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![]() Willi Nr. 160 - Juni 2008 |
LiteraturDAMENWAHL Jane Terry, Designerin mit kreativer Ladehemmung geht mit ihrem Ehemann, einem erfolgreichen Rechtsanwalt von London nach Berlin. Wegen der vielfältigen Verpflichtungen ihres Gatten ist sie in der unbekannten Stadt bald auf sich allein gestellt. Bei einem ihrer Streifzüge lernt sie Fred kennen, ein altes Berliner Urgestein, der ein nostalgisches Programmkino betreibt und sie neben berührenden Kriegsgeschichten auch mit echter, ehrlicher Zugewandtheit und Freundschaft versorgt. Fred hilft ihr quasi, ihr Leben neu zu sortieren und das heißt, „sichtbar werden“, sich selbst kennen lernen und neu positionieren, einstehen für eigene Träume und Aussöhnen mit der Vergangenheit. Terry erzählt von ihrem verkorksten Elternhaus, den irrwitzigen Nicht-Erziehungsmethoden ihrer Eltern, kommt der Affäre ihres Göttergatten Peter auf die Schliche, emanzipiert sich in ihrem Beruf und findet eher aus Versehen noch Mr. Right. „Unsichtbar“ ist ein kleines tragikomisches Meisterwerk, wobei die Betonung durchaus auf das Wort komisch gelegt werden darf. Denn trotz des stillen Schmerzes und der Resignation der Protagonistin schafft es die Autorin immer wieder, ihren Lesern ein Lächeln - oft auch ein breites Grinsen - ins Gesicht zu zaubern. Ihre wortgewaltigen, spitzzüngigen Schilderungen skurriler Ereignisse sind ein absoluter Genuss. Ivana Jeissing balanciert auf brillante Weise zwischen Ironie und Melancholie, zwischen Tragik und Komik, zwischen Abgrund und Irrwitz…. „Unsichtbar ist eine poetisch und glaubhaft erzählte Emanzipationsgeschichte voller Sprachwitz und ein wunderbar bereicherndes Lesevergnügen!“ (Vivian Minnear Malkowsky, 2007). Na, das hätte ich mal wieder nicht besser formulieren können und freue mich immer noch stillvergnügt über diesen erfrischenden Roman!!!
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