Rückblick

„HAMMER-Spitze"

KING FRITTE wieder da Diesmal sogar mit Mayonaise - besser denn je

Da waren sie also wieder, die FRITTEN-KÖNIGE. Nach fünf „gesunden" Jahren (Fritten machen dick, ich weiß das) standen die Hammer Jungs zum ersten Mal wieder auf einer Bühne. Am 7. Februar spielte KING FRITTE im Hoppe Garden der Kulturwerkstatt vor einem 260köpfigen Publikum. Das war natürlich ein Hammer, das war sogar die ,,Hammer Spitze". Und die 260 Zuschauer wurden nicht enttäuscht, denn die Band konnte sich auch mit den beiden „Neuen" Marc Klemme (Git./sehr gut) und Michael Wittenborg (Baß) hören lassen und mußte keinen Vergleich mit namhafteren Deutschrock-Bands (welch ein Wort) scheuen.
Günter Thomas, Gesang und Gitarre, ist als Frontmann unbezahlbar für die Band, denn immer wieder hatte er mit seinen launigen Zwischentexten und natürlich mit den witzigen und originellen Songtexten die Lacher auf seiner Seite. Leider fehlt ihm in der „Normalbesetzung" sein ehemaliger Kumpan Andreas „Tigermann" Tiggemann, mit dem er sich die herrlichsten Wortgefechte liefern kann, und der, extra für diesen Auftritt, aus dem Bayerischen Niemandsland angereist war. Auch ein zweiter „alter" Frittenking war an diesem Abend mit dabei. Ex-Gitarrist Martin Jäger stand für ein paar Songs an „Tigge´s" Seite und ließ, hauptsächlich für die Musiker selbst, Wehmut ob der alten Zeiten aufkommen. Aber nun genug des Gesülzes. KING FRITTE ist eine sehr gute Band, besser als noch vor fünf Jahren, finde ich. Vielleicht aber auch, weil der Sound von der Achim Matzka PA wieder einmal hervorragend gewesen ist. Und Martin Neuschröer an den Drums sowie Detlef Frittgen am Keyboard sollten keinesfalls unerwähnt bleiben, denn beide lieferten souverän die nötige Grundlage für den kraftvollen und kompakten Sound der Band. Das Comeback der Könige der Imbißstuben ist gelungen, und wir freuen uns auf mehr. (Hh.)


Konzert zum Valentinstag:

CALVIN JACKSON & THE BELGIANAIRS

Tja, ich weiß nicht so recht . . .

Ich hatte mich richtig gefreut, auf den Auftritt des schwarzen Bluesmusikers CALVIN JACKSON am 14. Februar, am Valentinstag. Ich war guter Dinge und bereit für Funky-Blues´n Gospel, direkt aus dem Herzen des Mississippi-Delta. Um 21.45 Uhr betrat zunächst die Band THE BELGIANAIRS die Hoppe Garden-Bühne und eröffnete mit einem Instrumental den Abend, getragen von der Gitarre des eigentlich hervorragenden Gitarristen Denis Helewaert und der Harp des ohne Zweifel überragenden Ludo Beckers.
Dann betrat Calvin Jackson die Bühne, beeindruckend groß und pechschwarz. Und pechschwarz war auch seine Stimme und seine Musik. Muddy Water´s „Hoochie Coochie Man" wurde von ihm beeindruckend interpretiert, und der nachfolgende knackige Funky-Blues lies Freude aufkommen und auf mehr hoffen. Doch irgendwie wollte es heute nicht so laufen. Ich weiß nicht, warum. Die Band war wirklich gut. Ich habe sie schon beim Soundcheck gehört, da waren die Musiker sogar echt Klasse. Aber beim Konzert . . . ich weiß nicht. Das Bass-Solo von Jan Meyers war toll, der Drummer Ronald de Ridder exakt, der Keyboarder Marc Vets solide, trotzdem - alles war nur mit gebremstem Schaum gespielt und die rechte Stimmung wollte weder beim Publikum noch bei der Band aufkommen.
Leider machte die Band, trotz Abraten des Veranstalters, eine Pause. Das ist in so einer Situation tödlich. Das 100köpfige Publikum ist zwar, bis auf einige Ausnahmen, geblieben, aber auch der zweite Set konnte nichts mehr ´rausreißen. Calvin Jacksons Gesangsvermögen konnte ich eigentlich nicht so richtig einschätzen. Zu verhalten hat er gesungen, er hat nichts wirklich ´rausgelassen. Manchmal hatte ich den Eindruck, der kann gar nicht singen, oder er hatte den Text vergessen. Bedröhnt war er nicht, das hätte ich in der Garderobe gerochen. Immer, wenn es funkig wurde, bekam das Konzert plötzlich etwas mehr Pfiff, aber leider war das zu selten der Fall. Na gut, es können nicht immer Super-Bands sein, die in der Kulturwerkstatt auftreten. Aber schön wär´s doch. (Hh.)


