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Willi Nr. 157 - März 2008

Rückblick

Kulturwerkstatt-HoppeGarden: Dreierrock
Konzertsaison 2008 beginnt in neuem Ambiente
Kaum wieder zu erkennen ist der HoppeGarden, die Hammer Veranstaltungskneipe der Kulturwerkstatt.  Hat man die Veränderungen am Gebäude in der Oberonstrasse laufend mit verfolgen können (auch das Haus der Kulturwerkstatt ist völlig renoviert worden), blieben die Erneuerungsarbeiten im Inneren den meisten verborgen. Besonders die Räume der Gastronomie haben nämlich eine Schönheitsoperation erfahren, die staunen lässt.

Die Gäste beim ersten Konzert in der 2008er Saison waren daher die ersten, die den „neuen“ HoppeGarden bestaunen konnten. Obwohl, ich bin mir nicht so sicher, ob jemand die Veränderungen bemerkt hat, denn die Zuschauer der drei Bands, die am 9. Februar zum Konzert im Dreierpack gekommen waren, sind wohl in erster Linie treue Fans der Gruppen gewesen, und die haben zum ersten Mal in der Oberonstrasse gespielt. Und da der Veranstalter, ein Musiker einer der Bands, meiner Meinung nach nur unzureichend Werbung gemacht hat, war der Besuch nur recht mäßig.  Schade, denn alle drei Formationen waren durchaus hörenswert, obwohl die Musikrichtung natürlich vornehmlich für jüngeres Publikum von Interesse sein dürfte. Das Hammer Quartett „Anti-Spamkit“ griff gleich in die Vollen und powerte den etwa sechzig Zuschauern ordentlich die Ohren voll. Der jungen Hörerschaft gefiel’s natürlich, obwohl man von den Texten nicht all zuviel mitbekam, denn die Musik war nun mal recht laut. Die kleine Club-Anlage, die die Bands mitgebracht hatten, war eindeutig überfordert. „Superherolosthisplan“ (welch ein Name, falls ihr berühmt werden solltet, muss der geändert werden) aus Werl, kamen schon etwas gefälliger ´rüber, die Band hat sich ohne Zweifel intensiv mit ihren Songs beschäftigt, aber auch hier wurden nur die sehr lauten Gesangsparts verständlich fürsy Publikum. Nachdem die etwas älteren Gäste, die auch an diesem Abend nicht den Weg in den HoppeGarden gescheut hatten, vielleicht etwas voreilig in ruhigere Gefilde abgetaucht waren, klang der musikalische Abend etwas dezenter aus, als das Trio „My Unwritten Diary“ mit zwei Akustik-Gitarren und Schlagzeug eine sanftere Gangart einschlug. Hier war dann nicht mehr ausgelassenes Tanzen, sondern eher Zuhören angesagt. Ein angenehmer Abschluss des unterhaltsamen Abends.

Doppel-Konzert in der Kulturwerkstatt: The Jones & Delta Rangers
Gutgelauntes Publikum arbeitete hart mit
Lief der Auftakt der Frühjahrssaison im HoppeGarden vor zwei Wochen noch recht schleppend an, so rannten die Fans der „Jones“, die am Samstag, den 23. Februar in der Oberonstrasse zu Gast waren, den Veranstaltern die Türen ein. Etwa hundertachtzig Zuschauer wollten die Band, die bereits auf dem „Obel-Benefiz“ die Massen erfreut hatten, diesmal mit ihrem abendfüllenden Programm sehen und natürlich hören. Die sechs Hammer Musikanten hatten sich zudem Gäste aus der Ex-DDR eingeladen, denn Jones-Drummer Björn Kuchinke lebt derzeit in Ostdeutschland und hat bei den „Delta Rangers“ eine neue musikalische Heimat gefunden. Und die eröffneten den Abend mit knackigem englischen Gitarrenrock. Nun weiß ich nicht, ob sich in Thüringen ein Delta befindet, die Musik der „Rangers“ aber klang authentisch englisch. Dem seligen „Honny“ hätt´ es sicher nicht gefallen, den Gästen im HoppeGarden dagegen schon.

Auch die „Jones“, die natürlich den „Top-Act“ gaben, legten sich richtig ins Zeug, ihre musikalische Klasse bewiesen sie mit Leichtigkeit und guter Performance. Abwechselnd ergriffen Sänger Bon Borg und seine Kollegin Nina Seiwald das Mikrophon, um ihren überaus zahlreichen begeisterten Fans die Schweißperlen auf die Stirn zu zaubern. Drummer Björn Kuchinke war der Schwerstarbeiter an diesem Abend, denn er musste in beiden Formationen trommeln. Bassist Dirk Schulte durfte sich an diesem Abend zwar ausschließlich auf die „Jones“ konzentrieren, darüber hinaus ist er aber sicher einer der meistbeschäftigtsten Musiker der Stadt. Es gibt kaum eine Band, in der er nicht spielt. (Oder, Dirk?)

Die „Jones“ beeindruckten mit Rockklassikern wie „Highway To Hell“ von AC/DC, oder den immergrünen Songs von Mothers Finest, Don Henley oder anderen berühmten Kollegen. Fast zwei Stunden arbeitete die Band auf der Hoppe-Bühne und durfte erst nach Zugaben ihren wohlverdienten Feierabend genießen. Das Publikum bedankte sich bei beiden Gruppen mit stürmischem Applaus und guter Laune und bei den Veranstaltern der Kulturwerkstatt  mit einem gerüttelt Maß an Trinkfreudigkeit.

 

 
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