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Willi Nr. 161 - Juli 2008

Kochen mit Willi

Rezeptvorschlag von Uli Holesch  - Kulturwerkstatt -
Frikadellen im Staubmantel - Eine Mahlzeit für das Präkariat

Natürlich weiß jeder, der mich kennt, dass ich ein Gourmet bin, ein Feinschmecker, dem nichts so leicht unter dem Gaumen geht wie hochwertige Speisen. Gänsleiberpastete, Kugelfischinnereien, Froschsenkel oder Wachtelschenkelcocktail. (Mischung: ein Wachtelschenkel / ein Pferd, durch ein Sieb passieren - fertig).
Doch auch für den Mittelstand werden die Zeiten schlechter, daher steht auf meinem Speisenzettel immer öfter auch das Essen der armen Leute: Die Frikadelle. (auch Fleischklops, Operettenbällchen, Bulette oder Bräunling)
Aber auch eine popelige Frikadelle kann man schmackhaft zubereiten, nicht immer müssen Brötchen die Vorherrschaft erlangen.

Hier mein Vorschlag, man nehme:
500g Hackfleisch (Rind, Sau, Waschbär* oder gemischt)
1 Gemüsezwiebel
1 Bund Schnittlauch
2 Eier
Ordentlich Paniermehl
Pfeffer
Senf
Paprikapulver
Currypulver
Muskatnuss
Maggi (!)
Und viel „Fleisch- und Gyrosgewürz“ (steht im Gewürzregal aller Supermärkte)
In dieser Zutatenliste werden Sie das Salz vermissen. Nun, ich verwende bei meinen braunen Gesellen kein Salz, ich würze sie tatsächlich mit Maggi. Außerdem ist in dem Gyros-Gewürz bereits Salz enthalten.

Zubereitung:
Nun wird alles ordentlich durchgemischt. Aus hygienischen Gründen sollte man sich vorher nicht die Hände waschen, der Seifengeschmack könnte den der Muskatnuss neutralisieren. Um seine Zähne zu schonen, sollte man die Muskatnuss übrigens auf einer Reibe zerreiben, anstatt sie im Ganzen zu verwenden. Ebenso ist es anzuraten, die Zwiebel und den Schnittlauch zu zerkleinern, allein schon der Optik wegen.

Wenn der Teig, mit nicht zu wenig Paniermehl bitte, gemischt ist, forme ich etwa handtellergroße Frikadellen. Ich drücke sie recht flach zusammen, dann werden sie knuspriger. Allerdings wende ich sie vor dem Braten nochmals großzügig in Paniermehl, daher die Bezeichnung „im Staubmantel“.
Dazu reiche ich lediglich Senf und Bier  -  Mahlzeit.

*Nur für robuste Mägen zu empfehlen, da hygienisch nachlässige Tiere.
Ein tolles Rezept lieber Uli, das ursprünglich von Julia Bulette † 1867 (daher kommt übrigens der Name dieser kleinen Köstlichkeiten)   aus   Nevada / USA erfunden wurde, Allerdings wurde damals noch das zarte Fleisch des Stachelschweins verwendet. (Schwein ist Schwein…?)

 

 
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