Als rundum gelungene Veranstaltung kann das gemeinsam von der DLRG Ortsgruppe Herringen und den Stadtwerken Hamm veranstaltete Nachtschwimmen im Freibad Selbachpark gewertet werden. Bei Clownerie, Live-Musik und Wellenspaß war der Alltagsstreß schnell vergessen und es kam das Gefühl von Urlaub, Sonne Sand und Meer auf. Neben den schwimmerischen Besonderheiten wie dem Speiskübelrennen" und dem Klettern auf der Riesenkrake, fand auch außerhalb des Wassers ein Rahmenprogramm statt. Für Essen und Trinken war durch zusätzliche Wurst- und Getränkeverkaufsstände gut gesorgt.
Bereits am Nachmittag schaffte es Clown Püppi, die Kleinsten in seinen Bann zu ziehen. Bei Jonglage und Seiltanz waren die begeisterten und gespannten Kinder aufgefordert mitzumachen.
Richtig voll wurde es dann auf der Liegewiese, als die Rock- und Coverband Burning Heart" begann. Bei Sets von über einer Stunde und nur 15 Minuten Unterbrechung kamen nicht nur die Mitglieder der Band ins Schwitzen. Es ist einfach schön und macht Spaß, hier bei einer solchen Veranstaltung unter freiem Himmel zu spielen," erklärte Thomas Leitmann, der Leadsänger. Im Laufe des Abends schwappte dieser Spaß und die Begeisterung auf das sich immer wieder im Bad abkühlende Publikum über. Seit 1993 spielt Burning Heart in dieser Formation. Wir sind stets bemüht, unsere Songs so nah wie möglich an das Original anzugleichen," betonte Thomas Leitmann. Falls dieses nicht gelingt, wird der Song nicht ins Repertoire aufgenommen." Das Ergebnis bekamen die Besucher dann den ganzen Abend zu hören. Erstklassige Covermusik in der Bandbreite von Westernhagen bis ZZ-Top. Mit Silent Requiem und Justice waren aber auch zwei der vielen Eigenkompositionen im Programm.
In den ohnehin schon sehr kurzen Pausen der Band tummelten sich die Besucher nicht nur wie üblich an dem Getränkestand, sondern nutzten diese wohl einmalige Gelegenheit, sich auch in den Wellen des Selbachparks abzukühlen. Dieses Schwimmen bei Nacht mit dämmriger Beleuchtung macht wohl das ganz besondere Flair des Nachtschwimmens aus.
Bei den hohen Besucherzahlen und der sehr guten Stimmung, werden die Veranstalter DLRG Herringen und Stadtwerke Hamm nicht anders können, als eine solche Veranstaltung auch im nächstem Jahr wieder in das Programm aufzunehmen. Bernd Kemper
RED POINT und RETURN als topfite Opener
Es war ein Experiment, niemand konnte oder wollte eine Prognose abgeben, schon gar nicht die Veranstalter. Ich habe noch nie vorher soviel Wetterberichte gesehen" meinte KW-Mitarbeiter Uli Holesch. Aber die Rechnung ging auf, das Wetter spielte mit, das Publikum auch, denn 1000 Menschen waren letztlich auf dem Gelände des ehemaligen Germania-Bades. Es wurde aber auch etwas geboten. Der Hoppe Garden hatte Herrliches vom Grill und aus der Pfanne aufgefahren, natürlich ein Bierstand (ein zweiter wäre angebracht gewesen), es gab ein Fan-Artikel-Stand, ein Stand mit Reggae-Zubehör, Schmuck und Kleidung, und natürlich die Bands. RED POINT machte um 19.30 Uhr den Anfang. Es ist nicht immer einfach für die erste Band des Abends, aber RED POINT hatte alles im Griff. Der neue Gitarrist Martin Sommer, der Norbert Hötger ersetzen muß (im Publikum anwesend) ist ein würdiger Vertreter seines Vorgängers. Souverän übernahm er den Part des Gitarristen und Co-Sängers und auch die komödiantischen Einlagen, für die RED POINT bekannt ist, fielen ihm scheinbar leicht.
Birgit Copony inzwischen festes Mitglied der Band, ist eine unschätzbare Bereicherung und im Wechsel mit Sänger Klaus Weinelt eine ebenbürtige Kollegin. Aber was red ich hier, jeder weiß das inzwischen. Kurzum, ein gelungener Start des Abends. Die Zugaben mußten vom Veranstalter leider beschränkt werden, wegen der Zeit. (Sperrstunde 23.30 Uhr).
