Den schweren Anfang mußten die Musiker von "BANANA BREADS" bewältigen. Ich weiß nicht, aber meiner Meinung nach, haben Banana Breads auf so einem Wettbewerb nichts mehr zu suchen. Die Band hat ihr Punk-Metal-Gemisch schon auf etlichen Hammer Bühnen präsentiert und eine beachtliche Fangemeinde um sich geschart. Dominik Grenzler (bs), Benjamin Pawlowski (guit.), Timo Bilek (dr) und Arek Kutschmera (voc) gehören schon zu den Großen der Hammer Musikszene und wurden mit dem vierten Platz (einem Gastspielvertrag in 'nem JZ) völlig unterbewertet.
Danach folgte eine Gruppierung, deren Stil in der Lokalpresse lustig erraten werden wollte. Von Surprise-Funk bis Fun-Punk, es wurde nicht erraten. Sie selber nennen ihren Stil "Surprise". "Mögt ihr Samba?", wären die "GURKENDIEBE" nicht gewesen, keiner hätte es bejaht. Doch so feierte das halbe JZ unter donnernden Rhythmen und Trillerpfeifen der Gurkendiebe zum Song "Sambalolek/bolek". Hier erlebte das JZ eindeutig die beste Stimmung, die dort jemals genossen wurde. Irgendwann fand ich mich in einer riesigen Polonaise wieder, und alle tanzten wie wild durcheinander, glaub ich. Die moralischen Sieger standen damit für mich fest. Das konnte nicht mehr überboten werden. Aber auch Stücke wie "Sag mir" oder "One Day Fly"" konnten begeistern. Zwar klappte mit der Technik noch nicht alles, und verspielt wurde sich sowieso, aber der Spaß den die Gurkendiebe produzierten, steht erst einmal im Vordergrund. Gespielt wurden auch noch zwei Stücke vom Demo "Melodien für Melonen" (Willi berichtete in Nr. 16 + 17). Daß am Samstagabend, während des Auftrittes von Final Flame, im Backstage-Raum nur noch ein Trommeln, trillern und Samba-Gröhlen zu hören war, daß einige Beteiligte halbnackt auf den Tischen tanzten, und alle Bands richtig in eine Art "Sambatrance" gefallen waren, haben wir wohl den Gurkendieben zu verdanken. Die Musik von Jörg Hunold (dr/voc), Andre Ernst (guit/voc), Ludger Bühlbecker (bs), Peter Matjan (guit/pipe), Mäd M. (keys) und Markus Wesselmann (voc/tromp.) fand an diesem Wochenende ein Menge Anhänger - und das beim ersten Gig! Die nachfolgenden "MAZURKAS" feat. Balkan Boy Olli hatten es sichtlich schwer dagegen anzukommen. Doch auch der melodiöse Punk von Florian Boettcher (guit/voc), Volker Winkel (bs/voc), Alex Steinberg (dr) und Jan Farke (guit) konnte gefallen. Beim letzten Stück kam dann noch Balkan Boy Olli auf die Bühne, was der Band letztendlich wohl den dritten Platz bescherte. (Einweg-Nebelmaschine).
Die letzten dieses Abends sollten dann "OBSCURITY" aus Unna sein, obskur wirkten sie allerdings kaum, eher einlullend und langweilig. Fünf begnadete Jünglinge trommelten, schraddelten und gröhlten. Ihr Dark-Core fand dementsprechend viele Anhänger. Die üblichen Texte und Verwurstelungen mit solch bösen Namen wie: Endless Pain, Penalty Of Judgement oder einfach nur Darkness. Dirk Paletta (voc), Jörg Hagemeier (bs/voc), Christopher Kinne (guit/voc), Tobias Krüger (dr) und Fabian Janecke (guit) gaben hoffentlich noch nicht ihr Bestes, denn es reichte der Jury nicht aus, um unter den begehrten ersten Vier zu landen. Danach war erstmal Pause bis zum Samstag Abend.
Zuerst gaben sich "TERRATOGENIUM" aus Holzwickede die Ehre. Doch Till Knoche (bs/voc), Stefan Fenser (guit), Jörg Hopfgarten (keys) und Sebastian Cramer (dr) hatten es nun wirklich nicht leicht vor fast leerem Haus, brachten aber ihren zum Teil deutschsprachigen Power-Pop sehr sauber und flüssig, in Songs wie "Ignorant" oder "Falling Star", rüber.
