Unterwegs mit Willi

Die 57. Internationale Automobilausstellung in Frankfurt - Die große Show der kleinen Wagen

Jawoll, Theo Weigl hat es geschafft, daß durch hohe Spritpreise und enorme Kfz-Steuererhöhungen ein Umdenken in der Automobilindustrie stattgefunden hat. Nicht mehr Hubraum, PS und Chrom sind gefragt, sondern Sparsamkeit, CW-Wert und Abgasnorm (die Grünen werden's ihm danken - die OPEC wohl kaum).

Da mein Begleiter ein von Natur aus sparsamer Mensch ist, gab es für uns auch keine andere Wahl - diese Neuheiten mußten wir sehn!

Als es noch früh am Morgen war, und wir von der letzten IAA um das große Interesse an Mercedes wußten, war diese Halle unser erstes Ziel. Das Messegelände war noch recht spärlich besucht und wir hatten Glück, bei Mercedes war es bereits brechend voll. Neben den bekannt, bewährten Autos, gab es hier einen ganz besonderen, neuen Wagen - die A-Klasse.

Die A-Klasse ist der erste Serienkleinwagen von Mercedes. Wir mußten eine ganze Weile suchen, bis wir den ersten der schätzungsweise sechs verschiedenen, ausgestellten Wagen fanden. Zum einen lag es an den vielen Menschen und zum anderen daran, daß es wirklich ein Kleinwagen ist. Zu einem Grundpreis von ca. 31.000,- DM bekommt man hier schon ein Fahrzeug mit so sinnvollen Extras wie Beifahrertür und Lenkrad. Möchte man etwas mehr Ausstattung, werden schnell 40- bis 50.000.00 DM fällig. Aber was ist das schon. Schließlich bekommt man dafür auch einen echten Mercedes, wenn auch einen sehr kleinen.

Der kleinste und absolut ungewöhnlichste Neuwagen war unser nächstes Ziel. Der Smart - , von Nicolaus Hayek (Swatchuhrenerfin-der aus der Schweiz) erdacht, und von Mercedes gebaut, ist eine beeindruckende Realisation eines ganz neuen Automobils. Der sparsame 600 ccm 3-Zylinder-motor bringt bei einer Leistung von 55 PS und einen Verbrauch von 4 Litern eine Spitzengeschwindig-keit von 130 km/h. Preislich liegt der Smart zwischen 16.000 DM und 20.000 DM, wobei sich das Topmodell mit Klimaanlage, Sechs-Gang-Automatik, elektrischen Fensterhebern, Alufelgen und ABS wirklich sehen lassen kann. Der Smart ist trotz seiner „Größe" (2,50 m Länge) ein Wunder an Platz und Sicherheit, welches durch ein Frontal-zusammenprall mit einem Mercedes E 320 und einem Sitztest durch unseren Kanzler Helmut Kohl eindrucksvoll demonstriert wurde. Ab Frühjahr 1998 soll der Smart in Deutschland über eigene Händler- und Service-stationen zu beziehen sein. Auch Opel und VW erwarteten uns mit interessanten Innovationen. Der neue Opel Astra wurde uns mit einer flotten Bühnenshow präsentiert. Er ist nicht nur formverändert worden, sondern wartet außerdem mit einer neuen Motorpalette auf, die Sprit sparender, abgasärmer und sicherer ist.

Bei VW drehte sich alles um den neuen Golf. Er sieht genauso aus wie sein Vorgänger. Halt, stop - nicht ganz. Das Heck wurde total modifiziert. Es sieht jetzt in etwa so aus, wie das Seitenprofil eines Unterlippen gepiercten Neandertalers. Na ja, - Geschmacksache, aber Neandertaler hatten ja schließlich auch einen guten CW-Wert. Da Willi mir in dieser Ausgabe nur diese Seite zur Verfügung gestellt hat, muß ich hier leider abbrechen. In der nächsten Ausgabe könnt Ihr dann noch etwas über die weniger sparsamen Pkws lesen Unser Thema dann: Traumautos.

Reinhold Fricke