Nach einer erfreulich kurzen Umbaupause übernahmen RETURN das Zepter und boten dem inzwischen etwa 300köpfigen Publikum eine Oldie-Show der Extraklasse. Da der Auftritt diesmal nur eine Stunde dauerte, konnte sich die Band um Werner Otis" Reddig natürlich die Rosinen aus ihrem Programm picken. Und Rosinen haben RETURN genug, das honorierte auch das Publikum, das inzwischen sicherlich 800fach zugegen war, mit Begeisterung. Eine etwas längere Umbaupause (ca. 30 Minuten) war erforderlich, um die Backline von JAMAICA PAPA CURVIN auf die Bühne zu bringen, aber das Clowns-Duo Groß und Klein" unterhielt die Zuschauer mit allerlei Späßen und Kunststücken, wie auch schon in der vorherigen Pause. Eine gute Idee der Veranstalter, die Zeit etwas kurzweiliger zu gestalten.
Kurz nach zehn Uhr betrat dann JAMAICA PAPA CURVIN die Bühne und zeigte allen, was man unter echtem" Reggae versteht. Ungewöhnlich, daß ein Drummer (Curvin) gleichzeitig der Lead-Sänger ist, aber JAMAICA PAPA CURVIN ist zudem noch ein fantastischer Sänger und ein guter Schlagzeuger dazu. Ich habe schon viele Reggae-Bands gehört, meistens mit einem oder zwei farbigen Aushänge-schildern", der Rest der Musiker aus Dortmund oder Mönchengladbach. Diese Band aber war international besetzt, man konnte spüren, daß die Musiker mit dieser Musik aufgewachsen waren. Ebenso ungewöhnlich für eine Reggae-Band war, daß der Gitarrist ein Könner auf seinem Instrument ist, und viele Stilrichtungen beherrschte, die er geschickt in diese Musik einzubinden verstand. Das Publikum war aus dem Häuschen, und sogar ich bemerkte, wie sich meine sonst so steifen Beine plötzlich, wie von selbst im Takt der Musik bewegten. Die laue Sommerluft bewirkte zusammen mit dem karibischen Sound eine wunderbare Stimmung, die das Publikum veranlaßte, immer mehr Zugaben zu fordern, obwohl die von den Behörden genehmigte Zeit längst überschritten war. Nach einem nur mit Trommeln, Stimmen und einer Sitar gespieltem Rivers of Babylon", sehr eindrucksvoll, mußte einfach Schluß sein, nach über zwei Stunden. Schade, man hätte noch lange zuhören können Die erste Summertime-Music-Party" war beendet, jedenfalls was die Musik betraf. Der Bierstand hatte noch reichlich zu tun, das Publikum war sichtlich zufrieden, die Veranstalter auch. So zufrieden, daß eine Wiederholung im nächsten Jahr sicher ist. Ein geeigneter Termin muß noch gefunden werden, schließlich findet 1998 auch noch die Fußball-WM statt. Das ehemalige Gelände des Germania-Bades wird dann der Kulturwerkstatt angegliedert sein, das eröffnet ungeahnte Möglichkeiten . . . Wir sind gespannt.
Am Samstag, den 16. August war ´ne Menge los in Hamm! Zunächst einmal das Flugplatzfest, was ohne größeren Absturz über die Bühne ging, dann abends das Feuerwerk im Maxi-Park, mit der Peter Weisheit Band und, natürlich, Return. Und im Rote Erde"-Clubheim fand das alljährliche Open Air-Konzert statt, zu einem etwas unglücklichen Termin, wie ich meine, denn 21000 Besucher konnte der Maxi-Park verzeichnen, während sich PETRA, VAMP 7 und die KOMM MIT MANN´s mit etwa 400-500 Zuschauern begnügen mußten. Um 18.00 Uhr sollte das Konzert beginnen, aber verständlicher Weise verschob man den Start auf 18.45 Uhr, damit die erste Band des Abends, PETRA, (s. Foto u.) wenigstens 20 Zuhörer zum Zuhören hatte. Eigentlich hätte diese Band mehr verdient, denn die drei-, manchmal vierköpfige Band aus Hamm spielte netten, knackigen Gitarren-Rock, hin und wieder von einer Art Keyboard, hin und wieder von einem sitzenden, Petra"-lesenden Musiker unterstützt. Literatur" hieß der erste Song, launige Texte zeichnete diese Band ebenso aus, wie die Titel ihrer Stücke (Muselmann", Karte an mich fängt ungefähr so an . . ."), der Song Gegenwind" dauerte cirka 10 Sekunden! Der Drummer spielte kraftvoll und sauber, während der Gitarrist seiner schlüpfer-blauen Stratocaster interessante Effekte entlockte. Sehr originell auch der Kraftwerk-Titel Model". Leider war der Auftritt von PETRA nicht sehr lang, man war nicht mehr im Zeitplan, daher mußte die Bühne hergerichtet werden für VAMP 7.
