![]() |
|
![]() Willi Nr. 181 - März 2010 |
RückblickMorblus - Funky-Blues-Band aus Italien heizt kräftig ein! Leider hatte sich das bis nach Hamm noch nicht ganz herumgesprochen, denn das Publikum blieb an diesem Freitag bedauerlicherweise recht überschaubar. Morblus das sind: Der Frontmann Roberto Morbioli, ein toller Sänger und ebenso toller Gitarrist - erinnert mich manchmal an Clapton. Die alte Hammondorgel mit dem großen Leslie (das Leslie war leider an diesem Abend kaputt, sonst wäre der an sich schon gute Sound noch etwas besser gewesen) und das Keyboard bedient Daniele Scala meisterhaft. Brain Auger lässt grüßen. Die Rhythmusgruppe mit Mario Sacchitella an den Drums und Paolo Legramandi am Bass ist ein solider Unterbau, der nichts zu wünschen übrig- lässt und permanent vom ersten bis zum letzten Stück ihren Streifen durchspielt ohne abzuschlaffen. Das erfolgreiche Konzept von Morblus ist einfach. Blues Klassiker wie „I Got My Mojo Working“, „Ain’t Nobody Busi-ness“, „Got A Woman”, „Bell Bottom Blues”. werden gemixt wird mit selbst geschriebenen Songs, die eine breite Vielfalt von Stilen beinhalten. Soul- und Funkelemente, Shuffle, Jive, Boogie, das alles ist in den Stücken aus der Feder von Morbioli und Scala vorhanden. Scalas Hammond kombiniert mit Morbiolis Gitarrenspiel auf seiner alten Fender Telecaster (mein Gott, was da raus kommt) machen den typischen Morblus-Sound aus. Alle Aufmerksamkeit konzen-triert sich auf Roberto, als er sich bei einem seiner opulenten Solis mit seiner Gitarre unter das Publikum mischt und während des Spielens mit allen Frauen im Raum flirtet Morblus hat in Hamm ein tolles Konzert abgeliefert und ein begeistertes Publikum hinterlassen. Um 21.30 Uhr schließlich begannen die Bremer Stadtmusikanten mit ihrer gewaltigen, mitreißenden Bühnenshow und zogen die inzwischen über zweihundert Fans gleich mit den ersten Takten in ihren Bann. Der dreißigjährige Todestag von Bon Scott war schnell vergessen, wenngleich er bei den AC/DC-Fans unvergessen bleibt. Aber Capt´n Bley, der Sänger der HELLS BALLS, bediente das Publikum mit absolut authentischem Gesang und einer perfekten Performance. Auch „Angus Young“ an der Gitarre, in der unverwechselbaren Schul-Uniform aus Samt, und mit kurzen Hosen begeisterte das Publikum immer wieder mit seinen meisterhaften Darbietungen. Nach einer Weile vergaßen alle im Saal, dass „nur“ eine Coverband auf der Bühne stand, und feierten die fünf Musiker wie ihre großen Originale. In der Tat können die Australier, zumindest musikalisch, kaum besser sein, als ihre Bremer Kollegen, nur, dass sie eben größere Hallen füllen. Das Publikum war bunt gemischt, junge Leute waren ebenso vertreten, wie das Mittelalter, aber auch die Senioren ließen sich von der Musik mitreißen. Trinkfreudig waren alle, Fans ebenso, wie die Band. Erfreulich, wie immer im HoppeGarden, es gab keinerlei Ausfälle unter den Besuchern, wenn man das (fast bis an die Grenze gehende) Entkleiden eines wohlbeleibten Fans auf offener Bühne einmal außer Acht lässt. Das inspirierte Angus-Young-Darsteller „Klito SG“ ebenfalls zu einem Beinahe-Striptease, ungleich ästethischer zwar, aber ebenso spontan. Nach über zwei Stunden, und mindestens sechs Zugaben („Ihr seid ehrlich bekloppt“ – O-Ton Capt´n Bley) musste Schluss sein, die Band, aber auch das Publikum, waren am Ende ihrer Kräfte. Im nächsten Jahr sind die Jungs wieder in Hamm, das ist schon sicher.
|