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Willi Nr. 156 - Februar 2008

Kalle Kolumna

Die tollen Tage oder die hängenden Gärten von Seramis
Da isser wieder, der Tag den man entweder nur im Suff oder eingeschlossen in der Attahöhle verbringen kann. Pappnase auf, Hütchen schief auf den Kürbis und wolle ma se rein lasse…. Nein wollen we nicht. Die dollen Tage fangen wieder an, wo tonneweise tonneschwere Weiber zu Weiberfastnacht  wieder durchdrehen. Nach Fasten sehn die jedenfalls nicht aus.

Dann stehst du in der Kneipe, als Mann, und überall diese lustigen Mädels. Die ungefähr so lustig sind, wie das offene Bein von Omma. Zum Beispiel  Waltraut, ich stehe  am Tresen und tue was ein Mann tun muss. Ich trinke das Bier der Gerächten. Der Hubs würde sagen „Saufen bis zur Besinnlichkeit“. Also lehn ich leger an der Bar, als sich plötzlich der Raum um mich herum in einen schwarzen Schatten hüllt. Wat dat denn, denk ich bei mir. Sonnenfinsternis in der Bude? Da dreht sie sich zu mir und haucht mir den Atem des Todes in mein Antlitz. Hallo du schnuckeliger junger Satansbraten. Oh mein Gott, „Steuerung, Alt, Entfernen,“ sag ich leise vor mich hin.“ „Streunende alte Pferde?“ fragt sie noch mal nach.“ Ich nicke mit dem Kopf und schon stellt sie mir einen kleinen Feigling vor die Nase. „Prost, du süßer  kahlköpfiger Chippendale“, säuselt sie mich an, ich bin die Waltraut. Stößchen. Ich schaue irritiert und hilfesuchend um mich herum doch mein Kumpel mit dem ich da bin tut so als wenn er mich nicht kennt und jetzt steh ich da mit dem bunten Hemd, also Waltraut. „Ich bin 46 und Hausfrau, mein Mann ist Fernfahrer aus Überzeugung und ich bin sehr viel allein.

Ich würde mir wünschen ich hätte einen einfühlsamen, knackigen,  jungen Mann für die gewissen Stunden.“ Hat sie aber nicht, dafür offensichtlich immer mehrere Tüten Chips und Schokolade neben der Couch, um den Frust zu verfressen. Nun ja sie erzählt mir von ihrem Hobby: Trinkgläser bemalen und verkaufen, um sich ein wenig Luxus zu gönnen. Sie rückt während sie faselt immer näher in meine Richtung und ich sitze schon fast auf dem Schoß meines Tresennachbarn. Sie bemerkt, dass ich zittere und will nach meiner Hand greifen - mit ihrer Hand, die aussieht als wenn man fünf Böklunder in einen Klumpen Hack gesteckt hätte. Nun wimmere ich schon, sie möchte mich doch bitte, bitte wieder frei lassen, ich würde ihr auch im Gegenzug meinen gut aussehenden Kumpel überlassen. Sie blickt in die Richtung des hübschen und gut ausgestattetem (hat er selbst gesagt), jungen Mannes. Ich verriet ihr seinen französisch klingenden Vornamen: Übertüs. Das machte die reife Pflaume dermaßen verrückt, dass sie sich mit einem mächtigen Satz direkt auf seinen Schoß fläzte. Wieder hagelte es eine Runde Feiglinge.

Die rundliche Dame sabberte schon in ihre hängenden Gärten von Seramis in der Hoffnung mit Monsieur Übertüs die Nacht der Nächte zu erleben. Der wiederum saß recht unerschrocken neben der alten Fettel, weil er ja gerade abgefüllt wurde wie Hägar der Durstige. Die Höhner spielen wieder ihr Viva Colonia, zum X-ten Mal in 2 Stunden, das machte mich erst recht Kolone. Ich bestelle mir noch ein Bier, welches ich selber bezahle. Normalerweise schnorre ich mich ja immer so durch die Hammer Kneipenszene …. Ich trinke es aus schaue noch mal in die Richtung von Monsieur Übertüs und Madame Seramis und bin froh, dass dieser Elch an mir vorübergegangen ist.
Wisst ihr warum ich der unglaubliche Kalle Kolumna heiße? - Weil ich so unglaublich bin…...

Hoch die Tassen und täterää
Kalle Kolumna

 

 
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