Wir hatten inzwischen den Bierstand gewechselt und waren etwas mehr in Bühnennähe gerückt. Frank, der Spieß" aus dem Hoppe Garden war hier der Zapfer. Allerdings hatte er noch reichlich Zeit, auf dem ( ---Zensur---) zu sitzen, denn Zuschauer waren auch jetzt noch Mangelware. Dominik Täger, Sänger von VAMP 7 war in der Nähe und WILLI - Fotografin Babsy fragte ihn schmachtend, ob er sich wohl wieder entblättern würde. Er wolle sich nur noch auf die Musik beschränken, meinte Dominik. Recht hat er, der Gute. Um 20.30 Uhr ging´s los. Dominik Täger, im Kindermörder-Outfit, manchmal mit Gitarre, manchmal ohne, ist ein Sänger, der es versteht, sich und seine Band auf der Bühne zu präsentieren. Natürlich fällt das umso leichter, wenn man gute Leute hinter sich hat, was bei VAMP 7 der Fall ist. Die Gruppe lieferte einen sauberen Gig ab, was das inzwischen vielleicht 80köpfige Publikum durch akustische Handzeichen honorierte.
Doch richtige Stimmung kam erst bei den KOMM MIT MANN´s auf, auch wenn Lead-Sänger Chris Tanzza sich auf der Bühne (zur Technik gewandt) wie ein arrogantes (---Zensur---) gebärdete. Zudem nicht in voller Besetzung, eine Sängerin fehlte ebenso, wie ein Posaunist. Trotzdem sind die KOMM MIT MANN´s eine gnadenlos gute Band, perfekt, professionell und mitreißend, dem Original ebenbürtig. Tanzza ist ein fantastischer Frontmann und Sänger und die beiden Chorsängerinnen mehr, als nur ein Begleitchor. Das wußte auch das Publikum zu schätzen, das nun auf vielleicht 400 bis 500 Augen- und Ohrenpaare angewachsen war und seine volle Stärke damit erreicht hatte. Zu einem anderen Termin hätten es sicherlich doppelt so viele sein können. Nun, vielleicht im nächsten Jahr . . . (Hh.)
Ein Erfolg war das Sommerfest der Kulturwerkstatt Oberonstraße auch in diesem Jahr wieder, denn das sommerliche Wetter hielt an und so lockte das umfangreiche Programm der Veranstalter fast 1000 Besucher auf das Gelände des Vereines an der Oberonstraße. Der Trödelmarkt, der auf der Wiese vor dem Haus und im Wäldchen dahinter aufgebaut war, ist zwar etwas kleiner gewesen, als man von den Anmeldungen hätte annehmen können, aber immerhin konnte noch an 15 Ständen gestöbert werden. Um 13.00 Uhr begann der Kinderzirkus Pepperoni" mit seiner Vorstellung und unterhielt 45 Minuten lang mit Akrobatik, Komik und Spielszenen das begeisterte Publikum. Um 14.00 Uhr konnte man in der Kindertagesstätte Floh-kiste" dem Kasper und seinen Freunden zuschauen, was den kleinen Gästen offensichtlich riesigen Spaß bereitete, und ab 14.30 Uhr startete das Knallrote Spielmobil" mit seinem Programm. Zwei Stunden lang konnten die jungen Besucher nach Herzens Lust spielen, mit Trampolins, Riesenseifenblasen, allerlei kuriosen Fahrzeugen, mit Stelzen und einem Riesenfallschirm. Danach, um 16.30 Uhr, konnte man die Maskentheater"-Vorstellung unter der Leitung von Tanja Bierkämper auf der Kleinen Bühne", die fast aus den Nähten platzte, besuchen. Natürlich hatte man auch die Möglichkeit, sich den ganzen Tag über das Haus anzusehen, in dem sich in den letzten zwei Jahren allerlei verändert hat. Die Handschrift der Freien Jugendkunstschule" ist nicht zu übersehen. Kunst und bunte Bilder" haben Einzug gehalten in die Kulturwerkstatt. Seit 15.00 Uhr übertrug der Offene Kanal" auf der Terrasse des Hoppe Gardens unter der Leitung von Tim Reckmann live die Sendung Fax´n Fon", in deren Pause von 16.45 - 17.30 Uhr die Band S.O.S. " ein Konzert gab, was auch live übertragen wurde. Insgesamt also ein Programm, was sich sehen lassen konnte. Den ganzen Tag über gab es im Wäldchen hinter dem Haus übrigens leckere Würstchen vom Holzkohlegrill, selbstgebackenen Kuchen und das Kroatische Zentrum" des Hauses bot Weine, Spirituosen und Speisen aus seiner Heimat an. Der Hoppe Garden führte tagsüber familienfreundliche" Preise ein und neben Info-Ständen der AIDS-Hilfe und des Bildungswerkes" gab es auch einen des B.U.N.D., der auch ökologisch hergestellten Apfelsaft anbot. Und als Krönung des Tages unterhielt ab 20.30 Uhr ONKEL WILHELM´s JAZZKAPELLE mit gutem alten New Orleans Jazz die Gäste im Biergarten. Auch diesmal hatte man wieder auf ein Eintrittsgeld verzichtet. Stattdessen wurde ein Kulturzuschlag" von 1,- DM pro Getränk erhoben. Eine gute Idee, kann man so doch selber bestimmen, wieviel einem das angebotene Programm wert ist. Das nächste Sommerfest kommt bestimmt, so die Veranstalter.
