Zunächst einmal haben wir uns in Soest hoffnungslos verfranst, bis uns ein freundlicher Motorradfahrer zum Anno 1880" geleitete. Um 20.45 Uhr kamen wir dort an, gerade noch rechtzeitig, um einen guten Platz vor der Bühne zu ergattern, denn Chris Farlowe, diesen gewaltigen Sänger, muß man auch sehen können. Um punkt 21.00 Uhr betrat die Band, zunächst in kleiner Besetzung die Bühne und begann mit einem donnernden Bluesrock das Konzert. Leider weiß ich die Namen der Musiker nicht, ein Info war nicht aufzutreiben, aber der Gitarrist, ein ca. 165 cm großer Mittvierziger, spielte seine Gitarre, daß ich vor Neid erblassen wollte. Nach dem zweiten Song, einem langsamen Blues, betrat der zweite Star des Abends die Bühne, der Gitarrist Roy Herrington. Und der war noch besser. Kaum zu glauben, wie seine Finger über die Saiten rasten und sein Oberkörper war ständig in Bewegung. Und dann kam der Meister: Ladies and Gentlemen, the Monster of Voice, CHRIS FARLOWE". Klein, massig, eine riesige Kugel unter der Jacke tragend, ein Kopf wie ein Tier, stemmte er sich gegen das Geländer der Bühne, wie ein Orang im Käfig. Und eine Stimme, wie man sie nicht beschreiben kann, die muß man gehört haben. Ich könnte auch keinen Vergleich nennen, Chris Farlowe eben. Wir bekamen eine Lektion in Sachen Rhythm´n Blues die sich gewaschen hatte: My Foundation" ein toller Bluesrock-Song, All or nothing", Steve Marriott und Ronnie Lane (Small Faces) gewidmet, ein Klassiker der Rockmusik, dann der Stormy Monday Blues", den Chris Farlowe schon bei COLLOSSEUM gesungen hatte und und und. Natürlich durfte auch das legendäre didllidllidlidlidlidlidl . . ." nicht fehlen, was stets Szenenapplaus hervorrief. Und immer dazwischen die Wahnsinnssoli von Roy Herrington und seinem Kollegen. Auch der Sax-Mann bot Beeindruckendes, ebenso wie der Keyboarder. Nach einer kurzen Pause brachte Roy Herrington, begleitet von Keyboarder und Drummer, ohne Bass, einen Song aus eigener Feder, (er hat auch eine eigene Band) wiederum mit einer beeindruckenden Fingerakrobatik. Zurück auf der Bühne zog dann der unvergleichliche Chris Farlowe nochmal alle Register seines Könnens. Mit einem James Brown-Song begeisterte er die 250 Zuschauer und mit einem sehr schönen Out of Time" von den Stones verabschiedete er sich von uns. Minuspunkte: Der Sound war Scheiße, und wer Getränke wollte, mußte viel Geduld mitbringen. Trotzdem, das Anno" ist ein schöner Laden und das Konzert war ein Erlebnis. (Hh.)