Rückblick

10. Hammer City Fest:

Wetter gut - Stimmung gut - alles gut (?)

Tausende zog es in die City

Da haben sie aber Glück gehabt, die Veranstalter des 10. Hammer City-Festes, allen voran Frau Wilms. Denn das Wetter hat sich diesmal von seiner besten Seite gezeigt. Bei Dauerregen und Kälte kann schließlich das beste Programm keine Besucher hinter dem Ofen hervorlocken. Bei dem diesjährigen Bilderbuchwetter jedoch strömten die Zuschauer nur so herbei. Das Gesamt-Programmangebot konnte sich auch sehen lassen, es war vielfältig und bunt, obwohl man bei der Auswahl der Bands wieder mal ein Wenig mehr Einfallsreichtum hätte beweisen können. Es gibt so viele gute Country-Bands, warum muß es denn immer die (recht gute) „Nashville Music Company" sein? Oder, hatten die Veranstalter von „Sir James and the Bones" nicht vom letzten Jahr noch die Schnauze voll? Und „Die Zwillinge und die Blechgäng" könnten auch schon ihren zweiten Wohnsitz nach Hamm verlegen. Ich versteh´s nicht, aber muß ich wohl auch nicht.

Am Freitagabend traf ich mich mit einigen Freunden und WILLI-Gegnern vor der Pauluskirche, am Bierstand des „Bierkontors", direkt seitlich vor der Bühne. Der Getränkenachschub lief perfekt, ohne Wartezeiten, das hebt schon mal die Stimmung und den Umsatz. Pluspunkt! Auf der Bühne bemühten sich „Kenneth King & Party Plus", eine „Disco-Soul-Hit-Band" aus Werl. Die standen mit wer-weiß-nicht-wieviel Leuten/innen auf den Brettern und spielten Hits. Das klang alles sehr synthetisch, sehr keyboardlastig, sehr elektronisch. Wäre da nicht der teilweise grauenhaft schiefe Gesang gewesen, man könnte auf Vollplayback tippen. In der Mitte der Bühne tanzte ein ca. 12jähriges farbiges Mädchen, nur so, als Püppchen. Ganz gut, Kenneth King selbst (abgewichst professionell) und die ebenfalls farbige Sängerin. Nachdem sich die Band dann an Bob Marleys „No Woman No Cry" verging, hab ich nicht mehr zugehört. Den Zuschauern gefiel´s trotzdem . . . Wir sind dann in´s BIG BEN gefahren. (Siehe Kneipentest) Am nächsten Vormittag bin ich zeitig aus den Federn gekommen und bin etwas über die Fußgängerzone gebummelt. Denn schließlich will man ja auch die anderen Seiten des City-Festes kennenlernen. In Höhe von Horten war eigentlich gar nichts los, abgesehen von einem der 30 Drehorgelspielern. Etwas weiter östlich kamen die ersten Handwerker-Stände. Und Drehorgelspieler. Dann das Hollanddorf, mit einer Spinnerin, einem Ungetüm von Messerschleifmaschine (oder?), natürlich Bonbon-Buden, Grillstände, sehr originelle Getränkebuden, alles sehr abwechslungsreich und originell. Und Drehorgelspieler. Vor Mc Donalds spielte das Blasorchester der Musikschule ein sehr interessant arrangiertes Medley, umringt von einer Zuschauermenge und mir. Weiter ging meine Wanderung in Richtung Pauluskirche, vorbei an (schluck) Imbißständen, Verkaufsbuden, Drehorgelspielern bis zum Zelt der „Wielandstuben". Und wenn ich in der Woche nicht schon mal gegessen hätte, dort wäre ich eingekehrt. Aber ich wollte zur Hauptbühne, denn dort hörte ich etwas. Oben auf der Bühne standen, von Achim Matzkas PA übertragen, 5 Drehorgelspieler . . .Abends um 18.00 Uhr trafen wir uns wieder am „Bierkontor-Stand" Dort spielten gerade „Die Zwillinge und die Blechgäng". Wenn ich von wenig Einfallsreichtum der Veranstalter rede, heißt das nicht, daß die Bands schlecht sind, jedenfalls nicht die „Zwillinge". Ganz im Gegenteil. Tolle Musik, originelle und witzige Texte, gute Musiker und vor allem gutes Entertainment zeichnen diese Münsteraner Band aus. Leider konnten wie sie nur 20 Minuten erleben, dann war ihr Gig beendet, der auch noch durch das gnadenlose Gebimmel der Kirche unterbrochen wurde. Der nachfolgende Auftritt von „Sir James and the Bones", die wieder in einem Rundumschlag alle guten Komponisten der Rockgeschichte besudelten, wurde lediglich mit einem lustigen Zusammentreffen meiner lieben Sabine mit einem ehemaligen flüchtigen Bekannten aufgeheitert. Nach John Lennon's „Imagine" mußten wir gehen, sonst...Fazit: Das diesjährige City-Fest hat mir gefallen. Interessante, herausragende Bands erwarte ich ohnehin nicht mehr. Absoluter Minuspunkt!!! - die Toiletten! Wer mal muß, ist „angeschissen". Es ist eine absolute Zumutung, daß man lediglich auf die „Notdurftunterkunft" am Santa-Monica-Platz

zurückgreifen kann. Warum die Hütte noch nicht wegsaniert worden ist, bleibt mir ein Rätsel. Wer die früheren Bahnhofstoiletten noch heil überstanden hat, hier kann man sich den Rest

holen.

