gefunden von Tante Else und Onkel Hans ( Letzterer verschollen 1997 nach Brauereibesichtigung in der Gegend von Jever) - Willi - Mitarbeiter
Auf der Suche nach dem wahren Ursprung des Labskaus" sind unsere Willi - Mitarbeiter bei ihren Recherchen auf allerlei interessante Spuren gestoßen.
Ein bekannter Gastronom aus Norddeutschland meint, daß der Labskaus zum Zeitpunkt des großen Einbruchs des Tourismus in Ostfriesland entstand, zwecks gewinnbringender Resteverwertung in Großküchen.
Ein befreundeter Lebensmittelchemiker (Willi läßt hier seine Frikadellen testen) hingegen glaubt, daß der Labskaus eine ideale Rezeptvorlage für das, vielleicht schon seit Jahrzehnten verseuchte, britische Rindfleisch bietet. Der Großvater eines Neffen des Nachbarn eines eines Willi - Mitarbeiters hingegen ist sich sicher, daß er die echte Herkunft des Labskaus kennt:
Da beim Labskaus ausschließlich gepökeltes Rindfleisch verarbeitet wird, liegt es auf der Hand, daß der Ursprung dieses Gerichts die Zeit der Segelschiffahrt gewesen sein muß, da es damals ja noch keine Möglichkeit der Kühlung für Lebensmittel gab und das Pökeln von Fleisch eine preiswerte Art der Konservierung darstellte.
Wie auch immer der Ursprung dieses interessanten Gerichts sein mag: hier endlich das Rezept:
800 g gepökelte Rinderbrust
2 Zwiebeln
1 Lorbeerblatt
5 Pfefferkörner und 2 Pimentkörner
1 Kilo Kartoffeln
5 Gewürzgurken
1 kleines Glas eingelegte rote Bete
4 Eier
4 Matjesfilets
Salz, Pfeffer und Butter zum Braten
Das Rindfleisch einige Tage vorher beim Metzger pökeln lassen. Mit Wasser bedeckt aufsetzen, eine geschälte Zwiebel und die Gewürze dazugeben und etwa 1½ Stunden garkochen. Die Kartoffeln werden mit Schale gekocht, danach gepellt (warten bis sie etwas erkaltet sind, sonst verbrennt Ihr Euch die Flossen) und durch eine Presse gedrückt. Zwei Drittel des Fleisches mit der gekochten und einer rohen Zwiebel sowie einer in Streifen geschnittenen Gewürz-
gurke durch den Fleischwolf drehen (Mulinex geht auch; Kaffeemühle, ich weiß nicht). Unter diese schon köstlich aussehende Masse etwas Flüssigkeit von den roten Beten und den Gewürzgurken rühren. Nochmals aufkochen (Vorsicht brennt unheimlich leicht an) und mit dem Fleischsud auf die gewünschte Konsistenz (uii...) verdünnen. Salzen, pfeffern und das restliche kleingewürfelte Fleisch darunterheben. Dazu gibt's pro Person ein Spiegelei und eine fächrig geschnittene Gewürzgurke sowie zwei kleine Scheiben rote Bete. Alles auf die Pampe legen!
Als Getränk empfiehlt Willi ein Bier (erstmal) und ein Korn (erstmal). Einladungen an die Redaktion erbeten! Und tschüs.