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Willi Nr. 185 - Juli 2010

Rückblick

„Hammer-Spitze“ im HoppeGarden:
Blues Booze überzeugte
Grandioses Konzert zum Saison-Abschluss

Es war das letzte „Hammer-Spitze“-Konzert in der Kulturwerkstatt - vor der Sommerpause , versteht sich, denn im September geht es weiter. Und es war ein richtiger Kracher. Leider war das Wetter zu schön (??!), und viele Leute sind in Hoppe´s-Biergarden sitzen geblieben, um den lauen Sommerabend zu geniessen. Strafe muss sein, denn sie haben etwas verpasst. Blues Booze heißt die Band, und hat bereits vor knapp zwei Jahren beim Festival der alten Säcke die Zuschauer mehr als überzeugt. Das Trio ist 2005 aus der Band Chris Bluescaster and his Bodyguards, nach Umbesetzung der Bassistenstelle, ent-standen. Seit der Zeit werden bekannte, aber in erster Linie auch unbekannte Songs des Blues-Genrés interpretiert.

Die Basis hierzu bieten Rolf „Rolle“ Ruhland am Bass und Werner Lütkenhaus am Schlagzeug. Beide Musiker bieten die solide, verlässliche musikalische Grundlage für den Gitarristen Sänger und Frontmann Chris Kluwe. Und da sind wir schon beim eigentlichen Thema, denn Chris Kluwe ist ein Ausnahme-Gitarrist. Sicherlich sollte man mit dieser Betitelung etwas vorsichtig sein, denn gute Gitarristen gibt es in Hamm recht viele. Aber Chris Kluwe ist ein Musiker, der in erster Linie den Blues spielt, und das mit einer Intensität und Hingabe, die ihresgleichen sucht. Man könnte nun etwas böse sein, und sagen, was krebst der denn hier in Hamm rum, der gehört in die große weite Welt. Aber Blues Booze ist eine fantastische Band, da gibt es nix.

Trotzdem, Kluwe könnte ohne Bedenken in einer ganz anderen Liga mitwirken, dass er es nicht tut, spricht dann aber auch wieder für ihn. Ich habe im HoppeGarden schon unzählige Gitarristen erlebt, nicht wenige, von ihnen hatten Weltklasse, aber auch überaus namhafte Bands, die ihren Saitenzupfer ruhig gegen den Blues Booze-Gitarristen hätten austauschen können. Wie auch immer, das Hammer-Trio bot am Samstag, den 5. Juni einen interessanten Querschnitt durch die Welt des Blues. „Jesus just Chicago“ von ZZ-Top konnte ebenso überzeugen, wie „Walkin by myself“ von Gary Moore.

Auch „Purple Haze“ oder „The Wind cries Mary“ von Hendrix wurde in eindrucksvoller Weise interpretiert, immer nah am Original, aber trotzdem mit eigener Note. Überwiegend aber waren klassische Bluessongs, besonders die, die noch nicht so abgedroschen waren. Einige von ihnen kannte ich nicht einmal, was besonders wohltuend für meine Ohren war, denn man möchte sich ja auch im hohen Alter immer noch weiterbilden. Ich traf unter den Zuschauern übrigens auch einen gestandenen, bekannten Hammer Gitarristen, den ich auf Chris Kluwe glaubte aufmerksam machen zu müssen. „Wegen dem bin ich heute hier“, entgegnete er mir. Schön, dass Musiker kommen, um Kollegen hören zu wollen.

 

 
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