Den zweiten Platz haben sie sich hart verdient, gefielen mir persönlich eigentlich besser als die nachfolgenden "V.I.P." aus Hamm, die sich mit astreinem Crossover-Metal und Punk sehr am Puls der Zeit bewegten und auch nur sehr knapp vor Terratogenium den ersten Platz ergatterten (ein Tag im Studio - das Resultat wird dann natürlich in WILLI getestet). Jörg Eggensten (bs/voc), Dominik Petzelt (dr), Stefan Kallerhoff (guit/voc) und Marcus Krahbusch (guit) erlaubten sich keine Fehler und begeisterten die Jury indem sie "auf den Punkt" gespielt haben.
Die folgende Band "RADICAL CHANGE" traten offensichtlich fast schon das Erbe von Spunk an, für die meisten Besucher war's wohl eher Talentverschwendung. Doch weit gefehlt! Dazu ist die Performance von Robert Kandzorra (guit/voc), Adrian Burdasz (Guit/voc) und Dejan Nikolic (dr) einfach zu heftig. Mega-Trash-Metal in Reinkultur. Kandzorra krümmte und wälzte sich auf dem Boden, als wenn es das Letzte wäre, was er tun würde. Wenn man diese Brachialgewalten als moderne Kunst ansehen würde, hätte man sich wohl am ehesten damit anfreunden können.
Es war auf jeden Fall eine krasse Abwechslung, die "FINAL FLAME" aus Kamen noch zu steigern wußten. Mit Hard-Rock (ja, sowas gibt's wirklich noch, Hurra!) hatte man gedroht und Daniel Cornelius (guit), Adrian Hyuss (dr), Mark Pfeiffer (bs) und Christian Fink (voc) setzten es auch gnadenlos um. Es gibt jedenfalls einen Pluspunkt für den Mut, so etwas zu machen. Songs wie "Hand in Hand" oder "Streit" bestachen durch ihre unmöglichen Texte: Wir liegen beide auf dem Bett, ich bin geil und du bist fett. Eine schöne Abwechslung vom Punk und Crossover geplagten Abend. Zum Schluß, wo eigentlich die Siegerband noch einmal aufspielen sollte, wurde dann ordentlich gefeiert (ich sag nur, Samba)! Eigentlich egal, wer gewonnen hatte. Hauptsache Party! Selten war ein Wettbewerb so positiv, aber trotzdem gibt es für mich mal wieder Grund zum Nörgeln: Erstens sollte jeder Band ein Sound-Check zugestanden werden, soviel Zeit muß sein, zweitens sollten die Verantwortlichen das Publikum ein wenig mitentscheiden lassen, denn für wen ist die Musik bestimmt? Welche Band dann wohl gewonnen hätte? Samba Olé wünscht Euch apam.
Daß dieses nicht zu hochgegriffen ist weiß ich aus eigener Erfahrung, hatte ich doch diese Band das erste Mal letzten Dezember in der Lindenbrauerei, Unna erlebt. Damals war ich begeistert, denn ich konnte so richtig gut mittanzen. Am 2. November im Bahnhof Pelkum, es waren so ca. 70 Leute da, wurde ich erst einmal enttäuscht. "Johnny B." von den Hooters ist im Original ein sehr schönes Stück , klang aber hier wie schleimige Vanillesoße. "Smoke On The Water" war vom Gesang her auch total schwach. Claus Hoffmann (voc/keyb.) war schon mal überzeugender. Ewald Rohde (guit.) und Jürgen Fehring (voc/guit) waren nur stellenweise hörbar.
Allein der Drumer Paul Hoppe konnte durch seinen druckvollen und Exakten Sound überzeugen. Auch der Gastsaxophonist Achim Hoffmann gab sein Bestes, um dem Ganzen noch etwas mehr Power zu entlocken. Mit der Akustik in diesen Räumlichkeiten, haben so manche ihre Probleme, meistens aber klappt es mit dem Sound. Leider nicht an diesem Abend. Schade eigentlich, denn das Programm, das die Band draufhatte, war eigentlich eine gute Stimmungsmusik aus dem Rockbereich.
