Reisen mit Willi

Auf den Spuren des sagenumwobenen „Heini"

Expedition auf das Dach der Welt

Die 22468ste Besteigung des Mount Heinrich Robert - von Ulrich Holesch und Reinhard Bialas (Fotos)

Vor vielen Jahren schon, direkt nach der legendären „Meiers Butterfahrt - Zwischen Amok und Wahnsinn", wurde die Idee geboren, eines Tages den „Mount Heinrich Robert" zu besteigen, einen der höchsten Gipfel unserer Stadt, ja, sogar der Region. Immer wieder erreichten uns unbestätigte Meldungen, nach denen der „Heini", ein Wesen ähnlich dem „Yeti", gesichtet wurde. Wir wollten beweisen, daß es ihn tatsächlich gibt. Wie letztens durch die Medien verbreitet wurde, hatte Reinhold Messner dem „Yeti" direkt gegenüber gestanden, worauf der „Yeti" gefragt haben soll: „Was, dich gibt es wirklich?"

Zurück zum Mount Heinrich Robert. Durch die Kontinentalplatten der Ortschaften Wiescherhöfen und Pelkum vor vielen Jahren in schwindelnde Höhen getrieben, wächst der Riese noch immer unaufhaltsam, und bevor der Gipfel unerreichbar wird, wollte ich nun endlich die Expedition starten. Stundenlange Vorbereitungen gingen dem Abenteuer voraus und als Begleiter wählte ich mir einen Kameraden aus, der schon in den 60ern mit mir die nördlichsten Gebiete von Bockum-Hövel durchquert hatte, Sloopy Bialas, ein Berg-Fex erster Güte, genannt Reinhard der Eroberer.

Am 24. Juli war es soweit. Wir begaben uns mit dem Expeditionsfahrzeug, einem VW-Passat Kombi, zum Fuße des Bergmassiv´s. Nach einer ausführlichen Lagebesprechung mit unserer Rettungsmannschaft (man weiß ja nie), die allerdings zum Boden zurückkehrte, fuhren wir mit dem Wagen direkt bis zum Gipfel des Berges, doch nach reiflicher Überlegung, erschien uns das doch etwas zu einfach. Also machten wir uns auf den Rückweg, wo wir in ca. 12 Metern Höhe unser Basislager errichteten. Mit reichlich Proviant ausgestattet, mit einer Schneebrille, die Schneegrenze liegt bei 24 Metern, einem Rucksack, einem Wurfanker mit 8-Meter-Seil, einem Fotoapparat und Bargeld in vier verschiedenen Währungen (man weiß ja nie, wo man landet) machten wir uns auf den Weg zum Gipfel. Das Bergmassiv besteht zum größten Teil aus Bergmasse. Und die stammt aus den Tiefen unseres Planeten. Wir mußten schroffe Felspartien überwinden (Foto), uns durch dichtes Buschwerk schlagen und immer wieder geheimnisvolle, festplanierte Regionen überqueren, was, neben den verschiedensten Fossilien wie Ölsardinendosen, Erdnußflipstüten und Zigarrettenkippen auf prähistorische Zivilisationen hinwies.

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Nachdem wir in etwa 24 Metern Höhe unser Nachtlager aufgeschlagen hatten, es dämmerte bereits, wollten wir uns nun auf die Suche nach dem „Heini" machen, jenem geheimnisvollen Wesen, welches uns schon als Kinder immer wieder in unseren Träumen heimgesucht hatte. Ausgerüstet nur mit einer Infra-Rot-Kamera, die uns auch Nachtaufnahmen gestattete, denn der „Heini" ist ein nachtaktives Wesen, machten wir uns auf den Weg. Unsere Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, aber dann war es soweit. Mit einem Male war kein Geräusch mehr zu hören, es herrschte plötzlich absolute Windstille, kein Vogel zwitscherte mehr und die Temperatur sank auf plus 22 Grad Celsius. Und da war es, ein behaartes Wesen, mit großen, schwarzen Augen, behaartem Rumpf und imposanten Körpermaßen von immerhin ca. 95 Zentimetern. Der „Heini". Er war mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt und bemerkte uns nicht. Offensichtlich ist er ein Pflanzenfresser, der in seinen Ernährungsgewohnheiten allerdings flexibel zu sein scheint, denn er verbreitete einen scharfen, beißenden Geruch, der sehr stark an den von „Maykamp" erinnerte, einem zeitgenössischen Zivilisationsgetränk. Halb verborgen, hinter tropischem Buschwerk, verweilte er etwa 20 Minuten, bis er, aufgeschreckt durch eine unvorsichtige Bewegung meines Kameraden, die Flucht ergriff. Jedoch nicht, ohne noch seine Notdurft zu verrichten, was durch Absonderung einer bräunlichen Flüssigkeit durch die Nasenöffnung geschah. Der beißende Geruch wurde stärker, bis hin zur Unerträglichkeit. Aber wir hatten ja, was wir wollten: Endlich einen handfesten Beweis für die tatsächliche Existenz eines Fabelwesens (Foto).

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Was Reinhold Messner nicht gelungen war. Allerdings riß nun unsere Funkverbindung zur Erde ab, was uns zwang, auch noch den nächsten Tag im Basislager zu verbringen, bis unsere Rettungsmanschaft, die ihren Standort im „BaBaLu" hatte, uns aus unserer Lage befreien konnte. Aber, wie schon gesagt, unsere Expedition hatte ihren Zweck erfüllt, wir waren sehr zufrieden, auch wenn wir vergessen hatten, die Flagge, die nach Entwürfen von Otmar Alt in einer Werkstatt im Erzgebirge gefertigt wurde, auf dem Gipfel zu hissen. Sie kann uns ja auf unserer nächsten Expedition zum Ostpol begleiten.