bands präsentierten Steve Hampton (Vocals) Simon Hayward (Keyboards), Jacky Biermann (Bass), Thorsten Ortmann (Drums) und Neuzugang Martin Sommer (Guitar)) am 8. Dezember im HoppeGarden. Nun sind zwar alle drei dieser ohne Zweifel fantastischen Bands nicht mein musikalischer Geschmack, man könnte sogar sagen, sie defilieren quer zu meiner Sitzfläche (*). Trotzdem, das, was die etwa einhundert Zuschauer an diesem Abend zu hören bekamen, war schon sehr beeindruckend. „Mind2Mode“ unternahmen eine packende Zeitreise in die gerade zur Zeit sehr populären 80er Jahre, mit den Hits dreier Bands, die noch heute zu den besten Live-Acts der Welt zählen und ihre riesigen Fangemeinden noch immer hinter sich haben. Alle Hits der „Großen Drei“, wie „Don´t You“, „Pride“, „Sunday, Bloody Sunday“, „Never Let Me Down Again“ bis hin zu tanzbarem Elektropop wie „Discoteque“ oder „Just Can´t Get Enough“ wurden perfekt interpretiert. Das Hammer Publikum spendete begeisterten Applaus, bejubelte die Band und deren einzelne Musiker nach jedem Solo mit Szenenbeifall und ließ die fünf Freunde erst nach mehreren Zugaben von der Bühne. „Hamms beste Band“: Nonsense Kein Zweifel, den Titel „Hamms beste Band“ hatte NONSENSE wirklich verdient. Man kann natürlich darüber streiten, ob so ein „Talentwettbewerb“ überhaupt seinen eigentlichen Zweck erfüllen, und die jeweils Besten ermitteln kann. Schließlich muss die Fach-Jury bei dem vom Westfälischen Anzeiger durchgeführten Festival ohne Dieter Bohlen auskommen. Aber da die Mitglieder der WA-Band ja bereits eine Vorauswahl treffen, werden die wirklichen Graupen, die immerhin einen gewissen Unterhaltungswert darstellen dürften, schon im Vorfeld ausgesiebt. Schade eigentlich. Aber so gehören die acht Bands, die sich im November in den Zentralhallen einem breiten Publikum präsentieren, ohnehin schon zu den besten Bands unserer Stadt. Ein wichtiger Juror ist allerdings das Publikum, denn die Fans der Bands entscheiden maßgeblich mit, und so konnte NONSENSE das Siegertreppchen besteigen. Und es ist schon Tradition, dass die Gewinner des Wettbewerbes etwas später ein komplettes Abendprogramm im HoppeGarden der Kulturwerkstatt präsentieren. Da aber diese jungen Gruppen nicht selten ein Repertoire in CD-Länge aufweisen können (für ´ne Studio-Aufnahme reicht das), laden sie sich zum Konzert meistens eine Gast-Band ein. So auch diesmal - die Gäste von NONSENSE waren TAXI. Die Band mit dem Geschwisterpaar Timo und Lina Potschinski (Gitarre/Bass) und dem Drummer Benjamin Vieth legte die Latte bereits um 21.30 Uhr recht hoch an, denn ihre leichte, beschwingte Musik mit amerikanischem Touch und einem beeindruckenden Gitarrenspiel von Timo überzeugte das Publikum im HoppeGarden vom ersten Song an. Die leichte und lockere Performance auf der Bühne hinterließ nicht den Eindruck, dass Papa Reinhard Potschinski seinen Nachwuchs zur Musik gezwungen hatte. Nach der etwa halbstündigen „TAXI“-Fahrt übernahmen schließlich NONSENSE das Steuer und powerten dem Publikum ein etwa einstündiges musikalisches Feuerwerk um die Ohren. Die überaus rockigen Ohrwürmer, die langsamen, gefühlvollen Balladen oder funkigen Rhythmen wie „Chiwawa“ begeisterten das 120köpfige Publikum und animierte es zu ausgelassenem Treiben vor der Bühne. Wunderkerzen kamen zum Einsatz (schließlich ist auch bald Weihnachten) und mitgesungen wurde sowieso, überaus textsicher übrigens. Man kennt die Songs also. Die quirlige Sängerin Nicola „Nici“ Winkelbauer hatte ihre Fans voll im Griff und führte mit großer Pulikumsnähe souverän durch das Programm. Zusammen mit Marc Schubert (Bass), Michael Schmidt (Drums), Daniel Ahland und Janis Dittrich (Gitarren) bot Nici eine exzellente Show und ließ bei ihrem etwa gleichaltrigen Publikum keine Wünsche offen. Und auch die anwesenden Eltern konnten durchaus stolz sein . . . !
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