BLUES MAFIA in „Rote Erde"

Wir sind dann übrigens weitergezogen ins Vereinsheim „Rote Erde". Die „Blues Mafia" war dort zu Gast. Vor leider viel zu wenig Zuschauern lieferte die Band einen Gig ab, der sich sehen/hören lassen konnte. Ein gut gemixtes Programm aus Blues-Klassikern und eigenen Blues-Songs, Country- und jazzig angehaucht, mit einem Wahnsinns-Gitarristen und natürlich mit Gerd Gorke, Gesang und Harp. Leider ließen die Veranstalter die Band den ganzen Auftritt über im Dunkeln stehen, einzig der Drummer, lässig mit Zigarette im Mundwinkel hatte einen Spot für sich ganz allein. Die Musiker ließen1 sich jedoch nicht beirren und bluesten, was das Zeug hielt. Ein schöner Gig, der mir viel Spaß gemacht hat. (Hh.)

Heißes Wochenende im Revier Kulturrevier Radbod

Trotz der drückenden Schwüle lockte das Kulturrevier Radbod am Wochenende 6./7. Juni mit zwei musikalischen Schmankerln der besonderen Art: am Freitag stand ein Benefizkonzert für das "Hammer Forum" auf dem Programm. Vier Hammer Bands hatten sich kostenlos für diesen guten Zweck auf die Bühne des Kulturreviers begeben. Vamp 7, Pivot, Die Oetkers und die noch weitgehend unbekannte Gruppe Petra hatten die schwierige Aufgabe übernommen, die etwa 100 Zuhörer von den Sitzgelegenheiten vor der Halle in die Halle zu bekommen. Den 1. Versuch hatte die "neue" Hammer Band Petra. Neu war aber hierbei höchstens die Musik - melodiös, deutsch und vor allem verrückt! - schaute man sich die drei Musiker aber einmal genauer an, war klar, das sich mit Guido Scholz (git, voc), Rainer Siepmann (bs) und Markus Schmidt (dr) drei bühnenerprobte Profis (Die Oetkers, Khin Shasa) zusammengefunden hatten. Rainer Siepmann tauschte dann auch sofort den Bass wieder gegen die Drumsticks bei den Oetkers ein, aber auch der spritzige Punkrock der vier Hammer konnte die Gäste nur in Teilen animieren. Mehr Glück hatten dann später Pivot und Vamp 7 vor allem natürlich wegen der angenehmeren Raumtemperatur. Schwül war es am Samstag auch noch und zudem lockte in der

Innenstadt das Cityfest (oder auch nicht!) aber trotzdem hatten sich einige Zuschauer eingefunden, um auch das zweite Highlight des Wochenendes auf Radbod mitzunehmen. Hier ging es weniger um den "guten " Zweck, als um "gute" Musik. Zwei Bands hatten das Hammer Publikum geladen: Damned Jester und Doc Sraight. Die Veranstalter hatten wohl aus dem vorhergehenden Abend gelernt, und so betraten Damned Jester erst gegen 22.00 Uhr die Bühne, das allerdings bei gefüllter Halle. Die seit `96 bestehende Formation brachte mit ihrem druckvollen, melodiösen Heavy-Rock, wie Damned Jester ihren Stil selbst beschreiben, Stimmung in die Halle. Dies lag wohl hauptsächlich an den stimmlichen Qualitäten und dem ausgeprägten Showtalent von Sänger Thomas Rossmeier. Den zweiten gesanglichen Höhepunkt setzten Doc Straight mit ihrem Frontmann Patrick Pelzer, der ja auch seit Jahren kein Unbekannter auf Hammer Bühnen mehr ist, direkt hinterher. Alles in allem wickelte die Band ihren Auftritt aber sehr "straight" und cool ab, im spürbaren Bewußtsein wie gut sie sind (mit Recht!), und so blieb die Atmosphäre meiner Meinung nach etwas auf der Strecke. Trotzdem - ein toller Abschluß, für ein tolles musikalisches Wochenende! (ja)