Nach der Pause, im zweiten Set, wurde der Sound etwas besser, das Publikum ging etwas mehr mit und es kam Stimmung auf. Nach ca. zwei Stunden Spielzeit wurde noch eine Zugabe gefordert. Die wurde gegeben mit einem langsamen Blues in "G", der besonders gut ankam: "Dancin' In The Dark" von Bruce Springsteen. Schade, daß an diesem Abend nicht mehr vom Können der Band rüberkam. -iff-
Die Show begann mit ,,Child´s Anthem", einem Instrumental, das war schon mal starker Tobak, die einfachsten Songs hatte sich die Band nicht ausgesucht. Aber mit einem Haufen guter Musiker und zwei hervorragenden Sängerinnen (Birgit Copony und Kathrin Mauller*) mit männlicher Unterstützung (Pattrick Pelzer) kann eigentlich nicht viel schiefgehen. Und so legte SOULD OUT auch einen Gig hin, der, wenn man auf diese Musik steht, nichts zu wünschen übrig ließ. Natürlich will ich auch meinen Lieblings-Posaunisten Martin Daughty nicht unerwähnt lassen, der wieder einige tolle Soli zum Besten gab.
Mit seiner Blas-Sektion (Lars Wockenfuß, Sax. und Uwe Altena, Tromp.) gehört er zu den großen Könnern. Mein Herausgeber hat mir nur 1000 Zeichen genehmigt, jetzt sind es schon 1740, daher kann ich nicht alle Namen der Musiker nennen.
Bitte verzeiht mir. Beim nächsten SOULD OUT-Gig sind die anderen dran. (Hh.)
*aus der handschriftlichen Besetzungsliste hab ich den Namen so herausgelesen . . .
Wie schon im letzten Jahr, veranstaltete die Kulturwerkstatt zusammen mit dem Kulturamt der Stadt Hamm ein Konzert im Rahmen der in Hamm stattfindenden ,,RockSie" - Workshops. Entschieden hat man sich auch in diesem Jahr für DIE BEAUTIES UND DAS BIEST.
1995 verhinderte die ZDF-Show ,,Wetten daß . . ?" mit Michael Jackson im Programm den Zuschauerzustrom, den die tolle Band aus Köln eigentlich verdient hätte. Und wie sollte es auch anders sein - in diesem Jahr stand ,,Wetten daß . . ?" auf dem Programm, mit Tina Turner als Zugpferd. Trotzdem konnten die BEAUTIES UND DAS BIEST die ca. 110 Zuschauer im Hoppe Garden begeistern.
Im grellen Outfit, man glaubt es kaum, wieviel verschiedene Farben es gibt, wirbelten die vier Frontfrauen über die Bühne, und brachten mit ihren Texten so manchen "echten" Mann zum Schweigen, mindestens aber in Verlegenheit. Ralf Weiße, Schlagzeuger der Band, einziger Mann in der Frauenrunde und mit Feinripp-Unterhemd und Goldkette als Biest weltweit bekannt, hielt zusammen mit Bassistin Muriel Leipert souverän den Sack Flöhe, wenigstens halbwegs, zusammen. Sie nahmen alles auf die Schippe, was es zwischen den Geschlechtern so gibt, sie nahmen nichts ernst, vor allem sich selbst nicht, und das war auch das Erfrischende an dieser Band, die übrigens auch musikalisch einiges zu bieten hatte.
In der Besetzung Gitarre, Sax/Sax, Keyboard, Bass und Schlagzeug, brachten die Kölner frische, knackige Rocksongs, die mit launigen Zwischentexten von Neuzugang Sängerin Katja Kutz und ihren Mitstreiterinnen, hauptsächlich gegen das arme Biest gerichtet, zu einer kurzweiligen Show verbunden wurden. Ein tolles Konzert. (Hh.)
Da war er wieder. SAMUEL EDDY, der sympathische Gitarrist, Sänger und Songschreiber von der Grünen Insel, war am Samstag, den 16. November mit seinen beiden Mitstreitern Gerald "Sully" O´Sullivan am Baß und Ger Farrell an den Drums, zum dritten Mal Gast im CORNER INN an der Roonstraße. Um 21.30 Uhr sollte die Show eigentlich beginnen, aber . . . nun ja, das kennt und akzeptiert man inzwischen. Norbert machte sich, wie jeder Veranstalter, erst einmal Sorgen, ob denn genügend Publikum seinen* Geldbeutel füllen würde, aber um 22.00 Uhr war das CORNER dann doch noch ganz gut besucht, und SAMUEL EDDY begann mit seinem Gig.