Wie heißt es doch so schön banal: Tradition verpflichtet - und so waren am 22. und 23. August auch wieder alle Bands an Bord, die die Proberäume des Kulturrevier Radbod bevölkern, um Kohle für ihr Heizöl einzuspielen. Unter den Erwartungen blieb nur die Besucherzahl : 400 Rockfans waren an beiden Tagen da - wer weiß, wo-ran`s gelegen hat... Musikalisch enttäuscht wurde jedenfalls niemand. Einen starken Einstandseindruck hinterließen Freeze". Die Newcomer-Combo präsentierte ihren stark grungigen Sound zur positiven Verblüffung der Zuschauer wie eingespielte alte" Hasen. Gelegentlich eingesprenkelte Samples hoben die Musik zudem interessant aus der Pearl Jam" -Masse heraus. Hiervon bitte mehr ! Auf gewohnt schwerem Stand fanden sich Mista Fidget" wieder- obwohl sich die vom Quintett gewachsene Band mit ihrer lebhaften Mischung aus Rock, Funk und Rap runder denn je präsentierte. Zudem wurde die gewöhnungsbedürftige Stimme der in schwarzem Lack gehüllten Diana zunehmend durch Bassist Volker entlastet. Dennoch: Je länger der Auftritt, desto leerer der Saal. Zum Abschluß des ersten Tages mußten The Chosen Few" auf die Bühne. Eine Stunde lang Rock satt und als Bonbon eine punkige Coverversion von Like a Hurricane". Eine Bewertung des tollen Gigs (hihi!) fällt hier aus, da es sich um die Band des Verfassers dieser Zeilen handelt. Übrigens stehen die Chosen Few" (u.a.) am 6.9. ab 21 Uhr auf der Bühne der großen Maxi-Halle im Rahmen des Picknicks im Park" des evangelischen Kirchenkreises.
Hard´n´Heavy ging´s am zweiten Tag weiter - auf die beinharte Spur gebracht von Radical Change". Technisch sauber gespielt, fehlte dem ein oder anderen wohl aber neben der trashigen Abgedrehtheit vielleicht doch ein wenig Melodie. Trotzdem Respekt, denn andere müssen bei dieser Komplexität Noten bemühen.
Gewohnt solide präsentierten Necktie Party" ihren abwechslungsreichen Hardcore-Punk, diesmal stimmlich angeführt von Ralf "Dog" Grimm. Von mangelnder Bühnenpräsenz konnte also keine Rede sein, zumal Grimm besonders dem Kiss-Klassiker Detroit Rock City" eine ganz besondere Note verpaßte.
Einen starken Eindruck hinterließen auch Damned Jester". Fans mit Hang zum traditionellen Hardrock mit Melodie wurden bestens unterhalten - nicht zuletzt durch Thomas "Rossi" Roßmeier als gewohnt lässigen Sprücheklopfer am Mikro, der auf der Bühne offenbar das Licht der Welt erblickt hat. Einziger Wermutstropfen: Nach dem Abgang von Andre Bochtrop sucht die Band jetzt einen neuen Drummer.
Mit den Dinosauriern" der Hammer-harten Szene ging das Festival zu Ende : Der Gig von Javelin" zeichnete sich durch Klassemetal und Witz aus, so daß auch die wenigen verbliebenen Fans zu später Stunde noch mächtig viel Spaß hatten.
Bis zum nächsten Jahr. Markus Hanneken