Die Gruppe "Sonoc de las Tunas", bestehend aus Julio Carballosa (Percusion), Manuel Larramendy (Congas), Edilberto Agüero (Gesang u. Bongos), Eisbel Nargas (Gitarra-Tres), Ernesto Rodriguez (Gesang) und Gilberto Portilla (Kontrabaß), kommt aus der gleichnamigen Provinzhauptstadt, die in der Region Oriente, im Südwesten Cuba`s liegt. Die Gruppe besteht seit 1993 und ist zum dritten Mal auf Europatournee.
Mit knapp 50 Besuchern begann das Konzert im, zunächst winzig erscheinenden, Konzertraum der VHS. Mit dem "son de la loma" startete das lebendige Vokaltrio und konnte bereits nach den ersten Takten die geradezu sprichwörtliche cubanische Lebensfreude rüberbringen.
Spätestens beim dritten Vortrag, "mi cuidad" von José Velazquez, hatte selbst der konservativste Konzertbesucher seine Beine nicht mehr unter Kontrolle. Dieser melodische Merengue wurde mitten im Vortag vom Applaus der begeisterten Zuhörer unterbrochen.
Mit dem Klassiker "Negra Tomasa" ging es weiter und der eingefleischte Cubafan konnte das Zuckerrohr geradezu riechen. An der Percusion und den Congas orientierte sich das, nun singende, Publikum, das von Edilberto melodisch geführt wurde.
Die Eigenkomposition "siente me" von Eisbel Nargas begann mit einem a capella - Start und führte durch gekonnte Tempiwechsel immer wieder zum cubanischen Urrhytmus, der Rumba.
Mit der wunderschönen Ballade "Jolanda" von Pablo Milanes, wurde selbst dem Cubafreak eine weiter, interessante Möglichkeit der Interpretation vorgestellt.
Das Lied "Manicero" zeichnete sich auch hier wieder durch seine Lebendigkeit und das perfekte Zusammenspiel von Percussion, Gesang, Tres und Kontrabaß aus.
Raum ist in der kleinsten Hütte, und so ging die "fiesta cubana" nach der Pause direkt weiter.
Bis auf wenige Ausnahmen war hier wirklich jeder tanzend auf den Beinen. Die sympathische Animation von Edliberto verfehlte auch diesmal ihre Wirkung nicht.
Rumba, Cha-Cha-Cha, Son, Salsa, Merengue und eine Lebensfreude, die ich bei den Hammensern in dieser Form noch nicht gesehen habe, waren das Gebot der Stunde, in der auch afro-cubanische Elemente in den Darbietungen nicht fehlten. Ohne Vorbehalt konnte hier jeder nach Herzenslust tanzen, wie es sonst nur unter guten Freunden oder bei cubanischen Straßenfeten möglich ist.
Nach der ersten Zugabe, einer Interpretation von Gloria Estefan`s "Ayer", die mir persönlich noch besser als das Original gefiel, folgte eine Zweite und leider auch schon Letzte.
Mit "Guantanamera", der heimlichen Nationalhymne Cubas, wurde dieser, wirklich bemerkenswerte, Abend musikalisch beendet.
Überflüssig zu sagen, daß die Halle ausverkauft war, ist doch Reiner Kröhnert mit seinem schier unerschöpflichen mimischen Fundus lebender und bereits verstorbener Politiker ein Highlight am deutschen Kabarettistenhimmel. Dabei braucht er keine Verkleidungen, um die verschiedenen Charaktäre seiner "Opfer" darzustellen, allein durch seine Mimik läßt er Volker Rühe, Roman Herzog, mit seinem dümmlich-Bayerischen Gewimmere, Stoltenberg, Erich Honnecker (mein Liebling) und viele andere lustige Gesellen der Zeitgeschichte Dinge sagen, die sie im wirklichen Leben durchaus auch gesagt haben könnten. Als Honnecker starb, war ich traurig, nein, nicht falsch zu verstehen! Ich dachte, schade, jetzt kann Kröhnert mir nicht mehr den Erich machen. Doch gefehlt, er kann, und er tut. Gottseidank. Ein wunderbarer Abend. (Hh.)
WILLI: Herr Kröhnert, was ist die Aussage in Ihren Parodien, sollen sie eine Aussage haben?
R.K.: Ach Gott, Aussage, natürlich, schon. Aber für mich ist der schauspielerische Aspekt wichtiger. Hierhinein lege ich meine ganze Ausdruckskraft. Sehen Sie sich mal in meinem aktuellen Programm den Schäuble an.
WILLI: Im nächsten Jahr haben wir das "Schicksalswahljahr". Reagieren Sie darauf?
R.K.: Ja natürlich. Düstere Schatten werden von künftigen Schreckensszenarien unbarmherzig vorausgeworfen. Wahlvolk und Kanzler stellen gemeinsam bange Fragen in den Raum. Was rollt da wohl auf uns alle zu? Schäuble etwa? Nun, daher beschäftige ich mich schon jetzt ausführlich mit dem.
WILLI: Wann haben Sie angefangen?
R.K.: Nun, alles begann mit meiner Geburt, 1958 in Schriesheim an der Bergstraße. Im Kindergarten war ich nur drei Tage, da ich ständig stiften ging. Aber im Ernst, 1977 ging ich zur Schauspielschule, habe meine Ausbildung aber 1978 bereits wieder abgebrochen, da ich den entschiedenen Drang zur Kabarettbühne verspürte. Beim SDR-Fernsehen habe ich dann mit dem großen Peter Frankenfeld arbeiten dürfen. 1980 kam ich dann zu Dieter Hallervordens "Wühlmäuse". Dann gingīs los, immer mehr Fernsehauftritte, bis ich 1987 mein erstes Solo-Programm "Wer ist eigentlich der Beste?" auf die Bühne brachte. Die "Affäre Huhn" ist jetzt mein 3. Solo-Programm.