Sehr direkt, sehr kraftvoll, mit einem gutem, kompakten Sound, gemixt von Volker Helm (Illegal-PA). Die Musik von SAMUEL EDDY ist wie geschaffen für einen Club in der Größe des CORNER INN, man ist ganz dicht bei den Musikern, das schafft Stimmung. Die hielt sich zwar noch in Grenzen, aber was nicht ist, konnte ja noch werden.
Der ,,Summertime Blues" von Eddie Cochran wurde dann auch zu späterer Stunde zusammen mit dem Publikum gecovert, mit Hilfe des Genossen Alkohol fluppt plötzlich alles besser, wer kennt das nicht?** Der nächste Song wurde dann Von SAMUEL EDDY sogar der "Empty Bottle Bluesband" gewidmet, was dem anwesenden Schreiberling natürlich schmeichelte. Ein ,,Special Guest" griff dann gegen Ende noch zur Harp und begleitete die drei Musiker für ein oder zwei Songs, die ,,Nordseeküste" mußte auch noch dran glauben, Ihr wißt schon, ein irischer Traditional, und mit mehreren Zugaben wurde SAMUEL EDDY von der Bühne entlassen. Schließlich mußte er noch in der Nacht weiter zum nächsten Veranstaltungsort. Das ihm in Hamm zugesagte Hotel war plötzlich belegt . . . Ein schöner Abend war es wieder, guter Sound, gute Musik, auch wenn die Band manchmal ,,völlig aus der Uhr" war, (O-Ton Olaf B. und er hatte recht). Und wenn das Konzert mit JIMMY LEE am 23. 11. sich nicht genau mit dem STAN WEBB-Konzert in der Kulturwerkstatt überschneiden würde, (Schwachsinn) hätte ich es auch gern gesehen. (Hh.)
*???
**Ich, d. Herausgeber
Wo dürfen sich Menschen von 20 aufwärts, die ein halbwegs normales Musikverständnis haben, eigentlich noch ungestört aufhalten? In den Jugendzentren und auf Festivitäten à la Härte 10 wird man angestarrt wie ein Geist, oder die "Jugend" tuschelt was von "Modergeruch", der wohl von dem alten Mann dahinten kommt. Es gibt drei Fragen die ein "Jugendlicher" einem "alten Mann" stellt:
Aber zum Glück gibt es ja noch das Kulturrevier Radbod. Dort wird immer mal wieder innovative Musik aus allen Herren Länder vorgestellt. Am 16. November zum Beispiel waren ALWAYS ULTRA aus Reutlingen zu Gast. Die vier jungen Damen nennen ihren Stil "postromantischer violent popcore". Gewagt, gewagt! Beim näheren Hinhören entpuppte sich aber das Wortgemetzel als Punk/Metal/ Hardrock-Gemisch. So hätte man es noch vor zehn Jahren genannt. Eine Ballade zum Schunkeln und Feuerzeug verschwenden durfte natürlich auch nicht fehlen, kam aber doch nicht so an bei den ca. 30 Leutchen. Auf jeden Fall fühlte sich keiner dazu berufen, sein Feuerzeugbenzin zu verschwenden.
Die Sängerin sah zwar so aus, als hätte sie sich gerade mit irgend etwas zugedröhnt, vielleicht hat sie aber auch nur 'ne schlechte Kosmetikerin. Musikalisch gesehen war der Stoff von ALWAYS ULTRA zwar nicht das, was man abwechslungsreich nennt, hat mir persönlich aber gut gefallen. Als ich mich dann schließlich beim Magic Touch-Sänger Markus "Bon Jovi" Grewe nach dem Können der Reutlinger mit einem kurzen "und?" erkundigen wollte, kam nur: "Ja, die Schlagzeugerin ist ganz süß". "Nein, ich meine eigentlich die Musik!" "Na ja, geht so." Noch Fragen? Soviel also zu männlichen Groupies. Aber wer mal was anderes hören möchte, sollte nicht davor zurückschrecken ins Kulturrevier zu fahren. Das Bier ist billig, die Räume sind beheizt, und es kommen nicht so viele Durchschnittsalterzerstörer. WILLI bleibt auf jeden Fall am Ball.
