Instrumente

Die Maultrommel

Bei der heutigen Exkursion in die Dimension der Musikinstrumente reisen wir ins tiefste Sibirien, um dort einem Instrument zu begegnen, welches zwar praktisch überall bekannt ist, aber hier seine nicht zu übertreffende Hochburg besitzt.

Die Rede ist von der Maultrommel und die Hauptstadt dieser Bewegung liegt in der Provinz Sakha in Jakutien, also im tiefsten Sibirien. Hier dreht sich alles um die „Khomus", wie die Maul-trommel dort heißt. Es gibt ein Khomus-Zentrum, eine Khomus-Zeitschrift, ein Khomus-Museum, Khomus- Workshops, -Lehrbücher und -Meister.

In unserer Region ist die Maultrommel ja mehr ein Geschenkartikel und Spielzeug, denn ein Musikinstrument, aber wahr ist, dass im Zentrum (Jakutien) ganze Kapellen sich dieser Art des Musizierens verschrieben haben. Was ist dran an der Maultrommel?

Sie hat ihren Ursprung wahrscheinlich in Asien. Vieles deutet darauf hin, dass die ältesten Ausführungen aus Holz oder Bambus gefertigt wurden. In Europa wurden die ältesten Funde in Ost-frankreich gemacht. 1868 fand man bei Rouen mehrere Maultrommeln aus Bronze.

Bei uns erlebte die Khomus ihre Blütezeit während der Epoche des Feudalismus, verschwand aber mit dem Beginn der Industrialisierung aus der Volksmusik.

Sie besteht aus einem Stahlbügel an dem eine Feder befestigt ist. Beim Spielen wird diese Feder in Schwingung versetzt. Hierbei bildet der Mundhohlraum den Resonanzraum. Durch Veränderung des Volumens kann der Ton variiert werden.

Jede Maultrommel hat entsprechend ihrem Aufbau einen unveränderlichen Grundton, auf dem die sogenannten Obertöne aufbauen. Sie ist also schon von ihrer Konstruktion her auf eine bestimmte Tonart festgelegt. Es ist aber möglich ganze Melodiefolgen zu spielen. Ganz wie die Meister! Sich über dieses Instrument kundig machen, kann man bei Musik-Hans!