Weihnachtsgeschichte

„Das schönste Geschenk"

In einem Dörfchen am Rande einer Großstadt, lebte vor vielen Jahren ein kleines Mädchen mit seinen Eltern in einem großen Haus. Dieses Mädchen hieß Tina, aber alle

nannten sie Tinchen. Tinchen liebte Tiere über alles und ihr größter Wunsch war es, ein eigenes Kaninchen zu besitzen, welches sie so richtig liebhaben konnte. Jedes Jahr, wenn es an der Zeit war, ihren Wunschzettel für den Weihnachtsmann zu schreiben, stand auf Tinchens Zettel: „Lieber, lieber Weihnachtsmann, bring mir doch bitte dieses Mal ein Kaninchen, ich will es auch immer gut füttern und ganz doll liebhaben!" Die Tage wurden immer kürzer und draußen war es schon sehr kalt, bald fielen die ersten Schneeflocken vom Himmel und Tinchen tobte mit den anderen Kindern draußen im Schnee herum. Der Tag der Bescherung rückte immer näher heran. Endlich war es soweit, Tinchen war schon ganz aufgeregt und wartete hinter der verschlossenen Tür auf das Erklingen der Glocke, das Zeichen, daß Tinchen ins Zimmer kommen durfte, nachdem der Weihnachtsmann die Geschenke gebracht hatte. Klingeling, klingeling, da war es, das ersehnte Geräusch. Tinchen stürmte in das Zimmer, das von Kerzenlicht erhellt und von einem köstlichen Duft erfüllt war. Alles glitzerte und glänzte. Tinchen stand mit offenem Mund staunend vor dem Weihnachtsbaum, der bis zur Zimmerdecke reichte und konnte sich von dem goldenen Schein gar nicht losreissen. Doch dann blickte Tinchen unter den Baum und sah zwischen Nüssen und Äpfeln ein ziemlich großes Päckchen. Sofort öffnete Tinchen das Paket, voller Freude auf den Inhalt „Doch, was war das?" Kein flauschiges Kaninchen war darin, sondern eine Puppenstube aus Holz. Sicher, sie war sehr schön, aber das hatte sich Tinchen nicht gewünscht. Dicke Tränen liefen ihr übers Gesicht, weil der größte Wunsch sich wieder nicht erfüllt hatte. Weinend lief sie aus dem Zimmer die Treppe hinauf und wäre fast über die große Kiste gefallen, die vor ihrer Zimmertür stand. „Was ist denn das", dachte Tinchen, „die stand doch vorhin noch nicht hier!" Plötzlich hörte sie ein leises Kratzen, „nanu", das kam doch aus der Kiste. Langsam öffnete Tinchen den Deckel der Kiste und was glaubt ihr, was darin war!? Natürlich, ein kleines, weißes Kaninchen war darin, und Tinchen klatschte vor Freude in die Hände. Nun war ihr Wunsch doch noch in Erfüllung gegangen!

Erika Köhler