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Dipl. Psychologin - Knappkorte - Anachronistin - Rückblick - Vorschau - Was los ist

Willi Nr. 179 - Januar 2010

Reisen mit Willi

Minikreuzfahrt auf der „Color Fantasy“
Sabine + Thomas fuhren von Kiel nach Oslo - Fortsetzung
Hochgeschobene Röcke und tiefe Dekolletees soweit das Auge des Barkeepers reicht - Russ Meyer lässt grüßen. Wir überlegen, was wir jetzt noch anstellen können... um 1.00 Uhr in der Teenie-Disco „Tower Night Club“ geht noch die Post ab: Schon beim Betreten der Disco lässt der Bass unter den Füßen die Zehennägel hochschnellen. Auf der Tanzfläche bewegen sich eher die Mittfünfziger, und die jungen Leute stehen gelangweilt am Rande, weil es der DJ nicht drauf hat, die aktuellen Songs zu spielen - schade! Der Chefbarkeeper sieht mit seinen - nach eigenen Angaben - 68 Jahren zehn Jahre älter aus und wirkt auf uns eher wie ein alter Blues-Veteran. Gegenüber der Bar beobachten wir, wie sich eine junge Frau tanzend und voll guter Laune an den Securities vorbeischiebt, die dezent über ihr großzügiges Dekolletee hinwegsehen und ganz professionell ihren Blick über das restliche Publikum schweifen lassen. Mit einem 4cl Glennfiddich für 8 € lassen wir den ersten Abend ausklingen und wollen uns in unsere Koje zurückziehen, die aber von uns weit entfernt scheint - und versteckt hat sie sich auch noch, ups! Aber die Sucherei lohnt sich doch - irgendwann gegen 2 Uhr öffnet sich uns die richtige Tür, uff!

Wir sind noch fit genug, um auszuprobieren, was die Dusche alles aushält - echt stabil, ist unser Fazit! Eng umschlungen in der Koje träumen wir dem nächsten Tag entgegen. Der Morgen danach! Wir quälen uns aus dem Bett - Frühstück gibt's ja nur bis 10.30 Uhr! Unsere Gesichter, ungebügelt, stolpern wir Richtung Restaurant. Viele Gäste, meist ältere, kommen uns schon voller Tatendrang entgegen. Jetzt haben wir die freie Auswahl an den Tischen, um unsere müden Geister mithilfe eines abwechslungsreichen Frühstücksbüffets, das keine Wünsche offenlässt, wieder in Schwung zu bringen. Manche Leute nehmen ja so gaaar keine Rücksicht auf die armen Kellner und bleiben bis zur letzten Minute sitzen, wobei die Augen der Kellner ständig über die Tische fliegen, in der Hoffnung, wieder einen dieser abräumen und neu eindecken zu können für die nächste Runde. Woher wir das wissen? Wir haben im Vorbeigehen nochmal 'reingeschaut - ehrlich!

Um das Einlaufen der „Color Fantasy" in den Osloer Hafen live miterleben zu können, (Foto unten) begeben wir uns gegen 9.30 Uhr in die Observation Lounge, in der - wie war es anders zu erwarten - schon wieder alle Plätze besetzt sind! Keine Chance, auch nur zehn Sekunden auf einem Fleck stehenzubleiben, ohne nicht sofort weggegiftet zu werden: ,,Gehen Sie bitte zur Seite, ich sehe nichts mehr!"
So, drei Stunden Aufenthalt in Oslo: es ist jetzt 10.30 Uhr. lm Gegensatz zu unseren lieben Mitmenschen, die zumeist ihren Popo bei einer dreistündigen Stadtrundfahrt im Bus plattsitzen, bewegen wir ihn selbst und erkunden die lnnenstadt bei Schnee und strahlendem Sonnenschein. Viele Straßen, die wir ablaufen, führen uns rauf und runter, und eine Straße ist sogar mit Steinen gepflastert, auf denen Schneeflocken zu sehen sind - eine sehr hübsche Idee!

Einige Kaufleute zieren ihre Geschäfte mit Trollen in allen Größen und in den verschiedensten Variationen. Die Architektur im Zentrum vermittelt eine Gemütlichkeit, wie sie in  dieser Form in unseren heimatlichen Gefilden sicher weniger zu finden ist. Ein Gebäude war für mich ein besonderer Blickfang, nämlich die Frietjof-Nansen-Stadthalle mit einer Gedenktafel zu Ehren des Polarforschers. Er und Amundsen waren seinerzeit mein Lieblingsthema in Erdkunde, Leider müssen wir auch an vielen Bettlern vorbeigehen. Um Niemand zu benachteiligen, geben wir jedem von ihnen nur wenige Öre. lm Gegensatz zu unserer Region sind hier auffallend viele Kin-derwagen unterwegs, die meistens von Vätern geschoben werden.
Fortsetzung in der nächsten Ausgabe

 

 
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