WILLI: Und das hat mir sehr gut gefallen. Herzlichen Dank, Reiner Kröhnert, und weiterhin recht viel Erfolg.
Eine etwas bessere Verteilung scheint hier ja nicht möglich zu sein. Wie wäre es mit einem vierteljährlichem Treffen der handvoll Wirte, die überhaupt noch Live-Musik anbieten, um die Termine zu entzerren, damit die Leute nicht nur an ein oder zwei Tagen im Monat die Qual der Wahl haben, sondern auch an anderen Tagen Live-Musik genießen können. Es kamen etwa 100 Zuschauer in den Bahnhof. Sie haben es nicht bereut. Mit ihren Songs der 70er Jahre brachte die Truppe den Bahnhof schnell in Stimmung. Die Stücke von Bands wie Supertramp, Gary Moore, Dire Straits oder Toto haben ja auch einen ziemlich hohen Wiedererkennungswert.
Nach fast vier Stunden und drei Zugabeblöcken war die siebenköpfige Truppe mit "Milchbubi" Roger am Schlagzeug, Michael (Sax und Gesang), Gerti (trotz Bronchitis)-Gesang, Anna (nordisch-kühl)- Gesang, Gert (schweißgebadet)- Baß, Horst (er kann lachen)- Keyboard, Detlef (Supertramp-Fetischist)-guit. und Überraschungsgast Jay (sichtlich geschafft).
Diesmal mußte der Wirt sogar, zweimal stürmisch gefordert, seinen nicht vorhandene Gesangstalente darbieten. Ulli laß es!
Spaß hatten an diesem Abend alle - die Zuschauer und auch die Band auf der Bühne. Was wollen wir mehr? (U.Fernet)
"Klezmer" ist die traditionelle jiddische Volksmusik, die ursprünglich aus Osteuropa kommend aus allen Quellen europäischer, orientalischer und amerikanischer Musik schöpft.
Ihr Hauptinstrument, die Klarinette, ist dem biblischen Instrument, dem "Ramshorn" am ähnlichsten und erhebt seine Stimme zum Lobe des Herrn.
Der Maestro, der Meister der Klarinette ist G. Feidmann. Dem Publikum präsentiert sich ein freundlicher älterer Herr, der auf selten erlebte Art charmant, witzig, ja liebevoll mit seinem Publikum umgeht.
Mit leiser Stimme (man "muß" zuhören!) erklärt er die Seele seiner Musik, erklärte die Bedeutung der Stille für das Wesen der Musik.
Und die Klarinette - sie faucht in der Tat, und sie flüstert.
Ein "Ave Maria" von Schubert wird gehaucht dargebracht, und ein andächtig lauschendes Publikum mit einem tempramentvollen "Mi Ha`isch" und "Somebody loves me" von Gerschwin zurück in die Wirklichkeit geholt. Überhaupt ist Feidmann durchaus von dieser Welt. Sein Gitarrist Joseph Basar wird nach einer Meisterleistung an der Konzertgitarre als "34 years old, single!, und from a good family vorgestellt. Der andere Begleiter, der Kontrabass-Virtuose Anthony Falanga ist leider " married with his instrument".
Und als das letzte Stück angesagt wird, das Publikum andächtig, wirklich andächtig mitsummt, leise mitsummt, bitte Giora Feidmann nicht zu klatschen, denn "die Melodie ist die Seele der Musik, und das Klatschen ist nicht gut für die Melodie." Die Melodie soll man im Herzen behalten. Das Publikum tutīs und summt noch beim Hinausgehen. - Manfred Tippach -
Doch was machen die, was ist an denen so besonders?
Richtig: Die hören keine Techno-Musik sondern Rock, trinken nicht Weizenbier mit Bananensaft sondern richtiges Bier und wichtiger noch - sie dürfen abends länger raus !
Das Bild im Bootshaus also wie folgt:
Gegen 23 Uhr füllt sich der Laden allmählich. Seltsamerweise sind es zumindest Männer, zu gut 80 Prozent. Die Mädels dürfen also freitags nicht raus, auch wenn sie über 21 sind ? Aber die Jungs dürfen Bier trinken und danach im Takt zu "Depeche Mode" mitklatschen. Das kann dann schon nerven.
Gut aufgenommen wird aber offensichtlich die Musik, die locker entspannte Atmosphäre und: Es darf getanzt werden und es wird getanzt! Ein Angebot, mit dem das Bootshaus eine Lücke füllt. "Rock-Disco" nannte man das früher, als man auch noch "progressive" Musik sagte. Wenn hier endlich einmal eine Linie konsequent verfolgt wird, kann sich das Bootshaus zu einem Insider-Tip entwickeln, wie es früher das legendäre "Rockpoint" in Unna oder das "Painthouse" in Dortmund-Husen war.
Anwesend an diesem Abend waren denn auch Sven ("der Schwede"), Bea (Ex-Corner Inn), sowie Alex Wolfram (Ex-B-Flats).
Bea plant eine größere Party in den Zentralhallen (19.4.) und Alex eine neue Band (mit Akkordeon!).
Nur Sven und ich vermissten etwas - leider gibt`s im Moment im Bootshaus kein Guinness!
Aber solange die Lippe nicht umgeleitet wird, kann ich damit leben und gehe am 04.04. um 22 Uhr zur nächsten Ü 21 - Party ins Bootshaus (mt)