Unterwegs mit Willi

R(H)EINKULTUR `99 - Ein Fest für den Schweiß und seine Erzeuger!

Ausgerechnet der wohl heißeste Samstag dieses Jahrtausends war wohl Grund genug für ca. 250000 (eine viertel Million!!!) Lebende, (mehr oder weniger !?!), sich in die Bonner Rheinauen zu begeben. Das R(h)einkultur war sicherlich schon immer ein sehr gut besuchtes Festival, aber solche Menschenmassen hab ich mein Lebtag noch nicht zu so einer Veranstaltung kommen sehen. Konnte man in den Vorjahren noch gemütlich über das Gelände schlendern, ohne jemanden zu berühren und nie die Übersicht zu verlieren, lief diesmal gar nichts mehr.

Wie die Ratten bei der nächsten Sintflut waberten Punks, Rocker, Grufties, und Sonntagsausflügler ab Mitte 60 um mich herum. Das Festival - für die Unwissenden - ist ja umsonst, und wo es was umsonst gibt........

Und es gab einiges für Lau. Ich fang mal bei den Musikern an, die ich irgendwie zwischen Sonnenstich und Alsterwasser erleben durfte.

Tito und Tarantula waren dabei, das hörte ich in den Pausen der BACKYARD BABIES, ich sah mir einen sehr komischen Jazzdrummer namens Billy Cobham und der Band PARADOX an (Ja, ich hab da Jazz gehört, Herr Herausgeber), allerhand Mittelkram von Spine, den REAL MOTHER FISHER-MAN und Buzzjump. Und ich sah mir - meine Augen und Ohren mögen es verzeihen - den „Auftritt„ der REIM-REITER an. Drei Minuten davon im Radio können sehr unterhaltsam sein, aber daraus eine Bühnenshow zu basteln? Es ist verdammt schwer, nach 15 Minuten tut einem alles weh, die Leute wandern ab und man beginnt seine schweißgetränkten Schuhe an das Ufer eines Sees zu legen, um seinen Füßen ein wenig Erholung zu gönnen. Man stelle sich diesen See, oder alten Rheinnebenarm, so wie den Teich im Kurpark vor, jedenfalls von der Wasser(?)farbe her. Nur, dass ich eher im Kurparkteich schwimmen gehen würde, als in diesem Tümpel. Nach und nach ergötzten sich immer mehr Menschen daran, in diesem Gewässer schwimmen zu gehen. Dass an Badebekleidung im voraus nicht gedacht wurde, hatte einige Nebeneffekte, von denen die meisten nur haarscharf an einer Nötigungsklage meinerseits herumkamen. Noch etwas zu dem Anliegen der Veranstalter, keine Getränke und Essen mit auf das Festivalgelände zu bringen. Es ist verständlich, man will sich ja finanziert wissen, aber dann so harte Kontrollen durchzuführen, dass einer meiner Begleiter mühelos seinen Freund Jim B. im Rucksack durchschleusen konnte? Nicht, dass ich das bedauere, aber ich denke einfach mal, auch die Angestellten waren aufgrund der Menschenmassen schon abgestumpft. Sie sahen jedenfalls so aus als wir kamen, und das war erst mittags!

Nun gut noch einmal zu dem Festival an sich. Im Prinzip ist es völlig egal wer, wann und wo versucht Musik zu machen. Entweder man geht an einer der drei Bühnen vorbei und bleibt fasziniert stehen, oder man durchstreift rast- und ziellos das riesige Gebiet. Es gibt Bäume die Schatten spenden, Bungeeseile die Adrenalin spenden oder ca. 6734765 Buden, die Kalorien spenden. Daneben unzählig viel interessante Stände, von Greenpeace bis zum WDR ist alles vertreten. Von morgens 11 bis nachts um 12 wird einem alles geboten. Von einer Pizza ohne Geschmack, bis zu einem Steakbrötchen mit. Die ca. 30 Bands, geben einen interessanten Querschnitt durch die Musik, vom SKA über Blues bis hin zum Punk findet man genügend Abwechslung. R(h)heinkultur findet fast alljährlich zum ersten Juli-Wochenende statt, ist wunderbar mit dem Wochenend-Ticket zu erreichen und KOSTET NICHTS!!! Was soll ich dazu noch sagen?? A.P.a.M.