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![]() Willi Nr. 164 - Oktober 2008 |
PorträtKulturwerkstatt wird 20 Jahre alt - Ein Stück Kultur in und für Hamm „Ich kann mich noch erinnern, als wäre es erst gestern - na gut, vorgestern - gewesen. Jacky Biermann (Return) rief mich im Jahre 1989 an, und erzählte mir, dass es in der Oberonstrasse ein soziokulturelles Zentrum geben wird, in dem Probenräume zu vergeben sind. Es würde nur erwartet, bei dem Umbau des Hauses, einem ehemaligen Eisenbahner-Übernachtungsheim, mitzuarbeiten. Na gut, für einen Raum, in dem man ungehindert Lärm, sprich Rockmusik, machen kann, ohne böse Anrufe von Nachbarn befürchten zu müssen, tut man schon einiges. Ich war also dabei. Was aber letztendlich auf uns alle zukommen sollte, haben wir uns so nicht vorgestellt. Bis wir unseren Probenraum schließlich beziehen konnten, verging noch ein gerüttelt Maß an Zeit - und viel Arbeit. Aber dass einige von uns, nach zwanzig Jahren noch immer mit dem Haus in der Oberonstrasse eng verbunden sind, das hätte sich niemand vorstellen können.“ Doch die Geschichte der Kulturwerkstatt begann bereits zwei Jahre früher, im Jahre 1987. Da hatte Dr. Milan Walter, damals beim Kulturamt der Stadt Hamm beschäftigt, die Idee, in Hamm ein soziokulturelles Zentrum zu gründen. Natürlich rannte man in Hamm nicht gerade offene Türen ein: „Wir sind 762 Jahre ohne so ein Soziokultur-Ding ausgekommen, was sollen wir jetzt damit?“ - trotzdem fand Dr. Walter einige Befürworter in der Hammer Politik, allen voran die damalige Oberbürgermeisterin Sabine Zech und den damaligen Wirtschaftsdezernenten Dr. Dieter Krämer. Auch der Vorsitzende der SPD-Fraktion Heinz Assmann stand dem Vorhaben positiv gegenüber und ist maßgeblich an dem späteren Erfolg beteiligt. Ein idealer Standort für das Vorhaben „Kulturwerkstatt“ war das frühere Übernachtungsheim der Bundesbahn. Das 1920 erbaute Gebäude im Friedrich-Ebert-Park stand seit Jahren leer, hatte 3000 qm Fläche, viele Räume in den unterschiedlichsten Größen, und sollte entweder abgerissen, oder einer neuen Nutzung zugeführt werden. Nach den üblichen politischen Diskussionen, Einwänden, Gegenargumenten, Streitereien und Abwägungen über Nutzen und Nachfolgekosten gab es schließlich im Jahre 1988 grünes Licht - und Geld vom Land NRW - für die Kulturwerkstatt. Im Oktober 1991 wurde der HoppeGarden eröffnet, ein Jahr später der große Biergarten. Seit dieser Zeit traten auf der Hoppe-Bühne über 500 Bands auf, lokale Gruppen ebenso wie deutsche und internationale Top-Acts. Über 65.000 Zuschauer haben bis heute die Veranstaltungen besucht und der HoppeGarden ist schon lange über die Grenzen des Landes hinaus als eine der ersten Adressen im Rock- und Bluesbereich bekannt. Der erste Pächter der Kneipe, Mike Müller (mit Bettina Hoppe, Janis Tilkiarides u. Michael Reckers) war zehn Jahre lang erfolgreich, zwei Nachfolger scheiterten, und brachten die Kulturwerkstatt in existentielle Schwierigkeiten, seit September 2004 betreibt die Kulturwerkstatt den HoppeGarden selbst. Zwanzig Jahre Kulturbetrieb, mit verhältnismäßig bescheidenen finanziellen Mittel, fette Jahre in den frühen Neunzigern, magere bis problematische Zeiten gegen Ende der Dekade, Kurz vor der Insolvenz gegen 2003, Aufwärtstrend ab 2005, Renovierung des Gebäudes (für 500.000,- Euro) und des Außengeländes, Renovierung des HoppeGarden in 2008, eine bewegte, turbulente, trotzdem interessante und schöne Zeit.
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