- Ein Projekt der Kulturwerkstatt -
Noch nie war die Kulturwerkstatt so hartnäckig wie bei einem Projekt, das nun - nach jahrelangem Hin und Her am 1.12.1997 begonnen worden ist. Drei Jahre geistert das Stichwort Skulpturenprojekt" nun schon durch die Kulturwerkstatt, viel Papier für Anträge ist beschrieben worden. Keine Maßnahme hatte bisher so viele Hürden zu überwinden. Mal lag es - wie so oft heutzutage - am Gelde, mal mangelte es an den für das Projekt benötigten Jugendlichen. Jetzt also wird es Wirklichkeit, obwohl der 97er Titel Zeit für Schönheit" zunächst erst einmal wieder Irritationen ausgelöst hat. Ob sie ganz beseitigt sind, wer weiß?
Der Erfinder dieses Projektes, Thomas Butzlaff, bis 15.9. Leiter der Freien Jugendkunstschule der Kulturwerkstatt Oberonstraße, danach Lehrer der Waldorfschule in Pelkum, sagt zu seiner Erfindung:
Hier muß zuerst die Tatsache erwähnt werden, daß jedes heute existente Kulturgut in der Vergangenheit als Idee begann."
Im Schnittpunkt von Kultur (Kunst) und Handwerk entstehen möglicherweise neue Arbeitsfelder, bei denen menschliche Qualitäten, wie innovatives Denken und Handeln, Originalität und Handarbeit unabdingbar sind, und daher von Maschinen nicht zu leisten sind. Soweit der Künstler bei der Beschreibung seiner Idee. Was aber bedeutet das in der praktischen Anwendung? Nun dies: Im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme wird eine Arbeitsgruppe mit 12 jugendlichen Arbeitslosen gebildet. Als Anleitung dient ein Leitungsteam aus zwei Personen: Künstler und Handwerker (Möglichst vielseitig und offen allem Künstlerischen). Mit den Jugendlichen sollen Kunstwerke (Skulpturen aus verschiedenen Materialien (Holz, Stein) zunächst in der Theorie ausgedacht und entworfen und nach diesem schöpferischen Akt praktisch erarbeitet und für die Öffentlichkeit sichtbar erstellt werden. Dabei geht es sowohl um Förderung der Motivation für derartig künstlerische Arbeit, wie auch um Voraussetzung für die Förderung handwerklicher Tätigkeiten, die bei den Jugendlichen Interesse finden. Die Heranführung an den ersten Arbeitsmarkt soll so ihren Sinn finden. Um die letzte Forderung noch eindeutiger herauszustellen, wird jeder Jugendliche ein mehrwöchiges Praktikum bei einem Betrieb seiner Neigung ableisten. Wo notwendig, sollen auch Hilfen zur Besserung des Allgemeinwissens organisiert und angeboten werden. Jetzt wird erkennbar - und das ist auch das Einmalige dieses Projektes - daß in einem Abwasch" zwei Schienen verfolgt werden, eine soziale und eine künstlerische.
Die Kulturwerkstatt hofft, daß für die einjährige Laufzeit immer genügend Jugendliche - weibliche wie männliche - interessiert und eingesetzt werden können. Wichtig ist den Initiatoren weiter, daß zur Heranführung an den Arbeitsmarkt Sekundärtugenden wie Ausdauer, regelmäßiges Kommen usw. erlernt und eingeübt werden.
Zunächst sollen übrigens zur weiteren Stärkung des öffentlichen Interesses Projekte in der Außenanlage der Kulturwerkstatt und im zum Ausbau anstehenden Jugendpark Titania (ehe-maliges Gelände des Germaniabades) entstehen.
(Karl Voß)