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![]() Willi Nr. 156 - Februar 2008 |
KnappkorteKnappkortes Senf: Unworte und Eisbären - Ansichten eines penetranten Zeitgenossen Den zweiten Platz der Unwörter belegte „Klimaneutral“. Aber was ist damit gemeint? Vielleicht, wenn der Nichtraucher den ausgestoßenen Zigarettenrauch des rauchenden Nachbarn einatmet und somit der schädliche Dunst aus dem öffentlichen Klima verschwindet? Oder wenn ein mega luftverschmutzender Industriegigant eine entsprechende Summe an den Staat bezahlt, um somit die Luft weiter ungehindert verschmutzen zu dürfen? Ablasshandel nannte man das früher, heute heißt das Schadstoffhandel. Übrigens sind Kühe sehr große Luftverschmutzer, denn jedes mal wenn die Tiere furzen, werden große Schadstoffmengen in die Luft abgegeben. Wenn nun der Bauer aber Leute einstellt, die dem Hornvieh auf der Weide hinterherlaufen, und jeden Darmwind tief einatmen, hat er bereits Verschmutzungsrechte erworben, und bekommt von der Agentur für Arbeit noch Zuschüsse obendrauf. Auf dem dritten Rang landete das Wort „entartet“ (das hatten wir doch schon mal???), welches vom Kölner Kardinal Meisner wiederbelebt wurde. Entartet sei die Kunst, wenn sie ihre religiöse Bindung verliert, meinte der Hetzer der katholischen Kirche. „Abartig“ wäre übrigens eine passende Bezeichnung für diesen Götterboten. Es gibt einen neuen Knut in Deutschland, genauer gesagt in Nürnberg, im Zoo natürlich. Und ein Mädel ist es obendrein, wegen der vorgeschriebenen Gleichheit zwischen den Geschlechtern. Der vorläufige Name des putzigen kleinen Schreihalses ist Flocke. Zwei Geschwister hatte Flocke ursprünglich, die wurden aber von der Mutter aufgegessen. Man müsse der Natur ihren Lauf lassen, meinte der Zoodirektor von Nürnberg, er wolle keine Handaufzucht wie bei Knut, und schon gar nicht so einen Rummel. Doch der öffentliche Druck (und der aus der „Chefetage“) wurde aber größer, und so ein Rummel bringt ja schließlich auch jede Menge Pulver, und überhaupt, man wolle einen eigenen Knut bzw. Flocke. Das überzeugte den Mann, und nun wird gepäppelt. Jetzt rätseln die Fachleute, warum die Eisbärdame ihren Nachwuchs wohl verspeist haben mag. Die kleinen könnten krank gewesen sein, unartig oder gar unehelich. Alles Quatsch, meine ich, vielleicht hatte die Frau einfach nur Hunger.
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