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![]() Willi Nr. 160 - Juni 2008 |
Knappkorte Knappkortes Senf: SPD ade? Sei’s drum, Schröder sitzt nun in der Chefetage, in der er, im Gegensatz zum Bundeskanzler-Gehalt, auch wie ein Chef entlohnt wird. Münte zog sich Der größte und schnellste Umfaller der letzten Jahre aber ist ohne Zweifel der bisherige Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft Norbert Hansen, der einen Tag nach dem Bekanntwerden seiner neuen Tätigkeit als Arbeitsdirektor der Deutschen Bahn verkündete, es werde bei der anstehenden Neuordnung der Bahn nicht ohne Entlassungen abgehen. Er vermied dieses Wort nicht einmal, nannte die Rausschmisse nicht „Freisetzungen“, „Stellenabbau“ oder „Betriebsfreundliches Frühableben“, nein, er sprach von Entlassungen. Und die Lokführer sollten sich darauf einstellen, auf den kleineren Bahnhöfen, die nach der Teilprivatisierung nicht geschlossen werden, auch mal beim Gepäck ausladen zu helfen, die Toiletten zu reinigen oder die Zugabteile zu putzen. An sich nicht so schlimm, denn einen Zug nur zu steuern, lastet schließlich nicht aus. Aber diese Vorschläge von einem Gewerkschaftsboss zu hören, ist doch schon recht kurios. Und das ist auch das, was ich meine, wenn ich sage, die SPD löst sich auf. Vor Schröder war diese Partei die Heimat der so genannten kleinen Leute. Es gab kein Präkariat, man war entweder arbeitslos, oder Sozialhilfe-Empfänger, oder man hatte, wie immerhin die meisten, eine Arbeit. Die Reichen gab’s auch schon, aber alles war nicht so extrem, so pervers und eher erträglich. Natürlich tut es mir weh, die Kohl-Ära zu beschönigen, aber die wirklich echten Existenzsorgen, auch der Mittelschicht, kamen erst mit Gerhard Schröder und seinen Komplizen. Nun könnte man sich über das Ausscheiden einiger der wichtigsten Köpfe dieser Periode freuen, aber was wächst denn nach? Kurt Beck, Siegmar Gabriel? Und Münte will auch wieder - schöne Aussichten. Die letzte Umfrage ergab, dass 11% der Deutschen den Beck als Kanzler wollen. So viele sind’s doch noch???
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