apam
Booaah ey, das war mal wieder was. Das Highlight des Jahres, der krönende Abschluß der Kulturwerkstatt-Konzerte des Jahres 1996. STAN WEBB´s CHICKEN SHACK, eine lebende Legende des Blues, hat Halt gemacht in Hamm im Hoppe Garden der Kulturwerkstatt. Die Band mit ihrem charismatischen Frontmann ist auf einer fast 50tägigen Tour durch Europa, und 170 Zuschauer haben die vier Engländer in der Oberonstraße begeistert begrüßt und gefeiert. Während die technische Anlage bereits am Nachmittag aufgebaut wurde, kamen die vier Musiker gegen 20.00 Uhr in die Garderobe, wo das Catering schon sehnsüchtig auf sie wartete. Markus Gygax, Agent, Tourbegleiter und Mutter der Band fragte schon vor Wochen, ob es wieder das berühmte Hoppe Garden-Catering geben würde. Ohne Scherz, es ist inzwischen bei den Musikern von Luther Allison über Tom Principato bis Spencer Davis beliebt und unvergessen. Kompliment an die Köche. Eigentlich hatten wir geplant, ein richtiges Interview mit der Band zu machen, aber die Stimmung war vor und vor allem nach der Show so gelöst, daß wir uns dieses Frage - Antwort - Spielchen sparen wollten, und uns lieber ganz ungezwungen unterhalten haben. Einiges davon ist sogar noch hängengeblieben. Stan Webb gilt als schwierig, als exzentrisch und übelgelaunt. Wie er zu diesem Image gekommen ist, ist mir ein Rätsel. In Wahrheit ist er ein netter, liebenswerter und charmanter Mann, der, trotz seines rustikalen Aussehens bei der Damenwelt einen Stein im Brett zu haben scheint. Und daß er Autogramme amerikanischer Schauspieler und Teppiche sammelt, überrascht schon etwas. ,,Im Moment läßt er die Wodka-Flasche immer öfters links liegen", so Markus Gygax, ,,manchmal trinkt er sogar überhaupt nichts. Dann verlangt er allerdings von der Band das Gleiche." Darauf angesprochen erwiderte Bassist James Morgan: "Das stimmt nicht, wenn das so wäre, könnten wir gar nicht spielen. Wir fragten James, ob die Band von der Musik leben kann.
J.M.: ,,Oh ja, wenn wir in Europa, besonders in Deutschland unterwegs sind, geht das sehr gut. Wir haben kaum Kosten, denn Hotel, Essen und Trinken, alles wird für uns bereitgestellt. Das ist sehr angenehm. In England allerdings würden wir wohl verhungern. Dort müssen wir sogar auf unseren Konzerten die Getränke selbst bezahlen. Und wir bekommen auch nur ein paar Pfund als Gage, es gibt einfach zu viele Bands."
WILLI: Was macht Ihr denn, wenn Ihr nicht auf Tour seid?
J.M.: Ich produziere andere Bands und mache viele Studioproduktionen.
Bev Smith (Drums): Ich bin zum Beispiel mit Robert Plant (Led Zeppelin) auf Club-Tour in GB. Und Stan arbeitet hin und wieder noch mit ,,Savoy Brown" wenn er nicht gerade Freddy King, Django Reinhardt oder Frank Sinatra-Platten hört."
Nach der Show habe ich im Corner Inn noch mit Gitarrist Gary Davis gesprochen, aber, sorry, davon ist nichts hängengeblieben. Ich hatte mir zwar extra ein Diktiergerät geborgt, aber mit leerer Batterie . . . Ja, und dann das Konzert. Was soll ich schreiben, es war einfach Klasse. Stan Webb und seine Musiker waren in Höchstform. ,,The thrill is gone", "I´d rather go blind" und natürlich der Klassiker ,,Poor Boy" beeindruckten , neben unzähligen anderen Blues-Bonbons durch Gefühl, Kraft und Virtuosität der Band. Und der Sound, gemixt von Achim Matzka, war super. Markus Gygax und die übrigen Tourbegleiter standen am Bühnenrand und mußten selbst staunen, über das, was sie zu hören bekamen. "Das ist bisher das beste Konzert dieser Tour," meinte Markus, "gestern waren wir in Oberhausen vor 400 Zuschauern, und es war toll, aber heute ist er in Höchstform." Und das Hammer Publikum war es auch... (Hh)