Rückblick

Och jaa . . .10. City-Fest in Hamm

Ach ja, es war wieder City-Fest in Hamm. Nachdem sich die Veranstalter und Verantwortlichen in der örtlichen Tagespresse bereits so auf die eigene Schulter geklopft und sich über den grünen Klee gelobt haben, traue ich mich kaum noch, an dieser Stelle etwas Negatives zu schreiben. Da die Veranstalter allerdings an gleicher Stelle jede Menge Verbesserungen für das nächste Jahr angekündigt hatten, gibt es ja wohl doch noch Bedarf hierfür. Das meine ich auch!

Wir hatten uns den City-Fest-Samstag für einen Besuch ausgesucht und extra nichts gegessen. Denn in den Vorankündigungen wurde besonders auf das „Kulinarische Zelt-Dorf„ hingewiesen, in dem es die leckersten Leckereien geben sollte. Als wir gegen 19.00 Uhr den Platz vor der Pauluskirche erreichten, waren wir jedoch nicht wenig erstaunt. Na gut, das Wetter verwöhnte uns nicht gerade, aber das hatten wir auch schon mal schlimmer bei einem City-Fest. Auf dem Platz tummelten sich nur ein paar Zuschauer, aber es war auch gerade Umbaupause auf der Bühne. Nun wollten wir einen der Gourmettempel aufsuchen, um unseren Hunger zu stillen. Ein Gastronom hatte vor seinem Zelt zwei runde Balkongrills aufgestellt, auf dem sich zwei ausgelaugte Nackensteaks anödeten. Wenig anziehend. Im benachbarten Pavillon saßen die Köche gelangweilt und wenig motiviert auf ihren Stühlen, die Beine ebenfalls auf Stühlen gelagert, um Krampfadern vorzubeugen, wie ich denke. Wenig einladend. Ne Bockwurst wollten wir nicht an diesem Abend, daher kam auch das nächste „Restaurant„ für uns nicht in Betracht. Die Currywurst bei Schanzenbach hätte uns schon gereizt, aber die können wir uns schließlich jeden Tag gönnen. Also, was tun, sprach Zeus. Die Band baute noch auf, los war auch noch nix, wie wär's mit dem „Meilenstein„. Und da haben wir dann das bekommen, was wir auf dem Festplatz so sehnlichst gewünscht hatten.

Nachdem wir satt und zufrieden waren, haben wir uns dann noch die Band auf der Bühne reingezogen. Mit recht viel Ausdauer und Bier schafften wir circa eine dreiviertel Stunde, dann konnten wir es nicht mehr anne Ohren haben. Das inzwischen etwas zahlreichere Publikum fühlte sich scheinbar unterhalten, aber die richtige Stimmung wollte sich nicht einfinden.

Wie ich schon erwähnte, habe ich nur den Samstagabend erlebt, was sonst noch war, entzieht sich meiner Kenntnis, also schreibe ich auch nichts darüber. Allerdings kenne ich das Programmangebot, (Zum wievielten Male die Nashville Music Company?) und ich kenne das Angebot der Nachbarstädte. Peinlich für Hamm. Ich finde, für das Kulturprogramm - Angebot sollte man endlich fachkundige Unterstützung in Anspruch nehmen! (Hh.)

Zum City-Fest erreichte uns noch folgender Leserbrief:

Cityfest 1999 - oder warum andere Städte uns beneiden

In diesem Jahr war ich wieder mal richtig froh, daß ich die Zeit gefunden habe, die Jahreshauptattraktion unserer Stadt, das Cityfest, zu besuchen. Ich muß zugeben, es gibt nichts besseres, sich nach einem harten Arbeitstag zu entspannen. Kein Gedrängel, kaum was zu gucken, man kann völlig geistesabwesend durch die FuZo schlendern. Man bracht sich auch nicht zu entscheiden, welche Band , auf welcher Bühne man sich anschaut, es gibt ja nur eine Bühne.

Ach, wie haben es da die Bewohner anderer Städte schwer, nehmen wir als Beispiel Bielefeld. Eine Woche vor unserem Highlight fand dort das Leineweberfest statt, das man durchaus mit einem Cityfest vergleichen kann. Wie taten mir die Leute leid, die sich in Massen durch die Straßen drängten, oder sich vor einer der vier Bühnen versammelten, um dann festzustellen, daß tausende von anderen Leuten die gleiche Entscheidung getroffen hatten. Aber die Schuld liegt dort einzig und allein bei den Veranstaltern und den Organisatoren, die hätten sich schließlich denken können, daß das Ganze im „Chaos„ endet, wenn man solche Bands, wie z.B. die Zwillinge und die Blechgäng, oder Heinz Rudolf Kunze, engagiert. Wenn dann Lezterer auch noch fast das ganze Konzert aus seiner Tour spielt, ist klar, daß die Zuschauer kaum noch Platz zum Atmen haben.