Saxophon Mafia im Museum

Für den 19.02.97 war im Forum des Hammer Museums die Kölner Saxophon - Mafia angekündigt und erstaunlich viele Jazz - und Rockfans kamen.
Angehende Jungsaxophonisten im Alter von 10 Jahren waren ebenso im Publikum anzutreffen, wie die gestandenen, etwas älteren Jazzfans. Wollie Kaiser, Steffen Schorn, Gerhard Veeck, Joachim Ulrich und Roger Hanschel starteten mit „Deserting Love Affair". Trotz der recht eigenwilligen Interpretationen verstanden die Vollblutmusiker die Kompositionen mit Spaß und Laune rüberzubringen. Wollie Kaiser am Baßsaxophon und Steffen Schorn am Baritonsaxophon sorgten mit ihren schrillen Alleingängen für absolute Konzentration im Publikum.
Aufhorchen ließ auch der Song „ Für Astrid" (alles Eigenkompositionen), der den groovenden Teppich für die anderen Musiker auslegte. Interessant waren in einzelnen Parts die Dialoge der Instrumente, die in vielen rhythmischen Figuren , die in erkennbaren Schemen wiederkehrten, extreme Klangfarben entwickelten.
Nach der Pause ging es im immer noch vollbesetzten Forum weiter mit der Sängerin Anne Haigis. Sie überzeugte spontan mit ihrer Stimme und hatte sich vom Repertoire her, den Rolling Stones verpflichtet. Besonders im Stück „Ruby Tuesday" traf sie genau den Ton, der von den Stones gemeint war. Weiter ging es über „Honkey Tonk women", „let`s spend the night together", dem Ende zu.
Besonders hervorzuheben ist hier noch der Altsaxophonist Roger Hanschel, der einen so schönen, glasklaren Sound spielte, das einem die Gänsehaut über den Rücken lief. Nach gut zwei Stunden verließen die Musiker die Bühne und nach „standing ovationen" gab es mit „Jumping Jack Flash" und „Angie" zwei Zugaben vom Feinsten.
Es war ein erlebnisreicher Abend mit einem begeisterten Publikum. Ein derart glückliches Händchen bei der Auswahl der Künstler wünsche ich den Veranstaltern des Öfteren. (iff)


Andy Yorke und seine Gitarre

Ich durfte mal wieder ins O’Caseys, um mir einen Mann mit Gitarre anzuschauen. Soll es da ja öfter geben, trug man mir zu. Andy Yorke war an diesem Donnerstagabend angesagt, und die Kneipe war fast nicht gut besucht. Wohlmöglich lag es an dem Schild, das an der Tür prangend angesägt war. Ich muß es wohl etliche Male übersehen haben, denn es sitzt schon länger dort, wie mir die Eingeborenen berichteten.
Ab 20.00 Uhr darf man unter 20 nicht mehr rein! Ist die Jugend mit Fitty’s denn noch nicht genug bestraft worden? Nicht, daß ich das negativ finden würde, aber man war ja selber mal jung, und überhaupt. Andy Yorke aber ließ sich davon überhaupt nicht beirren, er war ja auch alt genug. Gegen 21.30 Uhr packte er seine Gitarre und begann weniger irisch, was man ja erwartet hätte. Mehr rockig eher, sofern das mit ‘ner Akustik-Klampfe und ‘ner rauhen Stimme funktioniert. Oasis „Wonderwall" oder auch das schon von Ritchie Havens besungene „Freedom" wurden von mir positiv begrüßt.
Zwischendurch sangen auch noch irgendwelche Kumpels mit, die irgendwie englisch oder irisch oder wasweißich was waren. Und angetrunken dazu, man kennt das ja. Heftig gestikulierend forderten sie endlich einen irischen Song, Mr. Yorke kompromisstierte, spielte einen, von einem Schotten geschriebenes, irisches Lied, das sich in meinen Ohren „Very British" anhörte. Man kann das ja heutzutage überhaupt nicht mehr unterscheiden. Also eigentlich willkommene Abwechslung, halt was zum sitzen und rumtrinken. Ich hätte noch Jahre dort sitzen können, aber die öffentlichen Verkehrsmittel lassen das ja nicht zu. So verbleibe ich im Gedanken an einen netten Mann mit einer einsamen Gitarre, irgendwo in Hamm. (APAM)