Kneipentest

Willi´s Kneipkur, heute:

Die lustige Pinte

Mitten im Hammer Westen, in einem der bevorzugten Wohngebiete (ich selbst wohne dort) liegt eine der originellsten Kneipen dieses Stadtbezirkes. Da, wo die Viktoriastraße den Knick macht (Beukenbergstraße) befindet sich die LUSTIGE PINTE. Seit dreizehn Jahren schon führt Rosi mit ihrem Gatten Emin den Laden mit sicherer Hand. Von außen mit Fachwerk verkleidet, mit bleiverglasten Fenstern, wie man es noch von den alten Kneipen her kennt, kann man das Lokal gar nicht verfehlen. Die Woche über hält sich der Ansturm der Gäste in Grenzen, da haben Rosi und Emin noch manchmal Zeit zum Fernsehen. Aber am Wochenende, Freitags und Samstags, ist in der „Lustigen Pinte" die Hölle los. Dabei ist das Publikum sehr gemischt. Junge Leute mögen das gut gezapfte Pils von Rosi ebenso, wie die etwas älteren Semester. Und die Stimmung ist bombig. Wenn nicht Ulla, eine blendend erhaltene Sechzigerin gute Laune verbreitet, dann sorgen Anna oder Inge für eine lockere Atmosphäre. Und für ein Tänzchen sind sie allemal zu haben. Nur nicht mit mir, ich habe mich bisher stets erfolgreich drücken können. (Falsch, einmal nicht!) Und selbst, wenn alle noch „krank" vom Vortage sind, Rosi bringt sie alle wieder hoch. Sie versteht es perfekt, mit ihren Gästen umzugehen, kennt jeden Stammgast mit Namen, und die „Neuzugänge" werden ebenso freundlich bedient. Und wenn mal einer (oder eine) ösig wird, erhebt Rosi die Stimme, und alle sind sie wieder lieb. Wenn nicht, ist immer noch Emin da. Aber das gibt es selten. Essen kann man in der Pinte nicht, außer Mettwürstchen oder Frikadellen. Aber vorsicht! Letztere sind gefährlich. Wenn man mal eine von den braunen Gesellen gegen die Wand wirft, muß man gleich in Deckung gehen, sie kommen wie ein Gummiball zum Werfer zurück. Aber geschmacklich sind sie sehr gut, wirklich. Trinken kann man in der „Lustigen Pinte" alles, was das Trinkerherz begehrt: Amaretto mit Cola (würg), Wein, Sekt (für die Damen, wenn ein Kavalier mal was springen läßt), Jack Daniels, Jim Beam, Wodka, Slivowitz, Raki und so ein rotes Zeug, was wie Erdbeersirup schmeckt, mit einem Sahnehäubchen. Ein Renner. Und gemütlich ist die Kneipe obendrein, mit einer großen Theke, mehreren Sitzgruppen, rustikaler Dekoration und bunten Gardinchen vermittelt der Laden eine warme Atmosphäre. Und was mir besonders gefällt, ich wohne nur fünfzig Meter entfernt. Daher kehre ich sehr häufig am Ende einer anstrengenden „Kneipkur" bei Rosi ein, denn es ist lange geöffnet. Versucht´s doch auch einmal. Übrigens, Dienstags ist Ruhetag. Bis denn mal. (Hh.)