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Willi Nr. 163 - September 2008

In eigener Sache

Leute gesucht!
Hin und wieder kommt es schon mal vor, dass unser exzellentes Magazin, die personellen Verluste durch Dahinscheiden oder plötzliche Krankheit aber auch (eher selten) durch Erreichen des Rentenalters durch frische, unverbrauchte, junge Hüpferinnen und Hüpfer wieder ausgleichen muss. Es ist bekannt, dass unsere Geschäftsleitung überaus großzügig ist und ziemlich human mit dem Personal umgeht. So ist das Schlagen der Mitarbeiter bei uns strengstens untersagt. Wir meinen, dass man Fehltritte auch menschlicher ahnden kann, z.B. durch Lohnabzug, Urlaubsstreichung, Strafarbeiten, unbezahlte Sonn- und Feiertagsarbeit  o.ä.
Wer also gerne bei uns anfangen möchte, hat dazu jetzt die Gelegenheit. Bevor Sie uns Ihre Bewerbungsunterlagen zusenden, darf ich noch auf die Anlage 1 der betrieblichen Arbeitvereinbarung hinweisen, die Gegenstand Ihres Vertrages sein wird. Wir sehen uns!

Anlage 1
Krankheit:
Krankheit ist keine Entschuldigung.
Auch ein Attest Ihres Arztes ist kein Beweis. Denn wenn Sie in der Lage waren, den Arzt aufzusuchen, hätten Sie auch zur Arbeit kommen können.
Todesfall in der Familie:
Wird nicht entschuldigt.
Für den Verblichenen können Sie nichts mehr tun und jemand anderes kann genauso gut die notwendigen Maßnahmen treffen. Wenn Sie die Beerdigung auf den späten Nachmittag legen, geben wir Ihnen gerne eine halbe Stunde frei - vorausgesetzt Sie sind mit der Arbeit fertig.
Eigener Todesfall:
Hier dürfen Sie mit unserem Verständnis rechnen, wenn Sie uns ...
- zwei Wochen vorher über Ihr Ableben informieren, damit wir rechtzeitig eine neue Kraft einstellen Können
- spätestens bis 8.00 Uhr anrufen damit wir entsprechende Maßnahmen einleiten können
- Ihre und die Unterschrift des behandelnden Arztes vorlegen, dass Sie verstorben sind. Liegen beide Unterschriften nicht vor, werden Ihnen die Fehlzeiten vom Jahresurlaub abgezogen.
Operative Eingriffe:
Chirurgische Eingriffe an unseren Arbeitskräften sind untersagt. Wir haben Sie so eingestellt, wie Sie sind. Die Entfernung oder Veränderung eines Teiles von Ihnen verstößt gegen den vereinbarten Arbeitsvertrag.
Silberhochzeit oder Goldene Hochzeit:
Für derartige Anlässe kann keine Freistellung gewährt werden. Wenn Sie 25 oder gar 50 Jahre mit dem gleichen Menschen verheiratet sind, sollten Sie froh sein, wenn Sie zur Arbeit gehen dürfen.
Geburtstag:
Dass Sie geboren wurden, ist sicher nicht Ihr Verdienst. Darum sehen wir keine Veranlassung, Ihnen in solchen Fällen Eine Freistellung zu gewähren.
Geburt eines Kindes:
Für derartige Fehltritte unserer Angestellten sind wir nun wirklich nicht verantwortlich; daher ist natürlich auch keine Arbeitsbefreiung vorgesehen. Sie hatten ja schon Ihren Spaß.

 

 
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