Kneipentest

WILLI´s Kneipkur, heute: "Die 9" - Eine kleine Tränke an der Werler Straße

Vor einigen Monaten schon hatten wir die Idee, die "9" an der Werler Straße zu besuchen und darüber zu berichten. Wir mußten unser Vorhaben allerdings aufgeben, da bereits um 23.00 Uhr die Hocker auf den Tresen gestellt wurden, was das Sitzen auf ihnen kompliziert, wenn nicht gar unmöglich machte. Also zogen wir weiter. Diesmal aber kamen wir rechtzeitig, um noch einen Platz an der Theke zu erhaschen. Erstaunlich, lief doch gerade auf "Premiere" das Spiel Dortmund gegen Leverkusen, welches die Dortmunder für sich entscheiden konnten. Einige Gäste, meist jüngeren Alters und durchweg männlichen Geschlechtes, saßen einträchtig beieinander und knobelten, während sie hin und wieder einen Blick zum sportlichen Geschehen warfen. Die "9" ist eine kleine, recht gemütliche Kneipe mit einer interessanten runden Theke, die in ihrer Mitte eine Säule beherbergt, die sich, wie in einem Gewölbekeller, nach oben hin erweitert. Elke, die Wirtin, ließ uns ein leckeres ISENBECK ´rüber-wachsen, während sie nebenbei bemerkte, sie wolle keinen Kneipentest, wie er monatlich in "dieser Zeitung" steht. "Ich hab´ meine Gäste, die reichen mir," meinte sie. Sie kannte übrigens nicht den Zweck unseres Besuches. Pech gehabt, Elke, nun stehst Du doch in "dieser Zeitung". Aber vielleicht hast Du Glück, und es kommen keine neuen Gäste.

Am Fenster steht ein langer schmaler Tisch, mit gepolsterten Bänken uns Stühlen, gut geeignet als Stammtisch oder einfach nur zum Daransitzen. (Ohne Stammtischparolen, natürlich.) Geldspielgeräte gibt es, um sich die Kohle für die Zeche zu verdienen, eine Musikbox, viele Bilder und Pflanzen und viel Holz, sehr rustikal und gemütlich. Doch plötzlich wurde es ungemütlich, denn Elke schaltete den Fernseher um und wir wurden mit der deutschen Vorentscheidung des "Grand Prix" konfrontiert. Als dann auch noch Corinna May gewann, (praktisch in diesem Fall auch der "Behinderten-Bonus", denn am Song konnte es nicht gelegen haben*), war die Stimmung nicht mehr zu halten. Vor allem, weil Borussen-Fan Rainer lautstark protestierte, er wollte doch die letzten Minuten des Spieles noch sehen. Elke gewährte diesen Wunsch und spendierte uns einen leckeren eiskalten Korn. Im Spirituosenregal entdeckte ich übrigens ein Gebräu mit dem Namen "Pricess Diana", das kann ja nur Scheiße schmecken. Oder? Ich werd´s jedenfalls nicht probieren. Wie sieht es mit Euch aus? Und wer nach dem Besuch der "9" noch Zerstreuung sucht, auf der Toilette hängt ein Billy-Boy-Automat . . ! (Hh.)

* hat ihr aber doch nichts genützt . . .