Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser
Olympia in Peking ist vorbei. Die Menschenrechtler ziehen zwar eine negative Bilanz der Spiele, die Funktionäre des IOC aber zeigen sich rundherum zufrieden. Die Doping-Bilanz der Olympischen Spiele fällt eher ernüchternd aus: „Nur" zehn positive Tests lassen angesichts der teilweise spektakulären Rekorde - insgesamt fielen 43 Weltrekorde - viel Raum für Zweifel. Die Chinesen holen plötzlich Gold in Sportarten, die sie vor ein paar Jahren noch gar nicht kannten. Da schwimmt ein Typ einen neuen Weltrekord nach dem anderen, als wäre es die leichteste Übung. Jamaikaner joggen neuerdings die 100 Meter in 9.69 Sekunden und dominieren mit nie dagewesener Leichtigkeit. Jamaika befürchtet übrigens nach dem Fabel-Weltrekord von Usain Bolt (9,69 Sekunden im 100-Meter-Joggen) einen Besucherrückgang. Es könne der fälschliche Eindruck entstehen, so das Tourismusministerium, dass auf Jamaika mit leistungssteigernden Drogen experimentiert werde. Das Gegenteil sei vielmehr der Fall, beteuern der jamaikanische Zentralrat der Rastafari und der nationale Cannabisbauern-Verband, mit einer gewissen heiteren Gleichgültigkeit.
Vorbei ist übrigens auch der Sommer (welcher?) am 22. September, zumindest kalendarisch, wie unser Titelbild von Kolja Haarmann weiß. Genießt also die letzten warmen Tage.
Euer Willi
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