Psycho-Beratung
Wie kann ich Sie helfen . . . ?
Eine psychologische Lebensberatung von Dipl.-Psychol. Prof. Dr. Sonja-Renate Rüpelhof-Lammkoether-Mueller-Vothknecht
Erst muss ich mal was loswerden . . .
Liebe Leser und Leserinnen, in der letzten Ausgabe unseres Magazins wurde auf den Engpass bezüglich des Streusalzes hingewiesen, eine äußerst ärgerliche Angelegenheit, wie ich meine. Auch derzeit gibt es nirgendwo Salz zukaufen, nicht einmal die Kommunen oder die Autobahnmeistereien haben noch Vorräte, wie die Sperrung der A 44 vermuten lässt. Solche Mangelerscheinungen gab es aber schon oft, nämlich in der ehemaligen DDR. Wenn bei uns, in der ehemaligen BRD, bereits im September in allen Supermärkten Weihnachtsgebäck, und ab Oktober Christbaumschmuck angeboten wird, gab es, selbst im Dezember, in der DDR nix. Keine Kerzen, kein Lametta, keine Jahresendzeitfiguren (*), nix. Ab Januar bis in den Februar hinein war dann alles wieder zu bekommen - kurios. Aber was taten die cleveren DDRler? Sie deckten sich im Januar mit dem nötigen Weihnachtskram ein und bunkerten ihn bis zum nächsten Fest. Wenn es also im Juli wieder Streusalz in den Baumärkten zu kaufen gibt, werde ich einen Vorrat in meiner eigens dafür angemieteten Lagerhalle anlegen. Und im Winter bin ich dann eine wohlhabende Frau, wenn ich das Zeug verhökere, denn dass die Kommunen, Baumärkte und Bürger vorausschauend denken werden, ist wohl nicht zu erwarten.
(*) = Weihnachtsengel
Frau Anne Voellich-Danehben schrieb:
Liebe Frau Rülpshoff-Lammkötter,
Ich bin 43 Jahre alt, verheiratet, Kind, Hund, Haus, Garten, Auto, zweimal Urlaub im Jahr, vollautomatische Küche, also alles, was eine Frau sich wünschen kann. Eigentlich. Eines aber fehlt mir doch sehr: ich habe keinen Kosenamen. Meine zwei Mädchen (außer Kevin, der ist ein Junge) nennen mich „Mutter“, mein Gatte sagt einfach nur Anne zu mir, und unser Hund redet mich gar nicht an. Alle meine Freundinnen erhalten von ihren Männern solche verbalen Liebkosungen, „Mäuschen“ heißt die eine, „Bärchen“ die andere, „Schnucki“, „Flöckchen“ oder „Scheißerchen“ werden drei weitere genannt. Aber mein Gemahl bringt nicht mal das einfallslose „Schatz“ über die Lippen. Und wenn doch einmal, meint er seinen Porsche damit. Seine Begründung für die liebevolle Anrede des Fahrzeugs hat er in Versform gebracht: „´s Weibersterben ist kein Verderben, doch´s Auto verrecken, ist des Mannes Schrecken“. Pervers, gell? Wie kann ich den Kerl nur dazu bringen, sich etwas für mich auszudenken?
PS. Ich nenne ihn übrigens Schnurzel.
Liebe Grüße, Anne.
Liebe Frau Anne,
ich bin nicht sicher, ob ich Ihnen einen guten Dienst erweise, wenn ich ihnen Tipps gebe, wie Sie Ihren Gatten zum Kosenamensgeber machen könnten. In meinem Bekanntenkreis gibt es
reichlich Frauen, die unter ihrem Zweitnamen regelrecht leiden, erst recht, wenn der Angetraute sie in der Öffentlichkeit nennt. Meine beste Freundin zum Beispiel wird von ihrem zukünftigen Ex „Mäuseköttelchen“ gerufen. Das ist schon zuhause in den vier Wänden peinlich genug, aber im Café, im Supermarkt oder gar am gemeinsamen Arbeitsplatz überaus unpassend. Und da die beiden in Scheidung leben, entgleitet ihm auch schon mal, unter Stress, die etwas krassere Variante „Rattenscheiße“. Eine andere gute Freundin leidet unter dem Kosenamen „Hauptfeld“. Das ist die zackige Abkürzung von „Herr Hauptfeldwebel“. So nennen die Soldaten ihren vorgesetzten Kompanieunterführer, der in der Regel sehr dominant, und wenig geliebt ist. Diese Betitelung einer Ehefrau lässt Rückschlüsse auf die eheliche Beziehung zu. Nicht sehr schmeichelhaft, wie ich meine. Schlimmer als ein Meteoriteneinschlag oder Erdbeben ist allerdings der Kosename einer nahen Verwandten von mir. Ihr Lebensgefährte nennt sie, nicht nur im intimen Kreis, sondern auch in einer kürzlich im „Westfälischen Anzeiger“ erschienenen Valentinstag- Glückwunsch-Anzeige „Schnuffelpuffelpurzelbärchen“ !!!
Also leben Sie mit ihrem schönen Namen „Anne“.
Herzlichst, Ihre Sonja-Renate.
Zu diesem Thema fällt mir noch ein . . .
. . . dass sich Schauspieler oder Musiker - Künstler überhaupt - gerne Künstlernamen zulegen, wenn sie der Meinung sind, dass ihr echter Name für ihre Karriere unpassend erscheint.
Da möchte ich doch gerne einmal wissen, wie zum Beispiel Kai Pflaume, Karsten Speck oder Nico Schwanz mit bürgerlichem Namen heißen mögen . . .
Bis zum nächsten Mal, Ihre Prof. Dr. Sonja-Renate Rüpelhof-Lammkoether-Mueller-Vothknecht
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