Literatur

DAMENWAHL

von Margret Holota
-Buchhandlung Akzente-

Nach "Mallorys Orakel" ist nun der zweite Titel von C. O'Connell erschienen. Wer sich noch an meine Begeisterung für das Erstlingswerk erinnern kann, wird verstehen, daß ich mich sofort an die Lektüre des neuen Krimis machte. Mallory, die verwegene New Yorker Polizistin und Computerspezialistin ohne Skrupel, die sich als Hackerin ihre Informationen aus sämtlichen EDV - Anlagen holt, wird mit einer toten Frau konfrontiert, die ihr selbst zum Verwechseln ähnlich sieht. Obwohl vom Dienst suspendiert, übernimmt Mallory die Ermittlungen und hat bald drei Verdächtige in einem vornehmen Mietshaus am Central Park ausgemacht. Durch Provokation (natürlich über PC) versucht sie, den Täter aus der Deckung zu locken.

Über den Plot des Krimis hinaus hat mich wieder einmal die Figur der Mallory fasziniert: als Kind von der Straße in die Familie eines Polizisten aufgenommen, lebt und denkt sie unkonventionell; ; Vorgesetzte und Freunde sind ihr hoffnungslos verfallen, da sie ihnen keine andere Wahl läßt. Im Gegensatz zum ersten Buch, das eher durch seine mystischen Anteile bestach, entbehrt das neue nicht der Komik - besonders in den Dialogen und auch in der Wiedergabe der Gedanken von Mallorys Kollegen, wenn sie wieder einmal gegen jede Logik handelt und die anderen nichts tun können außer ihr blind zu folgen. Ohne Klischees, auf jeder Seite spannend, voller überraschender Wendungen, ist dies endlich wieder ein Buch, das ich uneingeschränkt zum Lesen für kalte Winterabende empfehle.

Carol O'Connell: Der Mann, der die Frauen belog; Knaus 1997; 42,80 DM