Kneipentest

WILLI´s Kneipkur, heute: HARVEY´s BAR

Als ich kürzlich im „Senftöpfchen" war, um mir FREEZE anzusehen (WILLI berichtet), kamen zu später Stunde auch Auri Heimbeck und Günter Kurze vom „Corner In" in den Laden an der Südstraße, auf ein Bierchen. Und mit Auri bin ich dann noch in HARVEY´s BAR gelandet, da konnten wir gar nichts gegen machen . . !

HARVEY´s BAR liegt auch an der Südstraße, sie ist eigentlich die Hotel-Bar des „Hotel Stadt Hamm", aber auch für Nicht-Hotel-Gäste begehbar. Eine große runde Theke bildet das Zentrum des gemütlichen Lokals, und durch die bis an den Boden reichenden Fenster kann man das rege Treiben auf der Südstraße beobachten und ihm in gebührenden Abstand gelassen entgehen. Die weichen Ledersofas laden zum Verweilen ein und geben dem Laden zusammen mit den mit Kerzen und Rosen dekorierten Tischen eine gediegene Atmosphäre. Hinter der Theke, an der ich mich am liebsten aufhalte und an der wir Platz nahmen, sorgt Antonio zusammen mit Jelena dafür, daß die Gäste sich wohlfühlen. Nicht zuletzt gelingt das durch die erlesen sortierte Bar, die auch den verwöhntesten Gaumen zufriedenzustellen vermag. Der Grappa, den ich zu mir nahm, mundete mir derart gut, daß sich noch weitere hinzugesellen wollten. Diesem Verlangen gab ich nur zu gern nach. Nun kommt es schon mal vor, daß jemand, der sich etwas übernommen hat, das Feuerwasser auf gleichem Wege wieder loswerden möchte, auf dem er es zu sich nahm. Das kann man tun, indem man sich durch die mit hellem Marmor ausgestattete Halle, vorbei an einem ganz in Schwarz gekleideten Portier, in den Keller zu den Toiletten begibt. Dort kann man sich nach Herzenslust „austoben", doch auch hier verhindert die edle Ausstattung unerwünschte Ausschreitungen, vor allem, weil die großen Spiegel einem stets das Gefühl geben, nicht allein zu sein. HARVEY´s BAR ist ein rundherum gediegenes Lokal, in dem sich der gepflegte Gast einfach wohlfühlen muß. Lediglich der Anblick des an diesem Abend anwesenden Chefs des Hauses ließ vermuten, daß auch die ein oder andere Entgleisung des etwas angeschlagenen Gastes mit Toleranz erduldet wird. Und die eindeutig hellhäutige korpulente Dame, die sich als Farbige geschminkt in bunten Gewändern dem erstaunten Puplikum präsentierte, ließ vorübergehend den Eindruck entstehen, im falschen Film gelandet zu sein. Aber man ist ja schließlich auf der Meile! (Hh)