Kunst

Paul Klee -

Reisen in den Süden

Ausstellung im Gustav-Lübcke-Museumvom 16.1. - 13.4.1997

Paul Klee wurde am 18. Dezember 1879 als Sohn einer Schweizerin und eines deutschen Musiklehrers im schweizerischen Münchenbuchsee geboren. Er starb 60jährig in Locarno-Muralto. Nach seiner Schulzeit in Bern verwirkliche er seinen schon früh gefaßten Berufswunsch Maler zu werden und ging zum Studium von 1898 - 1901 an die Kunstakademie in München in die Klasse von Franz von Stuck. Im Anschluß daran führte ihn eine einjährige Studienreise zum ersten Mal nach Italien, wo er sich hauptsächlich in Rom aufhielt und seine Vorliebe für die südlichen Länder entdeckte. Danach siedelte er nach einem Aufenthalt in Bern wieder nach München über, wo er mit Kubin, Kandinsky, Marc und Macke befreundet war. 1912 empfing er in Paris besonders von Picasso und Robert Delauney wichtige Anregungen. 1914 war er mit August Macke und Louis Moilliet in Tunesien, eine immens wichtige Station in seinem künstlerischen Schaffen. 1920 wurde er als Lehrer an das Staatliche Bauhaus zu Weimar berufen, das 1925 nach Dessau übersiedelte. Zur Jahreswende 1928/29 erfüllte er sich einen langgehegten Wunsch und reiste nach Ägypten. Inwieweit diese Reise sein Schaffen beeinflußte, wird in der Ausstellung schwerpunktmäßig beleuchtet. 1931 - 33 wirkte er als Akademie-Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf. 1933 fühlte er sich durch die Politik mehr und mehr in seinem künstlerischen Schaffen eingeschränkt - in der Tat wurden 1937 in Deutschland 102 seiner Werke als "entartet" beschlagnahmt - und siedelte nach Bern über. Sein größter Wunsch war die Erlangung der schweizerischen Staatsbürgerschaft, was ihm allerdings nicht mehr vergönnt war, vorher ereilte ihn der Tod.

Die Ausstellung in Gustav-Lübcke-Museum versucht zum ersten Mal, Paul Klees zahlreiche Reisen in den Süden umfassend darzustellen und ihrer Wirkung auf seine künstlerische Arbeit nachzugehen. Einen Schwerpunkt bildet die Reise nach Ägypten, mit der auch ein Bezug zu den Sammlungen des Museums gegeben ist. Die Begegnung mit der Nillandschaft und der ägyptischen Kultur gewann für Klees Vorstellung eine Bedeutung, die an Intensität nur mit dem Erlebnis der Tunisreise vergleichbar ist. Die Assoziation zur ägyptischen Landschaft ist sowohl im formalen als auch im farblichen Aufbau der Kompositionen nachvollziehbar. Selbst in Kompositionen aus dem Spätwerk (vor allen 1937) klingen noch Erinnerungen an die Ägyptenreise an.

Klees Auseinandersetzung mit der Natur blieb immer Voraussetzung für sein künstlerisches Schaffen. Dabei sind seine Reisen besonders wichtig, auf denen auch Arbeiten direkt nach der Natur entstanden.