It´s raining man

GmBh - Party im strömenden Regen

Das, was am Samstag, dem 14. Juni den Veranstaltern der GmBh-Party passiert ist, ist sicher der Alptraum aller, die in diesem Bereich arbeiten. Es hätte doch alles so schön sein können: Openair im Jahnbad, fünf Spitzenbands und jede Menge Bier. Leider schienen es sowohl der Pechteufel wie auch Petrus auf Jens Jonsson und Co. abgesehen zu haben. Erst mußte der Konzertbeginn verschoben werden, weil das Spiel der Wasserballer von "Rote Erde" in die Verlängerung gehen mußte, dann als es endlich soweit war öffnete der Himmel seine Schleusen. Es gab zwar zwischendurch auch einige trockene Viertelstunden, aber es erwies sich doch als schwierig bzw. unmöglich den Abend im Freibad trockenen Fußes zu überstehen. Hatten die Veranstalter auch schon über 500 Tickets im Vorverkauf absetzen können, so sahen die Chancen doch dafür eher schlecht aus, daß sich auch noch spontan Jugendliche ins Jahnbad verirren würden. Zumindest die anwesenden, zum Teil weitgereisten Partygäste ließen sich den Spaß nicht vermiesen. Irgendwann kam bei jedem/jeder der Zeitpunkt, wo man einfach nicht mehr nasser werden konnte! Die Bands taten ihr bestes, um die Fans bei Laune und warm zu halten. Während die zum Auftakt spielenden Bradleys das Publikum mit ihrem klassischen Punkrock nich begeistern konnten, erregte der dannach spielende Kürsche mit Akkustikgitarre,Nebelmaschine und Allein-

unterhalterflair wenigstens die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Warm wurde es den ca. 800 "Regenbeschwörern" erst beim Auftritt von All ways ultra. Die Kölner heitzten mit hartem HipHop und energiegeladener Bühnenshow ein. Danach ging die Party erst richtig los, als Tankwart mit "Schöne Maid hast Du heut für mich Zeit" die Bühne stürmten. Nur wenige erkannten in dieser Band die deutsche Heavy Metal Band Nr.1 der 80er Jahre Tankard wieder, die jetzt ihre heavy Versionen deutscher Schlager spielten. Jetzt hatte die gute Laune endgültig den Siegeszug über das schlechte Wetter angetreten. Auf einmal schien es richtig Spaß zu machen klatschnaß durch den Schlamm zu tanzen. Bis zum Topact, den Phantoms of Future, kühlte es sich leider noch einmal stark ab, so daß die 800 eisernen Zuschauer naß und frierend zusammenrückten. Gegen 23.30 Uhr wurden sie dann aber für alle Leiden entschädigt. Die Phantoms of Future boten ein in jeder Hinsicht fulminantes Spektakel. Licht, Sound und Show der Formation um Frontmann "Sir Hannes Smith" fegten - wie zuvor der Regen - über die Zuschauer. Ein Auftritt der Extraklasse, der aber unglücklicherweise nach relativ kurzer Zeit ein unerwartetes Ende nahm. Kurz nach 0.00 Uhr lief nämlich leider die Genehmigung für die Party ab, wobei auch auf den verspäteten Beginn keine Rücksicht genommen wurde. Wieder Pech für die Veranstalter, die ja sonst - wie bei den letzten GmBh-Partys- alles glänzend im Griff hatten. Gegen "höhere Gewalt" sind aber auch sie anscheinend machtlos! (ja)

„Seasons of Grey"

JAVELIN

stellte neue CD vor

100 Zuschauer im Hoppe Garden

In unseren Breitengraden kommt es selten vor, daß man einen Regentanz aufführen muß, um Petrus zu animieren, ordentlich Wasser zu lassen, meistens tut er das ohne Aufforderung. Aber an diesem Freitag, den 13. hofften die Jungs von JAVELIN auf einen ordentlichen Guß, denn schließlich sollten die zahlreichen Besucher des Biergartens ins Haus zur Bühne kommen, um sich die neuen Songs der Band anzuhören und die brandneue CD zu kaufen. Der große Bettnässer aus dem Himmel hatte auch diesmal wieder ein Einsehen und spendete ordentlich Regen, so daß ca. 100 Zuschauer den Wunsch der Band erfüllten. Meist waren es Fans von JAVELIN, das konnte man schon am Outfit erkennen, die den Jungs die Stange halten wollten (Oh oh). Um 22.00 Uhr ging es los, mit einem Soundgewitter und die Jungs der Band zeigten sich von ihrer besten Seite. Andreas Waldow an der Leadgitarre, Carsten Maiwald an der Gitarre, der auch dann und wann die Akustische zur Hand nahm, Volker Scholz am Baß, der mir recht gut gefiel, Michael Augspols am Schlagzeug und Carsten Hille spielten „Power-Metal" daß einem die Luft wegblieb. Daß die Band hart gearbeitet hatte, merkte man hauptsächlich an den Stücken der CD, z.B. „In the Rain" oder dem Titelsong „Seasons of Grey". JAVELIN spielt eine sehr harte Musik, auf die man stehen muß, wenn man ein 90minütiges Konzert durchhalten will. Das Publikum, so schien es, mochte sie jedenfalls. Allerdings wurde der geneigte Zuhörer, auch durch die häufigen Tempowechsel, hart gefordert, was sich wohl auch durch die zögernden Zugabenrufe ausdrückte. Insgesamt war es aber eine gelungene CD-Präsentation und einige der Silberscheiben wurden auch verkauft. Der Sound allerdings, der war, um mit Helge Schneider zu sprechen: „ . . . hömma, der war aber echt Scheiße!" (Hh.)