Da können wir uns doch glücklich schätzen, daß bei uns als Topact die Band „Nashville Music Company„ zu hören war, die wirklich einen sehr guten Country & Western zum Besten gab und dementsprechend ein Genuß für Country & Western Fans war. Auch diesem Grunde blieb das Publikum auch sehr überschaubar, und jeder hatte Platz zum Atmen.

Vielleicht sollten sich die Veranstalter und Organisatoren aus Hamm und Bielefeld einmal zusammensetzen, damit die Hammer ein paar gute Tips weitergeben können. Oder soll das etwa weiterhin „Das Gheheimnis unseres Erfolges„ bleiben? Diese Frage stellt sich Willi-Leser Q

„SCHOOL'S OUT PARTY„ im Hoppe Garden

Die Fabelhaften Wänker Boys

Hurra, die Schule ist aus! Diesen Jubelschrei stießen sicherlich nicht wenige Schüler und Schülerinnen am 16. Juni aus. Wenn all´ diese zur „School's Out Party„ in den Hoppe Garden gekommen wären, hätten die „Fabelhaften Wänker Boys„ auch jubeln können, aber das Wetter war einfach zu schön, um es in einer Kneipe zu verbringen. Björn Grote, Organisator der Veranstaltung, hatte sich wohl etwas verschätzt, denn sicherlich hatte er mit wesentlich mehr Zuschauern gerechnet. Der Hoppe-Biergarten war gerammelt voll, und da kein kühler Schauer bereit war, die Massen in den Hoppe Garden zu treiben, mußte sich die Band mit etwa 45 hartgesottenen Zuhörern begnügen. Mit verständlichen sechzig Minuten Verspätung begannen die „Fabelhaften Wänker Boys„ gegen 21.45 Uhr ihren Auftritt, den ich mir zugegebenermaßen nicht bis zum Ende ansehen konnte. Das war auch nicht nötig, denn daß die Band sooo „fabelhaft„ nicht war, habe ich schon nach 15 Minuten feststellen können. Unter normalen Umständen würde ich auch gar nicht meckern, aber da die Band sich in ihrem Info-Material als durchweg an Hochschulen studierende Musiker anpries, muß sie sich auch mit besonderen Maßstäben messen lassen. Eine Reihe guter Musiker macht noch lange keine gute Band, das bewies sich an diesem Tag einmal mehr. Nicht nur, daß fast alle ein Noten- oder Textblatt zur Hilfe nehmen mußten und verkrampft versuchten, die Zeilen nicht aus den Augen zu verlieren, schienen sie sich auf der Bühne auch ziemlich unwohl zu fühlen. Allein das singende „Wänkergirl„ schien recht unbekümmert, als es sich in Songs versuchte, die eine etwas solidere Stimme erfordert hätten. Andere Liedchen brachte die junge Sängerin wiederum recht gut. Nico Grote, der männliche Sangesbruder, war mit Marius Meier-Unbehagen der Meinung, daß Dicke schwitzen, wie die Schweine. Besonders im „Summer in the City„.

When you gone„ von Brian Adams war dagegen sogar recht gut gebracht, und beeindruckend kann man das Zusammenspiel von Bassist Björn Grote mit seinem Schlagzeuger nennen. Warum die in der Presse angekündigte Birgit Copony nicht mit von der Partie war, entzieht sich meiner Kenntnis, und so schlecht, daß sich der Gitarrist Watte in die Ohren stecken mußte, waren die „Fabelhaften Wänker Boys„ nun auch wieder nicht. Eine ganz gute Schülerband, würde ich sagen. Sorry, Björn. (Hh.)

Nightlife im „Corner„ - Polizei tanzte mit

Der Artikel über das Konzert der „Gurkendiebe„ im letzten Willi war ja nicht sooo positiv, also wollte ich doch mal schauen, ob die Veranstaltung mit NIGHTLIFE am 19. Juni besser läuft. Als ich um 20.45 Uhr die Kneipe an der Alleestraße betrat, war ich der einzige Gast. Na ja, dachte ich, es ist ja noch recht früh. Mein Bier mußte ich bei der Bedienung sofort bar bezahlen. Nun, bevor man den Überblick verliert . . ! Auf meine Frage, ob das denn nötig sei, bekam ich die Antwort: „Du kannst Dich ja beim Chef beschweren.„ Jo mei, hier ist der Gast halt noch König. Eine andere Gästin, die sich etwas später mit ihrem Freund an die Theke setzte und anmerkte, es sei so ruhig hier, immerhin ist das Corner Inn doch eine Musikkneipe, erntete Achselzucken. Was soll´s, so nach und nach schmeckte auch das Bier und dadurch wird man etwas kritikloser. So gegen zwanzig nach zehn begann dann die Band NIGHTLIFE mit ihrem Auftritt. Das heißt, zunächst nebelte sie das etwa fünfzehnköpfige Publikum im Saal ein, was einige Zuschauer mit einem Hüsteln quittierten. Die Gruppe startete mit einem Song von Alan Parson, welcher dem Sänger einen großen Auftritt ermöglichte, was bei einem kleinen Kneipen-Gig meist die erwünschte Wirkung verfehlt und lediglich ein Lächeln auf die Lippen der Zuschauer zaubert. Aber dann bewies die Band, daß sie eigentlich ein weit größeres Publikum verdient hätte, denn die Jungs aus Schwerte (glaub ich) waren richtig gut. Das meinte nach etwa fünfzehn Spielminuten auch die Polizei, die sich unauffällig unter das Publikum mischte und tätig wurde. Nachdem

