Am 07.08.1999 waren sie live zu hören und zu sehen, und zwar auf dem alljährlichen Heizölkonzert des Kulturrevier Radbod. Eigentlich wollte ich ja darüber ausführlich berichten, aber leider wenig Gäste, und zuviel Programm für einen Tag (9 Bands! Und dann auch noch wirklich sehr Gute...) aber offensichtlich einige treue APRIL-Fans, die dieses Festival noch etwas aufrecht hielten. Da nicht das allermeiste zu berichten war, lenke ich doch besser mein Augenmerk auf die CD von April. Und die hat es wirklich in sich. April macht keine Musik zum abrocken oder abtanzen. Das ist eher etwas zum hören live wie zu Hause auf dem Sofa. Keine Partymusik, sondern sehr ernsthaft und mit Tiefe und Können. Lars Libuda, Benjamin Pawlowski, Ulrich Stephany, Dominik Grenzler und Arkadius Kuczmera haben da durchaus einen eigenen Stil entwickelt. Ich würde das Ganze Crossover nennen, obwohl man das mit härteren Tönen verbindet. Dies trifft hier nun wirklich nicht zu. Eher sehr gefühlvoll mit einem Hauch Psycodellic, musikalisch mit verschiedensten Einflüssen unterlegt. Es geht einem oft so, dass man irgendeine Band vergangener Tage wiedererkennt oder zumindest stark an sie erinnert wird. Vielleicht hat man ein mµ Soundgarden im Hinterkopf - aber eben nur ein mµ. Am besten hat mir das 3. Stück Girl on 7th Star gefallen, nach dem die CD mit insgesamt 7 Songs benannt wurde. Das konnte ich mir doch ein paar Mal hintereinander an-hören und fand es immer noch nicht langweilig. Im Ge-genteil. Wer nur einmal hinhört, ist selber schuld. Erst bei mehrmaligem Hören, erkennt man die musikalische Feinarbeit. Im Studio holten sich die Fünf Unterstützung von Cellist Johannes Kampmann und Synthi-Mann Martin Massenberg, was dem einen oder anderen Song einen edlen Schliff gibt. Auch die Aufnahme ansich klingt nicht so steril, wie man es manchmal von Demo-CDs kennt. Die Instrumente leben und der Gesang hat Seele. Die taugt nicht nur, um Auftritte an Land zu ziehen, das kann man ruhig in die CD-Sammlung aufnehmen. Man kann sie nun wirklich nur loben. Na, vielleicht könnte der Gesang hier und da noch etwas mehr Highlights setzen. (Ohne bisschen meckern kann ich nicht...) Dass diese Band nicht zu unrecht Wettbewerbe gewinnt, hat sie nicht zuletzt mit Girl on 7th star unter Beweis gestellt. Wie schon erwähnt sind sie auch live ein Knaller, vorausgesetzt, daß Festivals auch entsprechend werben (ein paar Plakate mehr wäre super gewesen), dass man wenigstens mitbekommt, welche Band spielt. Da ich ja selbst ein paar Jahre im Kulturrevier Radbod geprobt habe, bin ich wirklich sehr enttäuscht von diesem Jahr. Haben die Musiker das verdient??? (wi)