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Dipl. Psychologin - Knappkorte - Anachronistin - Rückblick - Vorschau - Was los ist

Willi Nr. 179 - Januar 2010

Rückblick

 „Nikolaus - unplugged“ Till & die Altobellis
Ein besinnliches Rock-Konzert im HoppeGarden
Es war viele Jahre Tradition, dass Till Hoheneder mit seinen Altobellis zum Nikolaustag ein „Unplugged-Konzert“ gab. Im „Atlantico-Club“, der ehemaligen „Dorfeiche“ in Ostwennemar, brachten sie seinerzeit zwar keine besinnlichen Weihnachtslieder, aber ihre nur mit akustischen Gitarren gespielten Perlen der Rockmusik, in dezenter Lautstärke interpretiert, erfreuten sich großer Beliebtheit. Nun ist ja bekannt, dass es den Club schon lange nicht mehr gibt, und da Till mit seinen Altobellis schon seit geraumer Zeit gern gesehene und gehörte Gäste im HoppeGarden sind, lag es nahe, das „Nikolaus-unplugged-Konzert“ wieder aufleben zu lassen. Am Samstag, den 5. Dezember, also einen Tag vor dem Fest des weißbärtigen Zausel´s , war es dann soweit, das „Nikolaus-Vorfreude-Konzert“ im HoppeGarden der Kulturwerkstatt lockte hundertfünfzig festlich gestimmte Gäste an. Das Lokal war bereits weihnachtlich geschmückt. Ein dezent gekleideter Weihnachtsbaum, mit Kugeln und Lametta dekorierte Tannenzweige auf den Fensterbänken, und mit Dominosteinen, Nüssen, Printen und von Kirsten selbst gebackenen Plätzchen gefüllte Weihnachtsteller schürte die Vorfreude auf den Besuch des alten Herrn, der in den Häusern der Stadt bereits unterwegs war, um die Schuhe und Stiefel der Kinder mit Leckereien zu füllen. Im HoppeGarden wurde er zwar nicht erwartet, dafür aber boten die Altobellis mit ihrem Oberweihnachtsmann Till Hoheneder ein sehr schönes, ruhiges Konzert. Die Akustik-Gitarren wurden zwar elektrisch verstärkt, ein E-Bass und ein Schlagzeug waren ebenfalls beteiligt, aber alles in angenehmer Lautstärke. Diesmal waren es nicht die Knaller der Stones oder anderer Rock´n-Roll-Bands, sondern weniger rauhe Song-Juwelen, wie „Sweet Virginia“, „The Dock Of The Bay“, „The Joker“ oder „Ain´t no Sunshine“, die in gewohnt professioneller Weise von den Altobellis präsentiert wurden. Zwar kam auch der Ur-Blues-Song „Dust my Broom“, von Jürgen Mevis virtuos interpretiert, zum Zuge, aber auch eher selten zu hörende Raritäten wie „Let it Bleed“ oder gar „Halt dich an deiner Liebe fest“ begeisterten das Publikum. Als musikalische Gäste hatte Till alte Weggefährten wie Karsten Nierhaus an der Gitarre und Stefan Lamberty am Keyboard eingeladen, die die Altobellis souverän unterstützten. Zwei Stunden lang boten die Altobellis & Friends eine interessante und abwechslungsreiche Songauswahl,  und eine gekonnt witzige Moderation durch den Front-Weihnachts-Till. Vielleicht - nein, ganz sicher - sollte Till darüber nachdenken, das „Nikolaus-Vorfreude-Konzert“ erneut zur Tradition werden zu lassen. Das Publikum würd´s sicher freuen.J

„Hamms beste Bands“: Mission To Mars
Als Gäste überzeugten Rules of Engagement & OracL
Jau, das war´s wieder einmal, „Hamms beste Band“ im HoppeGarden. Eigentlich waren es ja drei „beste“ Bands, denn die 1. Sieger MISSION TO MARS hatten sich zwei weitere Gruppen, die zumindest zu den acht besten Hammer Bands gehören, als musikalische Gäste und Einheizer eingeladen. RULES OF ENGAGEMENT und die Drittplatzierten ORACL. Einer muss nun mal den Anfang machen, daher hatten R.O.E. den schwarzen Peter gezogen, und begannen gegen 21.00 Uhr mit ihrem Auftritt. Die Band ist nicht zum ersten Mal zu Gast im HoppeGarden gewesen, wie übrigens die anderen Kollegen auch, daher war die überaus harte Gangart der Musiker beim Publikum und beim Personal der Kneipe bereits bekannt.
Nicht, dass die Band schlechte Musik macht, ganz und gar nicht, aber der „Kotzgesang“ des quirligen Sängers Chris McDougall ist schon gewöhnungsbedürftig. Ja klar, es heißt nicht „Kotzgesang“, in der Fachsprache hat diese Art zu singen sicher eine fachliche Bezeichnung. Die kenne ich aber nicht, daher sei mir mein despektierlicher Ausdruck verziehen. Im Übrigen ist Chris ein Netter. Viel mehr Manschetten hatte ich dagegen vor dem Auftritt von ORACL und ihrem düsteren Depri- und Weltuntergangssound. Doch hier wurde ich angenehm überrascht. Musikalisch hochwertig waren die vier Jungs zwar schon immer, aber diesmal kam noch eine interessante Performance hinzu. Unterstützt durch bewegte Bilder auf einer Leinwand, und einem fast gutgelaunten Frontmann Dominik Täger präsentierte die Band erstmals ihr musikalisches Konzept-Werk in fünf Sätzen  „Taedium Vitae“. Ein klarer, gewaltiger Sound und ein herausragender Gitarrist  machten den Auftritt von ORACL zu einem echten Erlebnis.
Schließlich kamen die Sieger des Festivals „Hamms beste Band“ zum Zuge, MISSION TO MARS. Souverän und sehr professionell bewegten sich die drei Hammer Musiker stilistisch zwischen „Oasis“ und „Mission To Mars“, denn dass die Band durchaus einen sehr eigenen Sound hat, ist unüberhörbar. Im Gegensatz zu ihren Kollegen, die vor ihnen das Publikum unterhielten, und durch knallharte oder mystische Weisen zu überzeugen wussten, ist die Siegerband für nachhaltige musikalische Ohrwürmer bekannt und offenbar auch beliebt. Zwar haben nur achtzig Musikfreunde das Konzert der drei „Siegerbands“ besucht, die Stimmung aber ließ keine Wünsche offen. Und wenn die Veranstalter des Festivals sich nicht von dem geringer werdenden Publikums-Zulauf abschrecken lassen, werden sicher auch im nächsten Jahr Hamms beste Bands auf der Hoppe-Bühne zu Gast sein.

 

 
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