der Wirt die Fenster geschlossen hatte, zogen die grünen Gesellen dann wieder ab. Die Band steigerte sich mit der zunehmenden Präsenz und Stimmung des Publikums und bot für jeden Geschmack etwas: „Walking„, vom ungekrönten König des rauhen und erdigen Blues Gary Moore, „Africa„ von Toto, „Hot Love„ von T-Rex oder „Smoke on the Water„ von Deep Purple. Nicht zu vergessen „Das Ei des Tigers„ (Eye of the Tiger, O-Titel) Erheiternd fand ich zwischendurch immer den Griff des hervorragenden Gitarristen an seine Kiste. Ich meine seinen Verstärker, speziell den Lautstärkeknopf. NIGHTLIFE lieferte an diesem Abend einen sehr guten Gig ab, wenn man bedenkt, daß letztlich nur etwa vierzig Gäste dort waren. Die aber kamen auf ihre Kosten und hatten viel Spaß.

(Hh.)

WE ROCK YOU DOWN –

DAMNED JESTER BEI ALJONA IM HAUS WIEMANN

Es war, wie zu erwarten, nicht die Publikum ziehende Veranstaltung an diesem Wochenende.

Heavy - Rock ist halt nicht der richtige Tobak, um einen Saal in Bockum - Hövel zu füllen. Dennoch begeisterten sich rund 25 Personen an dem abwechslungsreichen Programm der fünf Hammer Christoph (git.), Marian (bs.), Carsten (git.), Andre (dr.) und Tobias (vs.).

We rock you down, eines der wohl eingängigsten Songs von DAMNED JESTER, zeugte vom Vorhaben der Jungs. Bei den Leuten, die es schafften, sich während des ganzen Gigs im Saal aufzuhalten, kam dieses Vorhaben auch durchaus an. Frenetisch wurde mitgesungen, eifrig bei den langsameren Liedern das Feuerzeug aus der Tasche gekramt und nach den Liedern tosend applaudiert.

Was vor allem an den Entertainer-Eigenschaften vom lustig umherspringenden Sänger abhing. Allerdings frage ich mich heute noch, wie die Band es geschafft hat Dave Wyndorf von MONSTER MAGNET als Gitarristen zu verpflichten.

Man merkt deutlich, das bei DAMNED JESTER der Spaß an der Musik im Vordergrund steht. Das ist bei dieser Art der Musik mittlerweile leider auch notwendig. Man wollte eine kleine Party im Haus Wiemann feiern, und die Leute stiegen prompt darauf ein. Mit melodiösen Gitarrenpassagen und kräftiger Rythmusgruppe wurde das Publikum soweit aufgeheizt, das sich Aljona irgendwann genötigt sah, die Band mit Blumensträußen zu verzieren, die diese dann auch demonstrativ an ihren Mikroständern befestigten. Ca. 90 Minuten wurde die komplette Hard - Rock - Szene musikalisch durchstreift, wobei man das Ganze, wenn es nach dem Willen der Zuhörer gegangen wäre, ruhig hätte verlängern können.

Die neue CD von DAMNED JESTER konnte beim sehr zuvorkommenden Kassierer erstanden werden, für 12 DM das Stück. Ganz liebevoll aufgemacht der Silberling, jedoch möchte ich es mir nicht anmaßen, dieses Kunstwerk näher zu zerlegen. Das sollen mal andere übernehmen.

Also wer Lust hat auf eine eigenwillige Musik ganz in den Wurzeln des Hard Rock, der möge sich diese CD mitsamt der Band zugute führen, abgesehen davon, daß DAMNED JESTER eigentlich mindestens vom Namen her jedem ein Begriff sein sollte. Kontaktieren könnt ihr die Jungs unter Thomas Roßmeier 02381/417151 oder unter Andre Brochtrop 02381/73580. A.P.a.M.