![]() |
|
![]() Willi Nr. 203 - Januar 2012 |
Psycho-BeratungWie kann ich Sie helfen . . ? Liebe Frau Dr. Lammköter, Das fängt schon vier Wochen vorher an, wenn meine Frau all die leckeren Sachen einkauft. Die herrlichen Dominosteine, die göttlichen Schokoladenfläschchen, mit Eierlikör gefüllt, die Nikoläuse aus Mintschokolade, oder die Printen, Marzipankartoffeln und Spekulatius. Meine Gattin hat für diese Sachen ein sicheres Versteck gefunden, glaubt sie. Aber ich habe es auch gefunden. Und so schleiche ich mich heimlich an, um zu naschen. Immer nur ganz wenig, damit es nicht auffällt, aber oft genug, dass es dann doch auffällt, wenn nix mehr da ist. Das geht dann so bis zum Feste. Erst dann geht meine Liebste an das wirkliche Versteck, und füllt unsere Weihnachtsteller. Doch nicht nur dieses Naschwerk muss ich in mich reinstopfen, denn auch unsere Eltern versorgen uns mit Süßigkeiten und selbstgebackenen Plätzchen. Auch die muss ich verzehren, was meinem Normalgewicht Paroli bietet. Zum Jahreswechsel habe ich dann nicht nur drei bis vier Kilo zugenommen, sondern auch stets den guten Vorsatz, ab dem 2. Januar mit all diesem Übermaß aufzuhören. Das gelingt dann auch meistens, allerdings führt das auch dazu, dass ich bis zum 1. Januar alle Vorräte alleesse, wie man bei uns in Hamm sagt, denn leckere Sachen weg zu werfen, ist eine Todsünde. Noch sündhafter, als die Völlerei. Auch bei unseren Kindern steht der Weihnachtsgedanke nicht im Vordergrund. Bei ihnen, zwei Jungs im Alter von 10 Jahren (also Zwillinge, eineiige, also nicht, dass sie nur ein Ei . . .) sind die Geschenke das Wichtigste. Und da die beiden sich naturgemäß sehr ähnlich sind, müssen sie auch absolut gleichwertig beschenkt werden. Im letzten Jahr bekamen sie von mir und meiner Gattin unter anderem, je ein Modellauto aus Kunststoff. Die Türen, Motorhaube, Kofferraum und Verdeck ließen sich öffnen. Also kein billiger Kram aus China, sondern ein hochwertiges Produkt aus dem Fichtelgebirge. Und damit die lieben kleinen die Fahrzeuge auseinander halten können, bekam Kevin ein blaues, und Torben ein rotes Auto. Aber sonst absolut gleich. Sie betrachteten argwöhnisch ihre Gaben, und nörgelten, weil Kevin lieber das rote, und Torben lieber das blaue Kfz gehabt hätte. Schließlich prügelten sie sich unter dem Tannenbaum, bis das Blut floss. Wir haben ihnen dann nicht gesagt, dass wir im Keller noch je ein Fahrrad für sie hatten, ein blaues und ein rotes. Damit warten wir, bis sie etwas reifer geworden sind. Obwohl, in diesem Jahr kam zum Feste mein Bruder aus den USA zu Besuch, und auch wir hatten da so unser Problem: Seine Frau ist blond, meine brünett . . . ! Hallo Herr von und zu Bardewasser,
|